„Karriere im MK“

Virtuelle Börse mit noch mehr Zukunftschancen

Nach der Verschiebung des Campus Symposiums stehen die zuletzt 2018 für die Iserlohner Ausgabe von „Karriere im MK“ genutzten Zelte diesmal nicht zur Verfügung. Aber das ist nur ein Grund für die Absage. und die Überlegungen zu einer virtuellen Börse.

Nach der Verschiebung des Campus Symposiums stehen die zuletzt 2018 für die Iserlohner Ausgabe von „Karriere im MK“ genutzten Zelte diesmal nicht zur Verfügung. Aber das ist nur ein Grund für die Absage. und die Überlegungen zu einer virtuellen Börse.

Foto: Michael May / IKZ-Archiv

Iserlohn.  Nach der offiziellen Absage von „Karriere im MK“ könnte eine virtuelle Börse noch viel mehr Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bieten.

Wenn die derzeit laufenden „letzten Abstimmungen“ ein positives Ergebnis haben, könnte eine virtuelle Variante von „Karriere im MK“ im Herbst so viele Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten wie noch nie bieten. „Wir planen eine Börse kreisweit für alle Kommunen, in denen in diesem Jahr ebenfalls keine Ausbildungsmesse stattfinden kann“, kündigt Pressesprecher Thomas Haude nach der jetzt offiziellen, corona-bedingten Absage der Iserlohner-Hemeraner-Börse am 10. September an (wir berichteten kurz).

Außer mit Menden, Werdohl, Lüdenscheid und Plettenberg fänden zudem noch Kooperationsgespräche mit den Organisatoren der Messe im Ennepe-Ruhr-Kreis statt, die einst als Vorbild für „Karriere im MK“ diente. „Offen ist unter anderem, ob die virtuelle Börse, die ein echtes Highlight für unsere Region werden kann, an einem oder an mehreren Tagen stattfindet“, sagt der Prokurist der Iserlohner Gesellschaft für Wirtschaftsförderung. Wichtig bei der dann wohl riesigen Fülle an Zukunftschancen für junge Menschen sei aber die Übersichtlichkeit, also dass beispielsweise eine lokale Differenzierung der Angebote möglich ist, um wohnortnah einen Ausbildungsplatz zu finden.

Auf jeden Fall würde das Angebot der Börse weit über das einer reinen Datenbank der verfügbaren Plätze, wie sie ja bereits jetzt auf www.karriere-im-mk.de zur Verfügung stehe, hinausgehen. So soll es für die Schüler die Möglichkeit der Interaktion mit den ausstellenden Firmen beispielsweise per Videochat geben. Um die Schulen und Schüler auf die virtuell sich bietenden Möglichkeiten vorzubereiten, werde noch ein Video erstellt.

In den vergangenen Jahren hatte es durch das „Karriere im MK“-Team teils mehr als 40 Veranstaltungen vorab in den Schulen gegeben, um die Jugendlichen für den Besuch der Börse bestens vorzubereiten. Dass diese intensive und wichtige Arbeit im Vorfeld in diesem Jahr nicht möglich ist, da die Schulen durch den nicht regulär laufenden Betrieb besonderen Belastungen ausgesetzt seien, ist laut Thomas Haude einer von mehreren Gründen für die Absage der Börse.

Man sei auch schon, bevor feststand, dass die Zelte durch die Verschiebung des Campus Symposiums auf das kommende Jahr am 10. September nicht zur Verfügung stehen, zu der Überzeugung gelangt, dass eine Präsenzveranstaltung 2020 nicht stattfinden kann. „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Haude. „Das ist für alle, die die größte Ausbildungsbörse des Märkischen Kreises für die Berufsorientierung nutzen wollten und natürlich auch für alle Betriebe und Hochschulen eine große Enttäuschung.“ In Abstimmung mit den Schirmherren, dem Landrat des Märkischen Kreises und den Bürgermeistern der Städte Balve, Hemer, Menden und Iserlohn, habe man sich aber dennoch zum Verzicht entschlossen. „Das potenzielle Gesundheitsrisiko ist uns aufgrund der unklaren weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie einfach zu groß“, erklärt Haude. Zu der Veranstaltung würden über 3.000 Schülerinnen und Schüler erwartet, für die man Abstands- und Hygieneregeln nicht sicherstellen könne. Auch das Standpersonal der Aussteller wäre einem nach heutigen Kenntnisstand hohen Infektionsrisiko ausgesetzt.

Nur 72 Aussteller haben sich bislang angemeldet

„Wir sehen aber auch an der geringen Anzahl der bisher erfolgten Ausstelleranmeldungen eine deutliche Zurückhaltung der Unternehmen“, berichtet der Wirtschaftsförderer. So hätten sich bis zum Zeitpunkt des schon lange geplanten Anmeldeschlusses am 24. April weniger als 70 Unternehmen angemeldet gehabt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren 128 Aussteller dabei. Ob nun die Sorge um die Gesundheit der Mitarbeiter an den Ständen und/oder die wirtschaftlichen Aussichten – einige wollen beziehungsweise müssen wohl auch erst die weitere Entwicklung abwarten –, der Grund für die bis heute nur 72 Anmeldungen seien – klar sei, dass eine Messe mit der etwa halbierten Anzahl von Ausstellern dem Ausbildungsangebot der Region nicht gerecht werde und daher keine Alternative sei.

Nicht zuletzt hätte neben der Verantwortung für Besucher und Aussteller aber auch die Planungsunsicherheit eine große Rolle bei der Absage gespielt. Das Verbot für Großveranstaltungen gilt bis mindestens 31. August. „Keiner kann uns heute sagen, ob nicht eine Verlängerung dieser Maßnahme kurzfristig erfolgt. Dies hätte einen großen finanziellen Schaden für Veranstalter und Aussteller zur Folge. Wir können uns auch nicht vorstellen, dass man nach dem 31. August den Schalter einfach wieder umlegt und Großveranstaltungen durchführt“, sagt Haude.

Ausbildungsangebote sollen zentral veröffentlicht werden

Sollte sich die sich aus der Absage ergebene Chance, „das Konzept von ,Karriere im MK’ im Zuge der Digitalisierung neu zu denken“ und eben eine virtuelle Ausbildungsbörse zu veranstalten, aus irgendeinem Grund nun doch nicht realisieren lassen, werde für die bereits angemeldeten Aussteller aber „auf jeden Fall eine Möglichkeit zur zen­tralen Veröffentlichung ihres Ausbildungsangebots geschaffen“, macht Haude deutlich und denkt dabei beispielsweise an eine entsprechende Umgestaltung der Datenbank.

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