Gewitter

Unwetter in Iserlohn und Hemer: Extreme Gewitter drohen

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Gewitter und schwere Sturmböen drohen in Iserlohn und Hemer am Freitag.

Gewitter und schwere Sturmböen drohen in Iserlohn und Hemer am Freitag.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Iserlohn/Hemer.  Am Freitag soll eine Unwetter-Front mit „extremen Gewittern“ über Iserlohn und Hemer hinweg ziehen. Die Feuerwehr hat sich darauf vorbereitet.

Nachdem eine erste Unwetter-Front am Donnerstag weitgehend ohne Folgen über Iserlohn und Hemer hinweg gezogen ist, drohen am Freitag erneut teils extreme Gewitter, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Das Tief zieht ab dem Mittag von Westen her über die Region hinweg und sorgt für eine „großräumige und heftige Unwetterlage“: „Die Gewitter sind begleitet von schweren Sturm- oder Orkanböen zwischen 90 und 130 km/h sowie heftigem Starkregen um 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde und Hagel mit einer Korngröße um 5 Zentimeter. Teils ist auch extrem heftiger Starkregen mit rund 60 Litern pro Quadratmeter in wenigen Stunden wahrscheinlich.“ Auch einzelne Tornados sind laut DWD-Prognose nicht ausgeschlossen.

Die Meteorologen warnen vor „kleinräumigen Überflutungen sowie Baum- und Astbruch“. Auch Beeinträchtigungen der Infrastruktur seien möglich. In den Abendstunden soll sich das Wetter dann beruhigen.

Feuerwehr und Stadtbetrieb sind vorbereitet

Vorbereitet zeigt sich die Iserlohner Feuerwehr. „Wir haben Personal für die Wachen im Standby-Modus, auch an vier Standorten der freiwilligen Feuerwehr haben wir Meldeköpfe vorbereitet, aber noch nicht besetzt“, erzählt Christopher Rosenbaum, stellvertretender Leiter der Iserlohner Feuerwehr. Von den Sandsäcken, die am Montag nach Menden gebracht worden waren, seien frühzeitig welche zurückgeholt worden, so dass jetzt 1000 auf der Wache an der Dortmunder Straße vorrätig seien.

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Marc Giebels, Sprecher des Stadtbetriebs Iserlohn-Hemer, berichtet von einem engen Austausch mit der Feuerwehr. Man sei vorbereitet. Vorsichtshalber sei ein Abfluss eines Bachbetts am Asbecker Weg von Geröll befreit worden, nachdem eine Anwohnerin darauf hingewiesen habe.

Schulleitungen können Unterricht vorzeitig beenden

Die Bezirksregierung Arnsberg hat die Schulleitungen und Schulämter angesichts der Unwetter-Warnungen darüber informiert, dass die Schulleitungen in eigener Zuständigkeit und nach Rücksprache mit dem Schulträger über eine mögliche vorzeitige Beendigung des Unterrichts in Präsenz entscheiden können.

„Bei Bedarf sind die Schulgebäude so lange geöffnet, bis ein sicherer Heimweg möglich ist“, versichert die Bezirksregierung. Schülerinnen und Schüler sollen bis zum Antritt eines sicheren Heimwegs betreut werden.

Die Schulen in Hemer haben sich in Abstimmung mit der Stadtverwaltung entschieden, dass der Unterricht nicht vorzeitig beendet wird. Da die Gewitter-Front erst am Nachmittag erwartet wird, werde der Schultag ganz normal zu Ende gebracht. Nur die Offenen Ganztagsschulen werden wohl vorzeitig geschlossen. Hier gibt es in den Einrichtungen individuelle Entscheidungen.

Den Iserlohner Schulen bleibt es selbst überlassen, was sie tun. Wolfgang Kolbe, Bereichsleiter Schulverwaltung im Iserlohner Rathaus, erklärt auf IKZ-Anfrage: „Seit etwa zwei Jahren entscheidet die Bezirksregierung, was in Unwetterlagen zu tun ist. Heute Vormittag gab es die Mitteilung, dass die Schulen selbst dafür verantwortlich sind, weil nicht von einer extremen Lage ausgegangen wird.“

Die für heute angesetzten Prüfungen, unter anderem schriftliche Nachschreibprüfungen im Abitur und Prüfungen in Berufskollegs, finden wie geplant statt. Mündliche Prüfungen können in Absprache mit der oberen Schulaufsicht im Einzelfall verschoben werden, sofern dies durch ein regionales Unwetter geboten ist.

