Vorfall

Mutmaßlicher Gefährder verbrüht Beamte mit heißem Wasser

Rettungshubschrauber brachten nach einer Attacke durch einen Gefangenen zwei Wärter am Donnerstag in eine Spezialklinik nach Bochum.

Foto: Michael May

Rettungshubschrauber brachten nach einer Attacke durch einen Gefangenen zwei Wärter am Donnerstag in eine Spezialklinik nach Bochum. Foto: Michael May

Drüpplingsen.   Zwei Justizvollzugsbeamte sollen nach ersten Angaben Verbrühungen erlitten haben. Das Motiv ist bislang unklar.

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Schwerer Vorfall in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Iserlohn am Donnerstag: Nach Angaben von JVA-Leiter Joachim Güttler hatte am Morgen ein Insasse zwei Beamte mit heißem Wasser übergossen, als diese ihn zum Transport zu seiner Verhandlung zum Landgericht Dortmund geleiten wollten. Die Männer erlitten schwere Verletzungen und wurden gegen 11.30 Uhr mit zwei Hubschraubern in eine Spezialklinik nach Bochum geflogen.

Laut Güttler sei der Angriff völlig unerwartet gekommen. Zwischen den JVA-Beamten und dem Gefangenen habe ein relatives Vertrauensverhältnis bestanden. Der Mann war innerhalb der JVA bislang nicht durch Gewaltbereitschaft aufgefallen.

Der Angreifer ist nach ersten Angaben deutscher Staatsbürger und zum Islam konvertiert. Er soll versucht haben, sich Waffen und Sprengstoff zu beschaffen, weshalb ihm die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen wird. Der mutmaßliche Gefährder sitzt seit Anfang vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.

Am heutigen Donnerstag beginnt der Prozess gegen ihn. Trotz des Vorfalls wurde er nach Dortmund zum Gericht gebracht.

Zum genauen Zustand der beiden Opfer ist bislang nichts bekannt. Der Mann hatte offenbar einen Tauchsieder genutzt, um Wasser für seinen Angriff zu erhitzen. In der JVA wurden nach dem Vorfall die Mitarbeiter in einer außerordentlichen Versammlung informiert. Joachim Güttler sprach unmittelbar nach der Tat von einer „schweren Erschütterung im Hause“.

Ob es Konsequenzen für den Umgang mit den Gefangenen oder eine Verschärfung von Sicherheitsvorkehrungen in der JVA nach dem Vorfall geben wird, ist möglich, aber eher unwahrscheinlich. Güttler: „Wir werden sicher darüber diskutieren, ich neige aber nicht zu Kollektivstrafen.“

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