Verbraucherschutz

Vorsicht vor Dumpingpreis-Betrügern

Anke Müller

Anke Müller

Foto: Tim Gelewski

Iserlohn.   Polizei und Verbraucherzentrale warnen vor unseriösen Dienstleistern.

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Sie klingeln an die Tür oder lassen Prospekte in Briefkästen einwerfen, bieten Dienstleistungen im Garten, am Haus oder Reinigung von Teppichen zu Dumping-Preisen an. Oft beziehen sie Postadressen nur zum Schein oder für kurze Zeit, um den Eindruck von Seriosität und lokaler Verwurzelung zu erwecken. Auch eine Leserin dieser Zeitung wurde kürzlich Opfer eines solchen Anbieters. Sie sollte für Steinreinigungsarbeiten eine überhöhte Rechnung bezahlen, möchte aber nicht namentlich erwähnt werden. Auf Nachfrage der Heimatzeitung warnen nun Verbraucherzentrale und Polizei und sagen, worauf man als Kunde achten sollte.

„Grundsätzlich sollte man sich immer die Angebote und (immer kostenlosen) Kostenvoranschläge mehrerer Dienstleister einholen und vergleichen“, sagt Verbraucherberaterin Anke Müller. „Und dann sollte sich bei der Auswahl nicht unter Druck setzen lassen, zum Beispiel durch zeitlich begrenzte Rabattaktionen.“

Kostenüberschreitungen nur begrenzt zulässig

Ein schriftlicher Kostenvoranschlag sei umso wichtiger, weil Dienstleister den genannten Betrag ohne Absprache nicht um mehr als 15 oder 20 Prozent überschreiten dürfen. „Ansonsten müssen sie dies vorab mitteilen“, so die Verbraucherschützerin.

Weitere Punkte die beim Finden seriöser Anbieter helfen können: Sich die Räume der Firma mal vor Ort anzuschauen. „Manche mieten ein Ladenlokal nur zum Schein, die sind dann nicht mal eingerichtet.“ Auch wenn sofortige Barzahlung verlangt werde und keine Rechnung, stattdessen nur eine Quittung angeboten würde, spreche dies eher für ein schwarzes Schaf, erklärt Anke Müller weiter.

Senioren, die besonders oft Opfer genannter Anbieter werden, empfiehlt Anke Müller auch, nie allein zu sein, wenn es um Preisverhandlungen und das Bezahlen geht. „Das kann schon sehr einschüchternd sein, wenn man allein zwei Männern gegenübersteht, die dann Geld fordern.“ Im Zweifelsfalle sollte man die Polizei rufen.

Bei der nämlich sind solche schwarzen Schafe im Dienstleistergewerbe einschlägig bekannt. Polizei-Sprecher Dietmar Boronowski berichtet von einer Häufung derartiger Fälle rund um Firmen, die wie Nomaden von Kreis zu Kreis ziehen.

Weil aber nicht alle Fälle gemeldet werden und die Täter wie eingangs erwähnt schnell weiterziehen, ist den Betrügern schwer beizukommen. „Wenn die Leute kommen, dann meist erst, wenn die Täter längst weg sind.“

„Seriöse Handwerker bitten nicht an Tür um Aufträge“

Grundsätzlich gibt Boronowski zu bedenken: „Seriöse Handwerker schellen nicht an der Tür, um nach Aufträgen zu fragen.“ Wer derartige Handlungsweisen beobachte oder selber erlebe, solle in jedem Fall die „110“ wählen. „Wir überprüfen dann die Personen und deren Absichten.“

Auch Boronowski empfiehlt den Vergleich mit anderen Anbietern. Preise, die zu schön sind um wahr zu sein, seien kein Zeichen von Seriosität. Ebenso wenig sind Prospekte, die verteilt werden, ein sicheres Indiz dafür.

Wenn nach Abschluss von Arbeiten überhöhte Forderungen gestellt werden, rät Boronowski im Zweifelsfall ebenfalls, die Polizei zu rufen. Oder es wenn nötig auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen. Wucher, Sittenwidrigkeit oder doch berechtigte Forderung – im Zweifelsfall sollte darüber ein Gericht entscheiden.

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