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Weiterhin hoher Gesprächsbedarf am Nußberg

47 Teilnehmer kamen zur Stadtteilkonferenz in das Gemeindehaus der Johanneskirche am Nussberg.

Foto: Oliver Bergmann

47 Teilnehmer kamen zur Stadtteilkonferenz in das Gemeindehaus der Johanneskirche am Nussberg. Foto: Oliver Bergmann

Nußberg.   Anwohner und Politiker kamen wieder zur Stadtteilkonferenz im Gemeindehaus zusammen.

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Die Zukunft als Schulstandort, die Verkehrssituation auf der Nußbergstraße, die Bebauung des Ortlohnparks und die Deponie Liebigstraße – das sind bereits vier große Themen, mit denen sich die Teilnehmer der Stadtteilkonferenz Nußberg auf ihrer jüngsten Sitzung beschäftigte, doch die Tagesordnung war noch länger. Auch die Zukunft der Sparkassenfiliale am Berliner Platz, das Thema Integration und die Situation der Jugendlichen im Stadtteil gehörten im Gemeindehaus der Johanneskirche zu den Schwerpunkten.

Die von Fabienne Fröhlich moderierte Konferenz half dabei, viele Fragen zu klären, aber einige Sorgen bleiben. Zum Beispiel die Zukunft des Ortlohnparks. Das mehr als zehn Millionen Euro teure Seniorenwohnheim befindet sich im Bau, aber der Schuh drückt noch an anderen Stellen: Was mit der alten Kapelle und dem Teehaus passiert, ist weiterhin unklar. Antworten erhofften sich die von Pfarrer Tom Mindemann, doch auch er musste passen. „Ich telefoniere regelmäßig mit der Landeskirche in Bielefeld, aber dort scheint es keine Pläne für die Zukunft zu geben.“ Die Position der Nußberger ist klar: Beide Gebäude sollen erhalten bleiben. Auf der Liste der Iserlohner Denkmäler tauchen sie nicht auf. Im Laufe der Diskussion meldete sich Klaus Stinn zu Wort. „Wir müssten die Stadt darum bitten, Nachverhandlungen mit der Landeskirche zu führen, damit beide Bauten erhalten bleiben.“ Gut leben könnten die Anwesenden auch mit der Lösung, wenn die Kapelle in das Seniorenheim integriert würde.

Zebrastreifen plötzlich doch keine Illusion mehr

Die Stadtteilkonferenz leidet darunter, dass sie höchstens Empfehlungen abgeben kann, aber keine verbindlichen Beschlüsse fassen darf. Trotzdem gelangen viele Themen durch die Hintertür auf die kommunalpolitische Bühne. Ratsmitglieder kommen vorbei und greifen die Ideen auf. So könnte die Nußbergstraße eines Tages doch noch auf Höhe der Apotheke den seit langem geforderten Zebrastreifen bekommen. Als Hinderungsgrund wurde lange Zeit das Tempo-30-Limit genannt. Dieser Überzeugung war auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Rolf Kaiser (SPD). Es war die Bezirkspolizist Matthias Stertmann, der den Nußbergern Mut machte, die Sache weiter zu verfolgen. Denn in der Nähe von Grundschulen seien Zebrastreifen auf vergleichbaren Straßen keine Seltenheit – und die Akzeptanz der Autofahrer hoch. „Ich erlebe das auf der Freiligrathstraße am Bömberg“, sagte Stertmann. So kündigte auch Kaiser an, das Thema im Ausschuss voran zu treiben. „Wenn wir Druck machen, kommt er dort hin.“ Auch für die seit Jahren problematische Verkehrssituation auf der Langerfeldstraße soll eine Lösung auf den Weg gebracht werden. Auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses werde das Thema noch vor der Sommerpause auftauchen, kündigte Kaiser an. Die Tendenz geht in Richtung einer Anbindung an die Baarstraße.

Groß ist im Zuge der durch die Heimatzeitung bekannt gewordenen Pläne der Sparkasse, die Geschäftsstellen in der Iserlohnerheide und Gerlingsen aufzugeben, dass es in nicht allzu ferner Zukunft auch den Standort am Berliner Platz treffen könnte. Die nicht immer mit sachlichen Argumenten geführte Diskussion beendete erneut Rolf Kaiser: „Die Sparkasse hat ihre Beschlüsse gefasst. Der Standort Nußberg wird über Jahre erhalten bleiben.“ Auch was die Liebigstraße betraf, war Kaiser ein gefragter Mann. Der frühere Festplatz wird seit Jahren als Deponie für Bauschutt und Erde genutzt. Als „temporäre Ablagerungsfläche“ bestehe auch eine Genehmigung. Allerdings existiere die Deponie seit 25 Jahren, merkte Klaus Stinn an.

Deponie Liebigstraße wird von Anliegern geduldet

Auf Widerspruch stieß Kaiser allerdings, als er davon sprach, dass bereits hunderte Lkw-Ladungen dorthin gekippt worden seien. Das Dementi kam von CDU-Ratsfrau und Anliegerin Beatrix Schönekeß. „Es waren nicht hunderte Ladungen und es wurde zwischendurch auch immer wieder etwas abgeholt.“ Die Diskussion erreichte wieder einen gemeinsamen Nenner: Rund um den Edeka-Markt sehe es viel schlimmer aus. Gespräche mit den Verantwortlichen sollen geführt werden.

Jugendamt blickt entspannt auf die Situation am Nußberg

Schnell besprochen waren die Themen „Integration am Nußberg“ und „Situation der Jugendlichen/Beschäftigungsangebote.“ Die Stadt sehe laut Olaf Kollmann, der sich auf ein Gespräch mit Jugendamts-Mitarbeiterin Ronny Bathge berief, keinen Bedarf, ein Programm für die 1150 Kinder und Jugendlichen zu schaffen – weil keine Notwendigkeit bestehe. „Es gibt keine Anfragen vom Nußberg, Zudem ist unser Stadtteil unauffällig, also nicht super toll, aber auch nicht dramatisch.“ Probleme würde es erst geben, wenn Bedarf bestünde, denn Personal könnte das Jugendamt nicht bereitstellen.

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