Serie „Der Kampf um die Köpfe“

„Viele kleine Bausteine machen das Bild“

Durch einen Neubau boten sich bei Schlüter viele Chancen, ein gesundes Umfeld für Mitarbeiter zu schaffen, unter anderem mit einem Fitnessstudio. Diese Möglichkeit hat nicht jeder, weiß Geschäftsführer Udo Schlüter.

Durch einen Neubau boten sich bei Schlüter viele Chancen, ein gesundes Umfeld für Mitarbeiter zu schaffen, unter anderem mit einem Fitnessstudio. Diese Möglichkeit hat nicht jeder, weiß Geschäftsführer Udo Schlüter.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  Schlüter-Systems Geschäftsführer Udo Schlüter im Gespräch über unternehmerische Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeiter.

Eine gut fünf Meter hohe Wand mit echten Pflanzen, retro-futuristisch anmutende Lampenschirme und Wandfliesen, ein Café-Bereich und tiefe Sitzmöbel, alles in warmen Tönen – trotz des grauen Himmels draußen ist die Atmosphäre im Foyer des Verwaltungsgebäudes bei Schlüter-Systems freundlich. Nicht nur Besuchern, auch den eigenen Mitarbeitern soll die Gestaltung des vor rund eineinhalb Jahren fertiggestellten Gebäudes zugutekommen. „Wir haben aus der Vergangenheit gelernt“, sagt Geschäftsführer Udo Schlüter. „Zum Beispiel beim Thema Schall.“

Das Unternehmen Schlüter mit seinen gut 600 Mitarbeitern am Standort darf vermutlich als eines dieser „best practice“-Beispiele angeführt werden, wenn es darum geht, das Gesundbleiben der eigenen Belegschaft zu unterstützen. Seit fünf Jahren gibt es für die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich über ein Firmenangebot psychologisch betreuen zu lassen. Statt Monaten wie normale Patienten muss man so nur ein paar Tage auf eine Beratung warten. „Wir hatten ein paar Fälle von Mitarbeitern, die zuvor von Arzt zu Arzt gelaufen sind“, sagt Schlüter. Unter anderem mit körperlichen Beschwerden, die am Ende wohl von psychischen Belastungen herrührten. In Zahlen lässt sich der Erfolg, weil alles anonym abläuft, zwar nicht ausdrücken – bei Schlüter ist man aber dennoch von dem positiven Effekt überzeugt.

Kleinigkeiten drücken Wertschätzung aus

Aber: „Viele kleine Bausteine machen das Bild“, sagt Schlüter. Mitarbeiter des Unternehmens können beispielsweise Diensträder leasen, auch elektrische. Es gibt ein eigenes Fitnessstudio, das allerdings seit dem Frühling aufgrund von Corona geschlossen ist. Auch gibt es eine Kooperation mit einer nahen Kita für eine gute Kinderbetreuung.

Wenn es um eine gesunde und gesundheitsförderliche Unternehmenskultur ginge, sagt Udo Schlüter, stünde über allem aber der Begriff Wertschätzung. Dies drückt sich oft auch in Kleinigkeiten aus, wie Udo Schlüter bei einem kurzen Rundgang erläutert. Beispielsweise sind die Bäder in den Umkleiden der gewerblichen Mitarbeiter mit den selben hochwertigen Armaturen ausgestattet, wie man sie etwa in jenen der Geschäftsführung auch findet. Kleinigkeiten, auf die Mitarbeiter achten. Ebenso wie darauf, was Vorgesetzte am Arbeitsplatz den Angestellten vorleben.

Allgemein wurde bei der Gestaltung des neuen Verwaltungsgebäudes einerseits berücksichtigt, dass es ausreichend Rückzugsmöglichkeiten gibt. Aber auch sogenannte Coffee Points, also Treffpunkte, wo es zum Beispiel einen ordentlichen Kaffee gibt. Fast so etwas wie die altbekannten Raucherecken – nur eben ohne Rauch und andere nicht gesundheitsförderliche Aspekte.

Für alle Angebote die man macht, vor allem bei der psychologischen Betreuung, gilt: „Kein Druck“, sagt Schlüter. „Die Mitarbeiter müssen wollen.“ Nicht nur bei der Firma Schlüter gilt: In Zeiten von Corona haben Unternehmen natürlich noch etwas mehr Verantwortung für ihre Mitarbeiter zu tragen.

Die gewerblichen Beschäftigten arbeiten beispielsweise in Schichten und Kleingruppen so, dass Begegnungen vermieden werden. Gruppenbüros sind nur zur Hälfte besetzt, es wird viel im Homeoffice gearbeitet. Im Versand haben die Angestellten Abstandspieper bekommen, die bei zu viel Nähe akustisch warnen. „Apps sind da zu ungenau“, sagt Udo Schlüter.

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