Landwirte

Wachsender Druck von Politik und Verbrauchern

Immer strengere Auflagen und sinkendes Vertrauen der Verbraucher machen auch den heimischen Landwirten zu schaffen. Ortsverbandsvorsitzender Ulrich Brinckmann (3. v. li.) setzt auf eine wirksame Imagekampagne.

Foto: Alexander Barth

Immer strengere Auflagen und sinkendes Vertrauen der Verbraucher machen auch den heimischen Landwirten zu schaffen. Ortsverbandsvorsitzender Ulrich Brinckmann (3. v. li.) setzt auf eine wirksame Imagekampagne. Foto: Alexander Barth

Sümmern.  Der Landwirtschaftliche Ortsverband hat auf seiner Winterversammlung über Probleme und Lösungen diskutiert.

Mit der öffentlichen Meinung über Landwirtschaft, insbesondere der Tierhaltung, steht es nicht zum Besten, aber für eine Imagekampagne ist kein Geld da. Mit diesem und anderen Problemen haben sich die heimischen Bauern bei ihrer Winterversammlung auf dem Hof Drepper befasst.

Dem Vorstand des Ortsverbandes um den ersten Vorsitzenden Ulrich Brinckmann sprachen die Landwirte erneut ihr Vertrauen aus, ebenso wurden Stellvertreter Helmut Mikus, Kassierer Heiner Becker-Horst und die Beisitzer Markus Horstmann, Manuel Herzig, Henning Jochheim und Gregor Schulte-Hemming im Amt bestätigt.

Ein Euro pro verkaufte Tonne Tierfutter: Diese Abgabe auf freiwilliger Basis soll in der Zukunft finanzielle Mittel für wirksame PR-Maßnahmen generieren. Seit der Auflösung der früheren Marketingagentur der deutschen Landwirte, CMA, fehlt ein Nachfolger. In Iserlohn könnte dann auf Bussen für die Arbeit der Bauern geworben werden. „Es reicht nicht mehr, nur zu erklären, was wir da machen. Wenn wir uns nicht verändern, werden wir das Vertrauen der Verbraucher nicht zurückgewinnen“, betonte Ludwig Krämer, der Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Bauern fürchten Nachteile durch Gesetzesänderungen

Vertreter des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland informierten über tiefgreifende Veränderung ab 2019: Nach einer Kartellbeschwerde dürfen die Förster dann voraussichtlich nicht mehr als direkte Ankäufer agieren. Weitere Gesetzesänderungen betreffen die Lagerung von Gülle und Jauche, wie Ludwig Krämer erläuterte. Durch strengere Auflagen kommen bundesweit höhere Kosten auf die Landwirte zu – so dürfen entsprechende Anlagen künftig nur noch von zertifizierten Fachbetrieben errichtet werden, außerdem muss vor der Inbetriebnahme ein Gutachten bezahlt werden, das die Sicherheit bestätigt.

Weiterhin betrachten die heimischen Bauern eine Novellierung der Düngeverordnung mit Sorge. Ulrich Brinkmann erklärt das Dilemma: „Wenn es so stark geregnet hat wie in diesem Jahr, können wir den Boden nur mit Treckern befahren, wenn es ein paar Tage am Stück gefroren hat. Wegen der Befürchtung, dass beim Tauen zu viel Dünger in die Gewässer gespült wird, dürfen wird das aber nicht mehr, und von November bis Januar sowieso nicht.“

Iserlohner Bauern mache auch der Landverlust zu schaffen, sagte der Vorsitzende. Für die Ausweitung von Wohn- und Gewerbegebieten werde primär in der Peripherie nach Flächen gesucht, was oft zu Lasten der Landwirte gehe. In Sümmern und Kalthof sei inzwischen die Grenze erreicht, betonte Brinckmann. Freuen dürfen sich die Bauern auf den traditionellen „Schnadegang“, der bereits in Planung ist und Ende Mai in und um Kalthof stattfinden soll.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik