Landtagswahl

Wahl von 2012 auf den Kopf gestellt

Beim kurzen Gespräch mit dem unterlegenen Michael Scheffler (re.) verzichtet Thorsten Schick (li.) auf das Siegerlächeln. Dazwischen Schicks Lebensgefährtin Nicola Nähle und CDU-Fraktionschef Fabian Tigges.

Foto: Michael May

Beim kurzen Gespräch mit dem unterlegenen Michael Scheffler (re.) verzichtet Thorsten Schick (li.) auf das Siegerlächeln. Dazwischen Schicks Lebensgefährtin Nicola Nähle und CDU-Fraktionschef Fabian Tigges. Foto: Michael May

Iserlohn.   CDU-Direktkandidat Thorsten Schick verbucht über zwei Drittel der Iserlohner Wahlbezirke für sich. Die AfD punktet besonders hoch in Bezirken mit niedriger Wahlbeteiligung.

Die Wahlvorstände in Iserlohn waren am Sonntagabend flott beim Zählen. Schon kurz nach 19 Uhr durfte sich Thorsten Schick (CDU) seiner Sache als Direktkandidat recht sicher sein, so schnell liefen die Ergebnisse aus den Stimmbezirken im Rathaus ein. Doch irgendwie steckte in Dröschede scheinbar der Wurm drin, denn bis weit nach 21 Uhr gab es aus diesem letzten Wahllokal online keine Zahlen. Aber in Wahrheit gab es keinen Grund, auf die Dröscheder zu schimpfen. Der Wahlvorstand hatte auch dort alles im Griff, nach der Auszählung die übliche Schnellmeldung per Telefon ans Rathaus gegeben – doch das Ergebnis war dort nicht sofort gespeichert worden.

Ende gut, alles gut, durfte sich der CDU-Mann Thorsten Schick denken. Dagegen war sein Kontrahent im Wahlkreis 121, Michael Scheffler, erst mal bedient, als sich die Wahlschlappe der SPD abzeichnete. Der strahlende Wahlsieger von 2012 hatte diesmal nur in 26 von 85 Iserlohner Stimmbezirken die Nase vorn. Alle anderen Bezirke gingen an Thorsten Schick.

Hochburgen der Kandidaten und der Parteien

Hochburgen für den Christdemokraten waren die Wahllokale in Standesamt und Gasthof Gerlach, wo Schick über 50 Prozent verbuchte. In zwei Bezirken der Carl-Sonnenschein-Schule (Sümmern) lag Schick nur knapp darunter. Scheffler punktete als „Platzhirsch“ dagegen kräftiger in den Wahllokalen der Grundschule Bartholomäus (Oestrich), im katholischen Pfarrheim Herz Jesu (Grüne) und im früheren Haus Pax, wo er zwischen 42 und 44 Prozent der Erststimmen erreichte.

Bei den Zweitstimmen für die Parteien hatte die SPD hier ebenfalls ihre Bestergebnisse. Ähnliches Bild bei der CDU: In Schicks Hochburgen fuhr auch die CDU ihre besten Zahlen ein.

Die Grünen verzeichneten im Wahllokal der Grundschule Bömberg mit knapp 13,3 Prozent ihren Bestwert. In allen anderen Bezirken waren sie weit von zweistelligen Ergebnissen entfernt.

FDP im Aufschwung, AfD teils über 20 Prozent

Die FDP hingegen verbuchte bei Wahllokalen in Hennen und Kalthof zweimal über 16 Prozent, in der Innenstadt mehrfach über 15 Prozent. Extreme Unterschiede wie bei den Grünen ergaben sich für die Linken. In einem Wahllokal der Grundschule Lichte Kammer (Iserlohnerheide) lagen sie über 13 Prozent, an der Burgschule und im Friederike-Fliedner-Berufskolleg über zehn Prozent, ansonsten deutlich darunter.

Derweil landete die AfD in den Wahllokalen der Jugendverkehrsschule (Schlesische Straße), im Heilpädagogischen Zentrum der AWO und in einem Bezirk der Grundschule Lichte Kammer satte Ergebnisse von über 20 Prozent. In der Regel punktete die AfD dabei in den Bezirken mit allgemein niedriger Wahlbeteiligung besonders stark.

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