Kirche

Weichenstellungen für den Kirchenkreis

Der Kreissynodalvorstand mit Birgit Winks-Schwarze, Leo Belter, Synodalassessor Pfarrer Thomas von Pavel und Superintendentin Martina Espelöer verfolgte den Bericht von Eliki Bonanga von der kongolesischen Jünger-Kirche.

Foto: Cornelia Merkel

Der Kreissynodalvorstand mit Birgit Winks-Schwarze, Leo Belter, Synodalassessor Pfarrer Thomas von Pavel und Superintendentin Martina Espelöer verfolgte den Bericht von Eliki Bonanga von der kongolesischen Jünger-Kirche.

Iserlohn.   Superintendentin Martina Espelöer erhält die 90-prozentige Zustimmung auf der Kreissynode und ist bis 2020 wiedergewählt.

„Für mich ist es schön, dass ich mit 90-prozentiger Zustimmung den Rückhalt der Synode erfahren habe“, kommentierte Martina Espelöer ihre Wiederwahl. „Auf der Synode wurden wichtige Weichen gestellt.“ Sie erhielt 86 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen. Espelöer dankte den Teilnehmern für ihr Vertrauen. In ihrem Bericht standen die synodalen Dienste im Mittelpunkt, insbesondere die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das Reformationsjubiläum bot viele Anlässe der Begegnung auch mit jungen Menschen, beispielsweise das Konfi-Camp. Erstmals waren zwei Jugendliche bei der Synode vertreten.

„Die Nachfrage nach qualifizierter Seelsorge in den Kirchengemeinden ist gestiegen und hat in den Gemeinden einen hohen Stellenwert“, berichtete Espelöer.

Das Jugendreferat und Prädikanten unterstützen

„Es wird schwerer, die Lücken durch abgebaute Pfarrstellen zu schließen“, sagte Espelöer. Eine Vertretungskonzeption sieht die Einbindung unterschiedlicher Gruppen vor: mit dem Jugendreferat, Pfarrern im aktiven und passiven Dienst sowie Prädikanten. „Die machen auch unseren Reichtum aus.“

Das Frauenreferat verändert sich dahingehend, dass es Perspektiven von Männern und Frauen einbezieht. Das führt zu anderen Gemeindeformen, zu Kirche auf Zeit, die denjenigen, die wenig oder gar nicht mehr sozialisiert sind, neue Angebote macht.

Die Finanzen waren ein wichtiges Thema. Martina Espelöer: „Es geht darum, Ressourcen zu bewirtschaften, Kitas und Haushalte zu konsolidieren. Pfarrer sollen freier von administrativer Tätigkeit werden, um der Verkündigung stärker nachzugehen.“ Die Synode nahm den Bericht zur angespannten Situation in den Kindertageseinrichtungen zur Kenntnis. Wie berichtet, befindet sich der Trägerverbundmit seinen 21 Kindertageseinrichtungen in einem umfassenden Konsolidierungsprozess. Die Trägeranteile werden derzeit für die Kirchengemeinden mit den Kommunen neu verhandelt mit dem Ziel, deren freiwillige Leistungen zu erhöhen oder den Trägeranteil zu übernehmen. Die Einrichtungen an der Hindenburgstraße und Prinzenstraße werden zum Kindergartenjahr 2019/20 an das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn abgegeben. Nach einer Konsolidierungsphase plane der Kirchenkreis im kommenden Kindergartenjahr wieder einen Gewinn zu erwirtschaften, sagte Verwaltungsleiter Bernd Göbert.

Die Kreissynode stellte auf Antrag der Kirchengemeinden Christus Iserlohn, Oestrich, Letmathe und Ergste wichtige finanzpolitische Weichen. Angesichts der drohenden Finanznot der Gemeinden aufgrund der Kirchensteuerprognosen müsse die Schwerpunktsetzung der Mittelverwendung hinterfragt werden, ohne die wesentlichen christlichen Aufgabenfelder aufzugeben. „Es geht nicht darum Euros, zu zählen, sondern das System solidarisch und konstruktiv zu diskutieren“, fasste Martina Espelöer zusammen. Die Diskussion solle nicht auf Ebene der Kirchenkreise begrenzt werden, sondern soll in die Landeskirche getragen werden. Die Landeskirche möge die Struktur der Kirchensteuerverteilung überdenken. „Das war die wichtigste Synoden-Entscheidung seit 15 Jahren“, freute sich Pfarrer Burckhardt Hölscher als einer der Antragsteller, die sich wirklichkeitsnahe Kirchensteuerprognosen und realistische Kapitalausstattungen der Versorgungskasse wünschen.

Wegen Kirchensteuermehreinnahmen im vergangenen Jahr beschloss die Synode, rund 862 000 Euro unter den 25 Kirchengemeinden mit 96 000 Gemeindemitgliedern auszuschütten: zur Stärkung der zukünftigen Substanz.

Des Weiteren soll die Einrichtung eines „Pfarrhausfonds“ und eines gemeinsamen Immobilienmanagements geprüft werden. Damit werde sich die nächste Synode im Herbst erneut beschäftigen.

Zum zurückliegenden Reformationsjubiläum stellten Pfarrerin Ruth Hansen, Pfarrer Frank Fiedler und Pfarrer Karl Heinz Struwe die Höhepunkte aus den Kirchengemeinden vor. Die Synodalen erhielten eine Dokumentation mit Texten und Fotos und ein Beiheft mit den Predigten in den Kirchengemeinden. Die Auswirkungen des Reformationsjubiläum auf die Ökumene in den katholischen Bistümern in NRW und der evangelischen Landeskirche von Westfalen sowie in Lippe, die veröffentlicht wurden, sollen aufgenommen und in die eigene Arbeit einfließen.

Auch die weltweite Ökumene war Thema: Pfarrer Eliki Bonanga, Präsident der Jünger-Kirche im Kongo, freute sich trotz Problemen bei der Visa-Vergabe, doch noch seinen Besuch im Kirchenkreis machen zu können. Der Geistliche ist auf Einladung des Partnerschaftsausschusses bis zum 26. Juni im Kirchenkreis zu Gast. Der Kirchenkreis pflegt seit mehr als 30 Jahren eine Partnerschaft mit den kongolesischen Kirchenkreisen Boende und Lofoy.

Die Landeskirche und der Kirchenkreis beteiligen sich

Die Synode befürwortete die Entsendung eines ökumenischen Mitarbeiters aus dem Kongo in den Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn im Rahmen des Süd-Nord-Personalaustausches der vereinten Evangelischen Mission. Die internationale Missionsgemeinschaft von 36 protestantischen Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland arbeitet an der Verbesserung der schulischen, sozialen und medizinischen Lebensbedingungen. „Das Austauschprogramm seit den 80er Jahren läuft gut“, berichtete Espelöer. Die Landeskirche und der Kirchenkreis beteiligen sich seit Jahren an dem Austauschprogramm.

Die Synode übergab Eliki Bonanga 1000 Euro, eine Spende und das Geld aus der Kollekte des Gottesdienstes, zur Stärkung der gesundheitlichen Situation des von Ebola heimgesuchten Kongo. Er lud Superintendentin Espelöer für einen Gegenbesuch nach Boende und Lofoy in den Kongo ein.

Martina Espelöer gab abschließend einen Ausblick auf den Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund: Der strahlt bis in unseren Kirchenkreis. Der Kirchenkreis sei aufgerufen, den Teilnehmern Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

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