Rupenteich

Und wieder grüßt die Steinwüste

Selbst der kleine Milo als ziemlich kurzbeiniger Schnauzer-Mischling kommt derzeit fast zu Fuß durch den Teich.

Foto: Ralf Tiemann

Selbst der kleine Milo als ziemlich kurzbeiniger Schnauzer-Mischling kommt derzeit fast zu Fuß durch den Teich.

Iserlohn.   Der Rupenteich verliert erheblich Wasser, die Staumauer liegt bereits komplett frei. Die Stadt verweist auf zwei trockene Monate und Verdunstung.

Wenn Ursel und Rolf-Dieter Großmann um den Rupenteich spazieren, bleibt ihnen nur noch Kopfschütteln. Das war nicht immer so. Beide sind Mitte 70 und es ist mehr als 50 Jahre her, dass Ursel Großmann im nahe gelegenen Bethanien-Krankenhaus ihre Ausbildung absolviert hat. „Das war hier damals schon unsere tägliche Umgebung“, sagt ihr Mann. „So trostlos wie jetzt hat es hier aber noch nie ausgesehen.“ Den selben Satz sagt auch unabhängig von Ehepaar Großmann Josef Hellfeier, der wenig später auf einer der Bänke am Staudamm des kleinen Teichs Platz nimmt. Trostlos sei es hier jetzt, obwohl es früher so schön gewesen sei. Schon als Kind ist der 69-Jährige auf dem zugefrorenen Teich Schlittschuh gefahren. Nun sei der Teich schon wieder fast leer.

„Der Rupenteich scheint dicht zu sein“, hatten wir vor zwei Monaten mit Vorsicht, aber auch mit großer Freude in dieser Zeitung vermeldet. Nach längerer Trockenheit und fast ohne weiteren Zustrom aus dem oberen Zulauf schien der Teich das Wasser tatsächlich zu halten. Schon zu Pfingsten durfte man aber Zweifel an dieser Einschätzung anmelden. Ein Blick auf den Teich in diesen Tagen sagt dann eindeutig: „Leider zu früh gefreut.“ Der Teich ist nicht dicht.

Die Steinwüste, die sich nun wieder von den Ufern aus in Richtung Teichmitte frisst, ist aber nicht der einzige Grund, warum Josef Hellfeier und das Ehepaar Großmann unisono die Trostlosigkeit am Teich beklagen. Ältere Iserlohner haben noch vor Augen, wie es hier früher einmal ausgesehen hat. Eine weitläufige Parkanlage habe den Teich eingerahmt, freier Blick bis hoch zum Danzturm, und auch der Bachlauf zum unteren, kleinen Rupenteich, der im Übrigen ebenfalls das Wasser nicht hält, sei nicht so zugewuchert und unansehnlich wie heute gewesen.

Die Stadt hatte bereits zum Auftakt der Teichsanierung vor dreieinhalb Jahren angekündigt, sich an der früheren Parkanlage orientieren zu wollen und auch das Umfeld inklusive des Staudamms neu zu gestalten.

Bürgerbeteiligung für die Parkgestaltung

Diese Pläne seien auch weiterhin aktuell, war gestern auf Anfrage seitens der Stadt zu hören. Wie Stefan Thiemann von der Abteilung Straßen und Brücken sagt, habe der Masterplan Volksgarten in Letmathe derzeit Priorität. Danach solle die städtische Freiraumplanung aber den Rupenteich angehen und über eine Bürgerbeteiligung auch für den dortigen Park einen Masterplan aufstellen.

Noch kein abschließendes Urteil über die Dichtigkeit

Zum derzeitigen Zustand des Teiches selbst wollte Thiemann noch kein endgültiges Urteil abgeben. Undicht oder nicht – nach den extrem trockenen Monaten April und Mai und dem andauernden Ausbleiben des Zuflusses sei der Rupenteich derzeit nicht das einzige Gewässer, das erheblich unter der Trockenheit leide. Es sei bei diesen Umständen auch möglich, dass es sich bei dem Wasserverlust um normale Verdunstung handele. Der jetzige Zustand sei definitiv kein Vergleich zu dem vor zwei Jahren, als der Teich komplett trocken lag. Wichtig sei, dass die Zuläufe weiter optimiert werden. „Wir müssen das weiter beobachten.“

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