Städtische Galerie

Über 1500 Besucher sahen „Observe Collective“

Batman, aber nicht Robin: Chris Farling aus New York ist einer der Fotografen des „Observe Collective“, die zur Ausstellung in der Städtischen Galerie nach iserlohn gereist waren.

Batman, aber nicht Robin: Chris Farling aus New York ist einer der Fotografen des „Observe Collective“, die zur Ausstellung in der Städtischen Galerie nach iserlohn gereist waren.

Foto: IKZ

Iserlohn.  Nach dem Erfolg der jüngsten Ausstellung des Straßenfotografen-Gruppe „Observe Collective“ planen Galerieleiter Rainer Danne und Mitveranstalter Michael May, ein alle zwei Jahre stattfindendes Festival der Straßenfotografie in Iserlohn zu etablieren.

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Die Ausstellung des „Observe Collective“ in der Städtischen Galerie ist seit Sonntag Geschichte. Eine Geschichte aber, die auf jeden Fall eine Fortsetzung finden soll. Das zumindest ist der feste Vorsatz von Galerieleiter Rainer Danne und Michael May, Bildredakteur beim IKZ und gleichzeitig Mitglied der internationalen Fotografengemeinschaft, die in den letzten Wochen mehr als 1500 Besucher mit ihrer Ausstellung im Von-Scheiblerschen-Haus begeisterte. „Wir möchten in Iserlohn ein Festival der Straßenfotografie etablieren“, kündigen Danne und May an, ab 2017 Straßenfotografen in der Waldstadt im Zwei-Jahres-Turnus eine künstlerische Heimstatt auf Zeit bieten zu wollen.

„Wir haben in der Galerie schon die Klassiker der Straßenfotografie wie Cartier-Bresson und Erwitt präsentiert. Das aber, was ,Observe Collective’ hier gezeigt hat, ist keinen Deut schlechter gewesen“, zeigt sich Galerieleiter Danne, selbst passionierter Fotograf, immer noch höchst beeindruckt von der Qualität der Werke der Gemeinschaft, die sich erstaunlicherweise zu einem Großteil aus Amateur-Fotografen zusammen setzt. Und auch die Resonanz auf den Wettbewerb „under construction“ sei außergewöhnlich qualitätvoll gewesen. Danne: „Wir haben so viele tolle Ergebnisse sehen dürfen von Straßenfotografen aus aller Welt, die dann sogar noch zum Teil nach Iserlohn gereist sind, um sich die Ausstellung anzuschauen.“

Eben jene sogar internationale Resonanz ist es, die Galerieleiter Danne und Fotograf May antreiben, die Begriffe „Iserlohn“ und „Straßenfotografie“ künftig noch fester miteinander verknüpfen zu wollen. „Ein reines Festival der Straßenfotografie gibt es in Deutschland nicht“, weiß Danne, während Michael May anmerkt, dass Straßenfotografie in der BRD noch lange nicht den Stellenwert besitzt, den sie in vielen anderen Ländern schon lange genießt. „Deutschland tut sich noch etwas schwer damit, die Kamera als künstlerisches Medium anzuerkennen“, glaubt Galerieleiter Danne, dass Fotokunst hierzulande noch immer als Domäne der Hochschulen betrachtet wird, nicht aber der Autodidakten oder Fotojournalisten. Eben jene Reduzierung auf den universitären Bereich aber führe dazu, dass Fotokunst in Deutschland zumeist in einem etwas verkopft-intellektuellen Gewand und damit ganz anders als eben Straßenfotografie erscheine, die den alltäglichen Moment im besonderer Form festhält und hieraus ihre künstlerische Berechtigung zieht.

Für Iserlohn und die Städtische Galerie indes habe sich Straßenfotografie seit der ersten sich dem Thema widmenden Ausstellung in 1997 als Erfolgsmodell herausgestellt, sagt Danne. Er glaubt, dass der vergleichsweise „niedrigschwellige“ Zugang zur Fotografie hierfür ein entscheidender Faktor sein könnte: „Fotografie ist unmittelbar, man muss sich nicht erst intellektuelles Rüstzeug besorgen, um sich intensiv mit einem Foto auseinandersetzen zu können.“ Das Publikum zumindest dankt es regelmäßig mit hohen Besucherzahlen. „Dass im Sommerloch 1500 Leute gekommen sind, um sich die Ausstellung des ,Observe Collective’ anzuschauen, ist grandios.“

Image des Kunst-Standortes Iserlohn verbessern

Der Gedanke also, ein Straßenfotografiefestival in Iserlohn auszurichten, ist für die beiden Projekt-Motoren nur naheliegend, zumal auch seitens der Sponsoren, die das „Observe Collective“ unterstützt haben, positive Signale gesendet werden. Rainer Danne und Michael May erkennen zudem eine Chance, einen Beitrag zu leisten, das Image des Kunst- und Kulturstandorts Iserlohns weiter zu verbessern. Rainer Danne: „Wir stellen unser Licht viel zu oft unter den Scheffel, dabei ist Iserlohn eine tolle Stadt. Wir haben hier alle Möglichkeiten, mit der Galerie sowie der Volkshochschule eine gute Infrastruktur, kurze Wege und noch dazu eine fantastisch vernetzte Foto-Community.“ Dass sie mit ihrem Gedanken, in der Waldstadt eine international renommierte Veranstaltungsreihe auf die Beine stellen zu können, durchaus Erfolgschancen haben, steht für May und Danne angesichts eines mittlerweile höchst prominenten Beispiels außer Frage: Das in Iserlohn stattfindenden Internationale Gitarrensymposion ist in interessierten Kreisen längst zur sogar global bekannten Marke aufgestiegen.

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