Verkehr

Von der Außenwelt abgeschnitten

Sandra und Christoph Köhling vor der „Holzliebe" in Kalthof

Sandra und Christoph Köhling vor der „Holzliebe" in Kalthof

Foto: Ralf Tiemann / IKZ

Kalthof.  Die Betreiber der „Holzliebe“ in Kalthof haben kein Verständnis für Vorgehen von Straßen.NRW.

Seit fast sieben Jahren betreiben Sandra und Christoph Köhling nun schon die „Holzliebe“ in Kalthof. „So ruhig wie jetzt war es bei uns aber noch nie“, sagt Sandra Köhling. Und das, obwohl für das Kunsthandwerk- und Deko-Geschäft jetzt vor Weihnachten eigentlich die Hauptumsatzzeit ist. Grund für die Ruhe ist, dass der alte Bauernhof, in dessen umgebauter Scheune sich das Verkaufsatelier befindet, seit zehn Tagen von der Umwelt abgeschnitten ist. „Normalerweise würden hier jetzt ununterbrochen Kunden vorfahren“, sagt Christoph Köhling, der auf dem Hof groß geworden ist und seit 30 Jahren mit seiner Frau dort wohnt, beim gestrigen Ortstermin. Nun ist die „Holzliebe“ aber wegen der Sanierung der B233 zwischen dem Gewerbegebiet Zollhaus und Kalthof für Pkw nicht erreichbar.

Seit zehn Tagen Warten auf „Anlieger frei“-Schilder

Obwohl: „Eigentlich hatte Straßen.NRW uns immer wieder bestätigt, dass unser Geschäft unter die ,Anlieger frei’-Regelung fällt. Es ist ja praktisch auch problemlos zu erreichen“, sagt Christoph Köhling. Eine entsprechende Beschilderung – obwohl schon vor zehn Tagen angemahnt – wurde bisher aber nicht angebracht. Im Gegenteil: Auch gestern noch war die Landstraße aus Iserlohn kommend ab Einfahrt Zollhaus voll gesperrt. Durchfahrt verboten, kein Hinweis auf „Anlieger frei“ bis „Holzliebe“. Und auch der Umweg über die Leckingser Straße endet an der Kreuzung in Kalthof. Die Durchfahrt zur „Holzliebe“ ist auch hier nicht gestattet.

Für das Betreiber-Ehepaar ist das eine Katastrophe, die nun noch durch die Aussicht verschlimmert wurde, dass genau am kommenden Wochenende, wenn sie zu dem ersten von zwei Weihnachts-Ausstellungen einladen, die Straße direkt vor der Haustür asphaltiert werden soll und ihr Geschäft dann nach erster Auskunft des Bauleiters überhaupt nicht mehr erreichbar sein wird. Schon jetzt verzeichnet das Paar heftige Einbußen, die der Ausfall der Weihnachtsausstellung noch deutlich verstärken würde.

„Was uns ärgert, ist, wie Straßen.NRW mit unserer Situation umgeht“, sagt Christoph Köhling. Und das habe schon mit dem Ausbleiben einer frühzeitigen Information zu der Vollsperrung angefangen. „Hätten wir das früher gewusst, hätten wir unsere Ausstellung verschoben, das wäre gar kein Problem gewesen.“ Jetzt sei der Termin aber raus. Plakate, Banner, 6000 Flyer, Werbung in einem Umkreis von 50 Kilometern – der lapidare Hinweis eines Straßen.NRW-Mitarbeiters, die Kunden doch anzurufen und den Termin kurzfristig zu verschieben, sei einfach ein schlechter Witz.

Ebenso wie der Umgang mit der Beschwerde zur fehlerhaften Beschilderung, die seit zehn Tagen jedes Durchkommen der Kunden unmöglich mache. Man werde von Ansprechpartner zu Ansprechpartner verwiesen, und niemand habe sich bisher darum gekümmert.

Eine Nachfrage unserer Zeitung gestern Nachmittag hat ergeben, dass die „Anlieger frei“-Beschilderung im Laufe dieser Woche noch angebracht werden soll, wie Straßen.NRW-Sprecher Walter Golombik sagt. Der Bauüberwacher räumt ein, dass der Informationsfluss im Vorfeld der Maßnahme nicht optimal gelaufen sei. Für die Anlieger-Information sei eigentlich die Baufirma zuständig. „Und wir hatten keinen Hinweis, dass es hier einen Betrieb mit solcher Kundenfrequenz gibt“, sagt er. Da habe es eine „Informationslücke“ gegeben.

Zusätzliche Ausstellung am ersten Adventswochenende

Die Situation am kommenden Wochenende bei der Asphaltierung sei kompliziert, weil dann immer nur eine Spur zur Verfügung stehe und auch der Busverkehr berücksichtigt werden müsse. Im Gespräch sei derzeit, den Verkehr für die Weihnachtsausstellung der „Holzliebe“ auch mit Winkposten zu regeln. „Wir bemühen uns und werden eine Lösung hinbekommen“, sagt Golombik.

Sandra und Christoph Köhling befürchten dennoch, dass das Wochenende wegen der Baustelle und dem bisherigen Ärger kaum Publikum anziehe. Es sei sogar vorgekommen, dass Kunden von der Polizei abkassiert wurden, obwohl Straßen.NRW erlaubt hatte, Kunden von der „Anlieger frei“-Regelung zu unterrichten. Daher haben sie sich schon jetzt dazu entschlossen, dass sie nach den ursprünglich geplanten Ausstellungswochenenden am 16./17. und 23./24. November am ersten Adventswochenende, 31. November/1. Dezember, zu einem dritten Markt einladen.

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