Stadtentwicklung

Was wird aus der Christophery-Fabrik?

Im April 2018, zu Beginn der Altlastenuntersuchung, ergab sich die Möglichkeit einen Blick ins Innere des erhaltenswerten Gebäudeteils

Im April 2018, zu Beginn der Altlastenuntersuchung, ergab sich die Möglichkeit einen Blick ins Innere des erhaltenswerten Gebäudeteils

Foto: Michael May

Iserlohn.   Nach der Altlastenuntersuchung bangt die Stadt um das bauhistorisch bedeutsame Gebäude.

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Die Altlastenuntersuchung der Fabrik Christophery an der Oberen Mühle ist abgeschlossen. Das Ergebnis: Der Untergrund weist eine erhebliche Belastung durch Lösemittel auf, die krebserregend sein können. Eine erste Einschätzung des Gutachters empfiehlt, für die Sanierung des Untergrundes das Gebäude teilweise abzureißen.

„Das ist aber eben nur ein erster und vorläufiger Entwurf des Gutachters“, erklärt Baurat Thorsten Grote auf Anfrage unserer Zeitung. Eine endgültige Einschätzung, was die Belastung letztendlich bedeutet und ob sie wirklich einen Teil- oder Komplettabriss nach sich zieht, könne er derzeit noch nicht geben.

Es sei aber normal, dass ein Gutachter zunächst einen Abriss empfiehlt, da es sich dabei um den am wenigsten aufwendigen und damit auch kostengünstigsten Weg zur Altlastensanierung handele. Die Stadt habe aber konkrete Pläne mit dem Gebäude und wolle es nach Möglichkeit auch erhalten. Daher folgen nun noch Gespräche mit dem Gutachter, in denen die Pläne für eine zukünftige Nutzung berücksichtigt werden. „Wir haben durchaus die Hoffnung, dass sich noch alternative Wege für die Sanierung ergeben“, so Grote.

Die Pläne der Stadt sehen vor, im Obergeschoss hochwertiges Wohnen mit Dachterrassen anzubieten und darunter mit wohnfreundlichen Nutzungen zu ergänzen – etwa Büros, Ateliers oder Lagerräume für den städtischen Kunstbestand.

Welch große Rolle das Gebäude spielt, zeigt auch, dass es immer dann ins Spiel gebracht wird, wenn es um die Suche nach geeigneten Räumen für Kultureinrichtungen von einem Brauereimuseum bis zur Bücherei geht. An Ideen, das Gebäude zu füllen, mangele es in der Tat nicht, bestätigt auch Baurat Thorsten Grote.

Dem im Wege steht nun die Altlastensanierung, die über den Altlastenaufbereitungsverband zu 80 Prozent vom Land getragen wird. Problematisch sind vor allem zwei Punkte.

Hydraulik-Aufzug und Entfettungsbecken

Zum einen wurde der Untergrund im Innenhof durch ausgetretene Hydraulikflüssigkeiten eines nachträglich eingebauten Aufzuges verschmutzt. Hier ist zu vermuten, dass der frei zugängliche Untergrund relativ problemlos abgetragen werden könnte. Zum anderen standen im Erdgeschoss des Gebäudeteils direkt an der Oberen Mühle Entfettungsbecken, die ebenfalls für eine erhebliche Verunreinigung des Erdreichs gesorgt haben. Ob hier eine Sanierung im Bestand möglich ist, bleibt fraglich.

Am Ende werden wirtschaftliche Erwägungen den Ausschlag geben, welche Kosten bei einer aufwendigen Sanierung im Bestand entstehen und ob es andere Sanierungsoptionen gibt. Es gibt die Hoffnung, dass das Gebäude erhalten werden kann. Aber auch der Abriss bleibt eine mögliche Option.

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