Stadtmuseum

Was ist denn da Blutiges in der City passiert?

Tödliche Schüsse hat es an der Von-Scheibler-Straße gegeben – und zwar vor fast 170 Jahren. Im Stadtmuseum ist ab 31. März mehr darüber zu erfahren.

Foto: Michael May

Tödliche Schüsse hat es an der Von-Scheibler-Straße gegeben – und zwar vor fast 170 Jahren. Im Stadtmuseum ist ab 31. März mehr darüber zu erfahren. Foto: Michael May

Iserlohn.   Mit einer außergewöhnlichen Aktion macht das Stadtmuseum Werbung für den Besuch des frisch renovierten Domizils am Fritz-Kühn-Platz.

Die Fragezeichen im Kopf sind an den Gesichtsausdrücken der Passanten deutlich abzulesen. Ins Auge gefallen ist ihnen gestern die Polizeiabsperrung an der Reformierten Kirche, die großen Blutflecken und das kleine Schild mit der Aufschrift „Tödliche Schüsse“. Was war gestern passiert an der Von-Scheibler-Straße?

Aktion erzielte genau die erwünschte Wirkung

Gestern eigentlich nichts, außer dass Museumsleiter Gerd Schäfer gemeinsam mit den Iserlohner Kommunikations-Designern Stefan Klein und Olaf Neumann mit einer recht ungewöhnlichen dafür aber große Aufmerksamkeit erzeugenden Aktion auf die Wiedereröffnung des Stadtmuseums am Freitag, 31. März, hinweisen. „Nach fast einem Jahr umfangreicher Renovierungsarbeiten, in denen das Museum geschlossen war, suchten wir nach einer neuen Möglichkeit, die Menschen wieder an uns zu erinnern“, erklärt Schäfer. Die Idee von Klein und Neumann traf dabei voll den Nerv des Museumsleiters und – wie gestern zu erleben – erzielte sie genau die erwünschte Reaktion.

„Ist das echt?“, fragt ein junger Mann, der erst einmal aus der Entfernung die Lage checkt, denn das auf der Boden verspritzte Theaterblut sieht wirklich täuschend echt aus. Eine Mutter zieht ihr Kind zur Seite, damit sie den Tatort nicht allzu genau sehen kann, und andere schütteln nur den Kopf, ob so großer Grausamkeit mitten in der Stadt. Hätten sie doch genauer auf das kleine Schild geschaut, denn darauf gibt’s die Erklärung, dass es mehr über den Mord ab 31. März im wiedereröffneten Stadtmuseum am Fritz-Kühn-Platz zu erfahren gibt.

Hochrangiger Militär wurde an dieser Stelle erschossen

Denn die tödlichen Schüsse liegen schon fast 170 Jahre zurück. Im Jahr 1849 nämlich, so erklärt Gerd Schäfer, wurde während der Revolution ein hochrangiger Militär an genau dieser Stelle von seinem Pferd geschossen. Und wer die ganze Geschichte erfahren will, der ist im Stadtmuseum am Ende März an genau der richtigen Adresse.

Übrigens: Bereits am Abend vor der offiziellen Wiedereröffnung wird am Donnerstag, 30. März, um 19 Uhr eine Ausstellung „Meisterwerke mittelalterlicher Buchmalerei“ eröffnet und bietet den Besuchern die Gelegenheit, tief in das Mittelalter eintauchen zu können. Siegfried Loob, der seine Jugend in Iserlohn verbrachte, stellt dem Stadt­­­museum kostbare Faksimiles von Meister­werk­en der Buchmalerei, die er in Jahr­zehnten gesammelt hat, dauerhaft zur Verfügung. Die Handschriften aus dem Mittelalter belegen, dass diese „finstere Epoche“ auch eine märchenhaft schöne Seite hatte: die Buchkunst. Gezeigt werden in der Ausstellung 27 Faksimiles, deren Originale in vielen Ländern der Welt unter höchsten konservatorischen Sicherheitsmaßnahmen aufbewahrt werden und die zum Weltkulturerbe gehören. So die nationalen Heiligtümer der Briten und Iren, das Book of Lindisfarne und das Book of Kells, die sich in London und Dublin befinden.

Zur Eröffnung hält der Leihgeber die Einführungsrede. Die Begrüßung erfolgt durch Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens.

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