Soziales

Warme Füße für 18 Kinder

Frank Pfeifer (3. v. li.), Bezirksdirektor der Signal-Iduna-Agentur, hatte bei seinem Besuch im „Flaschenkinder“-Haus einen Spendenscheck über 1250 Euro im Gepäck.

Frank Pfeifer (3. v. li.), Bezirksdirektor der Signal-Iduna-Agentur, hatte bei seinem Besuch im „Flaschenkinder“-Haus einen Spendenscheck über 1250 Euro im Gepäck.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Signal Iduna unterstützt die „Flaschenkinder“-Aktion.

Fast 40 Kinder, deren Eltern alkoholkrank sind, werden derzeit vom Verein „Flaschenkinder“ betreut. Knapp die Hälfte von ihnen stammt aus Familien, die keine bis wenig finanzielle Unterstützung erfahren. „Flaschenkinder“-Vorsitzende Kathrin Thielmann-Lange blickt ein paar Jahre zurück: „Die Kinder dürfen sich zu Weihnachten etwas für 50 Euro wünschen. Als ein Junge ,Ich brauche nur heile Schuhe für die Schule’ auf den Wunschzettel geschrieben hatte, ist mir das durch und durch gegangen.“

Aus diesem Grunde wurde vor etwa sechs Jahren die Aktion „Warme Füße“ ins Leben gerufen. Das „Flaschenkinder“-Team sammelt Spenden und macht die Kinder „winterfit“, wie Kathrin Thielmann-Lange es formuliert. Will heißen: Sie und Mitstreiter gehen mit ihren Schützlingen Jacken, Schuhe, Schals und dergleichen einkaufen. „Die Kinder bekommen unglaublich viele gebrauchte Sachen“, weiß die Vorsitzende. Mal seien es Kleiderspenden von den „Flaschenkindern“ oder anderen sozialen Einrichtungen, dann gibt es die Shirts und Hosen, aus denen die älteren Geschwister herausgewachsen sind. „Wenn sie einmal im Jahr neue Sachen bekommen, vermitteln wir damit auch Werte“, sagt Kathrin Thielmann-Lange.

Beim 50-jährigen Bestehen Spenden gesammelt

Unterstützung für die „Warmen Füße“ gab es jetzt von Frank Pfeiffer. Er ist Bezirksdirektor der Signal-Iduna-Agentur, die im August ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert hat. „Wir haben auf Geschenke verzichtet, weil ich von Martin Radojcic, dem ehemaligen Bürgermeisterkandidaten, den Tipp bekommen habe, dass die ,Flaschenkinder’ das Geld gut gebrauchen können“, erklärt er. Und er kennt die Situation, wenn ein Kind im Winter nicht ausreichend warm gekleidet ist: „Wir hatten so einen Fall in der Grundschule, da habe ich spontan eingekauft und meine Sekretärin das Ganze bei dem Mädchen vorbeibringen lassen.“ Für die „Flaschenkinder“ hatte er einen Scheck über 1250 Euro dabei, eine weitere Spende geht an die Kinderkrebsstation in Dortmund.

Trotz der enormen Freude über die Unterstützung benötigt der Verein weitere Spenden. „Unser Schwerpunkt verlagert sich gerade ein wenig, wir kümmern uns immer mehr um Bildung, Nachhilfe beispielsweise und Reittherapie. Erfreulich ist, dass wir immer enger mit den Schulen zusammenarbeiten“, sagt Kathrin Thielmann-Lange. Sie weiß: „Wenn zum Beispiel im Winter ein Kind ohne warme Jacke in die Schule kommt, sprechen die Lehrer nicht mit den Eltern, weil sie Angst vor Alkoholikern haben.“

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