Schillerplatz

Unter der Ladenzeile liegen alte Schächte

Die Ladenzeile am Schillerplatz soll bald abgerissen werden. Im Untergrund schlummern hier alte Schächte.

Foto: Jörg Kleine

Die Ladenzeile am Schillerplatz soll bald abgerissen werden. Im Untergrund schlummern hier alte Schächte. Foto: Jörg Kleine

Iserlohn.   Die Stadt Iserlohn muss den Baugrund am Schillerplatz mit Bohrungen untersuchen – und die Löcher stopfen.

Vor 120 Jahren schillerte am Schillerplatz noch das Wasser auf der „Lehmkuhle“. Solche Spuren des Galmeibergbaus (Zink-Erz) sind im Herzen der Stadt zwar nicht mehr sichtbar, aber sie schlummern weiterhin im Untergrund. Zwei alte Bergbauschächte unter der Ladenzeile vor der Sparkasse will die Stadt nunmehr genauer erkunden lassen – für viel Geld.

Aktuell sind am Rande des Schillerplatzes vor allem Abrissbagger am Werk, um das Terrain für die geplante Modernisierung der Sparkasse zu präparieren. Bis Ende voriger Woche zerlegte die Abbruchfirma zunächst den „Vorstandswürfel“, im nächsten Schritt soll die Ladenzeile davor weichen.

550 000 Euro für Bohrungen und Verfüllung

Bei dem zwischen der Stadt und der Sparkasse vereinbarten „Rückbaukonzept“ war auch ein Bodengutachter eingeschaltet. Der Fachmann wertete dabei alte Bergbauunterlagen aus Stadt- und Landesarchiv, der Bergbehörde und der Stadtwerke aus.

Ergebnis: Die Ladenzeile liegt geologisch am Rande eines Senkungsgebiets mit Schwemmsanden und Lehmen. Zudem hat die Bezirksregierung Arnsberg auf zwei alte Schächte dort hingewiesen. Um Sicherheit für die Zukunft zu haben, soll der Untergrund durch Bohrungen erkundet werden, um dann die Schächte zu verfüllen – und für die Zukunft sicheren Baugrund herzustellen. Denn sonst könnten Gebäudeschäden durch Setzungen und Abbrüche im Untergrund drohen.

Rund 400 000 Euro veranschlagt die Stadt für die Erkundung. Weitere 150 000 Euro will sie im Bereich Vinckestraße/Stahlschmiede investieren. Denn auch dort wird ein alter Bergbauschacht vermutet.

Die Schächte im Iserlohner Untergrund seien vielfach in Vergessenheit geraten, hob Stadtbaurat Mike-Sebastian Janke diese Woche im Planungsausschuss des Stadtrats an. „Aus gewisser Nostalgie und Romantik sind wir aber doch auf dem harten Boden gelandet“, schilderte er und mahnte: „Ich kann nur sagen: Jetzt ist es so weit. Wir müssen rangehen.“

Geplant ist, die Ladenzeile zunächst bis auf die Bodenplatte abzutragen. Danach soll der Untergrund durch geotechnische Bohrungen zunächst untersucht werden – um schließlich das Gelände zu sichern und Löcher zu verfüllen.

Ein Meeresriff vor über 380 Millionen Jahren

Doch nicht nur der Bergbau zählt hier zu Lande zu den Herausforderungen: Im Iserlohner Untergrund steht „Massenkalk“ als Gestein an, das aus dem Erdzeitalter des Devons stammt. Aus dieser geologischen Epoche stammen im Sauerland beispielsweise auch die Lagerstätten für den grauen Dachschiefer. Das Kalkgestein im Untergrund von Iserlohn wiederum hat viele Klüfte, Risse und Hohlräume – wie die Dechenhöhle in Letmathe in imposanter Weise zeigt.

Für die CDU-Sprecherin Ilona Höche blieb bei der Beratung im Planungsausschuss vor allem eine finanzielle Frage: Ob sich auch die Sparkasse an den Kosten für die Baugrunduntersuchungen beteiligt? „Nein“, erklärte Janke. Denn das Grundstück sei im Eigentum der Stadt. Somit übernehme die Sparkasse die Abrisskosten für den früheren Vorstandsanbau und die Ladenzeile, während die Stadt für den Baugrund verantwortlich sei.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik