Sommerferien

Warum Bea die Ferien am Fließband verbringt

Clara (v. li.), Anna, Justus, Pascal und Bastian ist die Ferienstimmung schon anzumerken. Für die sechs Wochen ohne Unterricht haben sie unterschiedliche Pläne – am Handy kleben gehört nicht dazu.

Foto: Alexander Barth

Clara (v. li.), Anna, Justus, Pascal und Bastian ist die Ferienstimmung schon anzumerken. Für die sechs Wochen ohne Unterricht haben sie unterschiedliche Pläne – am Handy kleben gehört nicht dazu. Foto: Alexander Barth

Iserlohn.  Oberstufenschüler vom MGI berichten von ihren kleinen und großen Vorhaben für die sechswöchige Unterrichtspause.

Für viele Schüler beginnt heute die schönste Zeit des Jahres: Sechs Wochen lang kein Unterricht. Wir haben auf dem Sportfest des MGI vorbeigeschaut, um die vorfreudigen Jugendlichen noch kurz vor Ferienbeginn befragen zu können – was machen die jungen Leute von heute aus der Sommerpause?

Einen Teil davon nutzen die meisten Familien, dies scheint als Tradition ungebrochen, für einen gemeinsamen Urlaub. Typischerweise zwei bis drei Wochen, oftmals ins europäische Ausland. Aber auch die deutsche Nordseeküste hat ihren Reiz nicht verloren, genau so wenig wie die Berge. Weiter als die 18-jährige Johanna führt es wohl die Wenigsten von zu Hause fort: „Wir sind drei Wochen in den USA unterwegs“, berichtet sie mit leuchtenden Augen. Andere, wie Julian, müssen in diesem Jahr auf Auslandserfahrungen verzichten. Fremdsprachen beschäftigen ihn trotzdem, denn er muss Spanisch pauken: „Ende August steht bei mir noch eine Nachprüfung an. Alle drei Tage habe ich dazu eine Stunde Nachhilfe“, seufzt der 17-Jährige.

Ein paar Wochen ohne Internet sind zu schaffen

Wer wegfährt, muss zumindest streckenweise ohne Internetzugang auskommen. Wie erträgt die „always online“-Generation das? „Eine Internet-Flatrate für mein Handy habe ich nicht“, bedauert Anna, 16 Jahre, fügt aber hinzu: „In der Ferienwohnung gibt es Internet über WLAN“ – die Rettung, um wenigstens morgens und abends mit Freunden zu schreiben und nachzusehen, was in den sozialen Medien abgeht. Wie Onlinejunkies wirken die Jugendlichen aber nicht: „Klar, mein Handy habe ich dabei, aber Internet werde ich im Urlaub nicht haben“, erklärt der 16-jährige Pascal gleichmütig. Dem pflichtet der gleichaltrige Bastian bei: „Wenn wir verreisen, nutze ich das Handy weniger.“ Auch andere in der Runde nicken.

Fernseh-Serien werdenauf Reisen nicht vermisst

Dank Angeboten wie „Netflix“ kann man die Lieblingsserie inzwischen auch in der Karibik verfolgen – auf Wunsch sogar auf Deutsch, und das ohne Satellitenschüssel. Daran besteht bei den Oberstufenschülern allerdings kaum Interesse: „Ich gucke nicht viel Fernsehen, vielleicht einmal die Woche“, winkt Bastian ab. „Ab und zu mal“, sagen Julian und Pascal ohne sichtbare Begeisterung. „Youtube“ ist da schon interessanter, für ein paar Wochen könne man aber auch darauf locker verzichten: „Das ist mir nicht so wichtig“, meint Johanna.

Jobben, um sich Wünsche wie den Führerschein zu erfüllen, ist für die meisten kein Thema. „Den bekomme ich geschenkt. Ein Auto ist nicht dabei, aber ich kann ja erstmal mit dem von meiner Mutter fahren“, erklärt der 17-jährige Eric. Ganz anders sieht es bei seiner Altersgenossin Bea aus: Um Ende August zur Kickboxen-WM in Irland fahren zu können, für die sie sich qualifiziert hat, schuftet sie in einer Autofabrik. „Ich brauche über 1000 Euro. Ob ich das rechtzeitig schaffe, weiß ich nicht“, bangt die sportliche Schülerin um ihren Traum. Beim Gespräch über mögliche Sponsoren lebt sie jedoch auf: „Wenn jemand den Artikel liest und bereit wäre, mich zu unterstützen – dafür wäre ich unendlich dankbar.“ Vielleicht melden sich Interessenten bei der Redaktion. Nicht alle mögen so ambitioniert sein wie Bea, aber die Ferien verdient haben sich alle.

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