Jugendliche

„Unauffällige Undercover-Migranten“

Das Schüler- und Lehrerteam des Stenner-Gymnasiums präsentiert die Projektergebnisse zur deutsch-polnischen Migrationsgeschichte, die mit dem Richeza-Preis prämiert wurden.

Das Schüler- und Lehrerteam des Stenner-Gymnasiums präsentiert die Projektergebnisse zur deutsch-polnischen Migrationsgeschichte, die mit dem Richeza-Preis prämiert wurden.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.  Gymnasium An der Stenner erhält Richeza-Preis für Projekt zur deutsch-polnischen Migrationsgeschichte.

Ihre Interviews mit Prominenten aus Politik und Verwaltung, Recherchen zur deutsch-polnischen Geschichte und Migrationsbewegung und ein Erfahrungsaustausch mit polnischen Gymnasiasten wurden jetzt ausgezeichnet. Zum Thema Heimat, Migration und internationale Freundschaften standen ihnen der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, der Polonia-Beauftragte der Landesregierung Thorsten Klute, der deutsche Historiker und Migrationsforscher Jochen Ottmer und andere Rede und Antwort. Das Stenner-Gymnasium erhielt dafür nun den Richeza-Preis des Landes NRW für dieses Projekt der deutsch-polnischen Migrationsgeschichte. Er ist mit 3000 Euro dotiert und ermöglichte Recherchen und deutsch-polnische Begegnungen, in denen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet wurden.

Deutsch-polnische Migrationsgeschichte

Schüler der Jahrgangsstufe Q1 stellten ihre Ergebnisse am Mittwoch gemeinsam mit ihren Lehrkräften den Mitschülern vor. Auf großes Interesse stieß der Vortrag und die Ausstellung zur deutsch-polnischen Migrationsgeschichte in der Stufenversammlung im Forum. Dort hatte sich auch Monika Körner-Weinert eingefunden, die Mutter des deutsch-polnischen Schüleraustauschs mit einem Gymnasium in der polnischen Partnerstadt Chorzów, der seit dem Jahr 2005 besteht. Sie lobte die Vorträge der Schüler, die den europäischen Gedanken von Erasmus-Projekten weiterentwickelt hatten. Die Gymnasiasten stellten die Geschichte der verschiedenen Einwanderungswellen aus Polen aus politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Gründen dar und die Auswirkungen auf beide Seiten. Dass Polen die zweitgrößte Gruppe an Ausländern in Deutschland darstellen, überraschte viele Zuhörer. „Sie gelten als Undercover- oder Streber-Migranten“, erklärte Martina Zechmeister mit Blick auf ihre schnelle Integration.

Die jungen Referenten beleuchteten die deutsch-polnischen Beziehungen, die auch durch verschiedene Förderprogramme durch Goethe-Institute und andere Institutionen an Fahrt aufnahmen und berichteten von ihren erfolgreichen gemeinsamen Recherchen mit den Projektpartnern aus Chorzów, die sie in Berlin getroffen haben.

Beteiligt waren Florian Pascal Rudolf, Silas Menge, Elisa Konietzny, Sina Heintze, Emily Barlasakli und Rebecca Franzgrote. Sie recherchierten gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Kantrin Krenczer und Marina Zechmeister zu diesem Thema.

Ausstellung in der Schule, in der VHS und im NRW-Landtag

Die Ergebnisse sollen noch in einem zweisprachigen Buch zusammengefasst werden, das in Kürze erscheint und auf der Homepage der Schule allen Schülern zugänglich gemacht werden soll. Die Ausstellung wird im Selbstlernzentrum der Schule gezeigt. Weitere Stationen sind die Iserlohner VHS und der Düsseldorfer Landtag.

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