22 Feuerwehr-Einsätze bis Freitagmorgen

Eher ruhig stellte sich für die Feuerwehr im Märkischen Kreis die Lage am Donnerstagnachmittag dar. Während des Sturmtiefs am Nachmittag fuhr die Feuerwehr neun Einsätze; bis Freitagmorgen waren es 22. Dabei handelte es sich ausnahmslos um umgestürzte Bäume auf Fahrbahnen. Rund 240 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Es wurde niemand verletzt.

Wie Kreisbrandmeister Michael Kling mitteilt, sind die Feuerwehren im Märkischen Kreis auf die Wetterlage vorbereitet, vorgeplante Strukturen stehen zur Verfügung und der Lagedienst der Feuerwehr beobachtet die Wetterlage sehr engmaschig.

Der Kreis hat daher eine Liste von Empfehlungen und Hinweisen an die Bevölkerung zusammengestellt. Grundsätzlich gilt: Die Wetterlage beobachten, Informationsquellen wie Radio, TV und Internet im Blick behalten sowie Warnungen von Warnapps wie NINA oder den Behörden zu beachten.

Notrufnummer 112 nur für „echte“ Notrufe nutzen

Außerdem wichtig: Im Falle eines Unwetters sollte die Rufnummer 112 nur für wirklich wichtige Notrufe genutzt werden. Der Kreis appelliert zudem: „Denken Sie an Menschen in Ihrer Umgebung, die hilfsbedürftig sind oder die unsere Sprache nicht verstehen. Sie benötigen Ihre Unterstützung.“

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Falls sich die Unwetterlage zuspitzt oder es akut stürmt, gelte vor allem: „Zu Hause bleiben!“ Denn gerade bei schwerem Sturm lauern im Freien viele Gefahren, etwa durch herabstürzende Äste oder Dachziegel sowie umherfliegende Gegenstände.

Die eigenen vier Wände sollten daher nur im Notfall verlassen werden.

So bereiten Sie sich auf ein Unwetter vor

Aber auch in Räumen gibt es viele Dinge zu beachten. Der Kreis gibt weitere Hinweise, welche Vorkehrungen getroffen werden können, um sich zu schützen:

Schließen Sie bei Hagel und Wirbelstürmen die Fenster, Roll- oder Fensterläden und halten Sie sich von ungeschützten Öffnungen fern.

Wenn noch ausreichend Zeit ist, sichern Sie draußen bewegliche Gegenstände wie Gartenmöbel, Fahrräder etc.

Suchen Sie einen innen liegenden Raum im Erdgeschoß auf. Meiden Sie jedoch Kellerräume, da diese sehr schnell von Wasser geflutet und zu lebensbedrohlichen Fallen werden können.

Meiden Sie Räume mit großer Deckenspannweite wie zum Beispiel Hallen.

Nehmen Sie empfindliche Geräte vom Netz oder verwenden Sie einen Überspannungsschutz. Entsprechende Geräte gibt es im Handel.

Was tun, wenn man im Freien überrascht wird?

Trotz aller Vorsicht kann es vorkommen, dass Sie von einem Unwetter überrascht werden, wenn Sie gerade nicht zuhause sind. Handeln Sie richtig, um sich zu schützen.

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Falls Sie im Freien von einem Unwetter überrascht werden, gilt es folgendes zu beachten:

Meiden Sie ungeschützte Orte, an denen Sie von Hagel oder von vom Sturm mitgerissenen Gegenständen getroffen werden könnten.

Suchen Sie Schutz in einem Gebäude und meiden Sie bei starken Stürmen Hallen mit großen Deckenspannweiten.

Bei Hagel legen Sie sich, wenn es nirgendwo Schutz gibt, mit dem Gesicht auf den Boden und schützen Sie Kopf und Nacken mit den Händen!

Suchen Sie bei Gewitter Schutz in einem Gebäude. Wenn kein schützendes Gebäude in Sicht ist, gehen Sie mit eng zusammen stehenden Füßen, möglichst in einer Mulde, auf den Fußballen in die Hocke.

Meiden Sie bei Gewitter offenes Gelände, Berggipfel, Bäume, Türme, Masten, Antennen und lehnen Sie sich nicht an Zäune.

Halten Sie bei Gewitter zu Überlandleitungen einen Mindestabstand von 50 Metern ein.

Vermeiden Sie bei Gewitter die Berührung von Gegenstände mit Metallteilen wie Regenschirme und Fahrräder.

Im Auto sind Sie bei Gewitter sicher. Bleiben Sie also im Fahrzeug, aber berühren Sie keine blanken Metallteile.

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