Abi-Stürme

Wasserpistolen waren Pflicht

In der Sporthalle feierte die Abiturientia des Märkisches Gymnasiums die Reifeprüfung und lud ihre Lehrer zu nicht nur einem Spielchen ein.

In der Sporthalle feierte die Abiturientia des Märkisches Gymnasiums die Reifeprüfung und lud ihre Lehrer zu nicht nur einem Spielchen ein.

Foto: IKZ

Iserlohn.  Um 7.30 Uhr starteten am Freitagmorgen die 50 Wirtschaftsgymnasiasten von der Hansaallee als Erste den stadtweiten Party-Marathon der Abi-Stürme. Kurz darauf folgte die 107-köpfige Abiturientia des Märkischen Gymnasiums, und um kurz nach elf Uhr durften dann auch die 140 Stenner-Gymnasiasten den Unterricht stürmen.

„Es geht heute einfach darum, noch einmal zusammen richtig Spaß zu haben und einen gebührenden Abschluss zu feiern“, kommentierte der Absolvent und Mitorganisator des Abi-Sturms am Berufskolleg an der Hansaallee, Michael Hines, die ausgelassene Stimmung. Wobei „heute“ nicht ganz der Wahrheit entsprach, denn bereits am Vorabend hatte sich ein Großteil der Stufe zusammengefunden und gemeinsam die Nacht durchgefeiert.

„Abi Vegas“-Spieltisch in der Sporthalle aufgebaut

Einen nicht ganz so euphorischen Eindruck machten indes die restlichen Schüler, die wie jedes Jahr aufs Neue Probleme hatten, die Schule trockenen Fußes zu betreten. Denn die Absolventen hatten nicht an Frischhaltefolie und Absperrbändern gespart, um den Zugang ins Innere des Berufskollegs zu erschweren und die Mitschüler beim Überwinden der Blockaden mit Wasserbomben und Spritzpistolen zu begrüßen. Über die unfreiwillige Morgendusche tröstete jedoch die Gewissheit hinweg, gegen halb zehn von den Abiturienten aus dem Unterricht befreit zu werden. „Mal sehen, ob sich alle dran halten – der Schulleiter geht zumindest von halb zehn aus“, fügte Hines mit einem vielsagenden Grinsen hinzu. Später mussten sich die Lehrer dann im sportlichen Wettkampf gegen ihre Schützlinge beweisen, wobei traditionelle Wettbewerbe wie Sackhüpfen ebenso auf dem Plan standen, wie die Frage, ob mehr Schüler oder Lehrkräfte in einen PKW passen.

„Um jeden Punkt gepokert“, so verriet es der Untertitel auf ihren Shirts, haben indes die Abiturienten des Märkischen Gymnasiums. „Wir spielen alle gerne Poker, auch einige der Mädchen“, erklärte „Abi-Sturm“-Moderator Louis Herzer das Motto „Welcome to fabulous Abi Vegas“. Bevor Schul- und Stufenleitung und einige der Fachlehrer am deswegen eigens aufgebauten großen Spielbanktisch in der Sporthalle Platz nehmen durften, hatten die scheidenden Gymnasiasten die Schulbusse mit Wasserpistolen gestürmt. Die Wege zur Schule und den Schulhof hatten die Abiturienten, die sich auch schon am Vorabend für die Vorbereitungen und natürlich zum Feiern getroffen hatten, mit reichlich Absperrband „verziert“. In der Sporthalle übten sie sich dann zu lauter Party-Musik und zur Freude der jüngeren Schüler auf der Tribüne im reichlichen „Kamelle“-Werfen, bevor die Lehrer unter anderem bei einer Kissenschlacht auf dem Schwebebalken oder auch im Schubkarrenrennen gegeneinander antraten. Am Ende gewannen aber schließlich fairerweise alle, so dass dem gemeinsamen gemütlichen Ausklang am Grill mittags nichts im Wege stand.

Auch am Gymnasium An der Stenner gab es das traditionelle „Lehrer-Grillen“ mit der Abiturientia, das allerdings erst am Abend, denn zunächst einmal mussten sich die meisten umziehen nach der gewaltigen Wasserschlacht. Während die Lehrer das von den Schülern vorbereitete Frühstück genossen, drängten sich die aus dem Unterricht befreiten Schülermassen in der Pausenhalle, die seit dem frühen Morgen mit Zeitungspapier verschönert worden waren. Zusätzlich versperrten 2000 Luftballons einen Ausgang, so dass sich immer mehr Schüler durch die Mensa nach draußen aufmachten, um der noch ausstehenden Abkühlung aus den zahllosen Wasserpistolen der Abiturienten zu entgehen. „Der Überraschungseffekt ist leider weg“, bedauerte Till Linke, dass die Aktion angekündigt werden musste. Aufgrund der Fluchtbewegung gab es dann auch nur zwei statt der angedachten vier Spiele mit den Lehrern, nämlich ein Bobby-Car-Rennen und „Apfeltauchen“, bevor auf dem Schulhof vor allem die jüngsten Schüler mächtig Spaß am Wasser hatten, das von den Feuertreppen aus auf sie hinunter geschüttet und geschossen wurde. In Anlehnung an die Filmfirma Universal lautete das Motto am Stenner „Abiversal - zwölf Jahre im falschem Film“, und das sei auch schon während der perfekt gelaufenen Motto-Woche umgesetzt worden.

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