Theater

Wenn Schüler Operndarsteller werden

Seit Januar laufen die Proben für die dritte Kooperation zwischen der Vokalakademie des Iserlohner Gymnasiums und dem Theater Dortmund.

Seit Januar laufen die Proben für die dritte Kooperation zwischen der Vokalakademie des Iserlohner Gymnasiums und dem Theater Dortmund.

Foto: Ralf Tiemann / IKZ

Iserlohn/Dortmund.  Die Vokalakademie des Märkischen Gymnasiums probt seit Januar für das Musical „Josef“. Morgen ist die große Premiere im Theater Dortmund.

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Das Theater Dortmund ist ein Riesenbetrieb und weit größer, als das, was der normale Theaterbesucher zu sehen bekommt. Auf neun Etagen erstrecken sich hinter der Bühne die Abteilungen, Werkstätten, Büros und Ateliers, die für einen großen Theaterbetrieb nötig sind – vom Keller, wo die Beleuchtungswerkstatt sitzt, bis ins siebte Obergeschoss, wo das Hut-Atelier untergebracht ist. Es gibt eine Tischlerei, eine Schlosserei und sogar einen Waffenmeister.

Und mittendrin gibt es auch die Maskenbildner, und bei denen ist immer besonders viel los, wenn das Märkische Gymnasium antritt, und es beim Opernprojekt auf die Zielgerade geht. 51 jugendliche Darsteller müssen für das Musical Josef, das am morgigen Mittwochabend Premiere feiert, geschminkt und frisiert werden. Das ist auch für einen so großen Theaterbetrieb wie in Dortmund eine Herausforderung. Zwölf Maskenbildnerinnen standen dafür bei der ersten Probe im Kostüm Ende in der vergangenen Woche bereit, und als die MGI-Schülerinnen und -Schüler dann kamen, ging es vor den Spiegeln zu wie am Fließband.

Proben im Theater werden zum Zwölf-Stunden-Tag

Seit Januar laufen die Proben für diese dritte Kooperation zwischen der Vokalakademie des Iserlohner Gymnasiums und dem Theater Dortmund. Seit einigen Monaten wird auch an den Wochenenden intensiv mit den Profis auf einer kleinen Bühne in Dortmund geprobt. Nun ging es erstmals mit Regisseur Alexander Becker und Dirigent Christoph JK Müller ins große Haus. Und auch das war ein langer Zwölf-Stunden-Tag. Um 10 Uhr stand Einsingen mit dem Dirigenten und Stimmbildnerin Uta Minzberg auf dem Programm. Um 11 Uhr ging es in die Maske und die Garderoben, wobei die rund 30 Mädchen und Jungs aus dem Kinderchor keine Maske benötigen. Sie spielen in dem Musical einfache Schulkinder und kommen quasi in Zivil. Die älteren Sängerinnen und Sänger, die Josefs Brüder spielen, mussten noch mit Headsets versorgt werden, dann ging es erstmals ins richtig Rampenlicht – erst nur mir Klavierbegleitung, aber dennoch nach den monatelangen Trockenübungen ein echter Kick und eine riesige neue Motivation.

Die Klavierprobe war aber nicht der einzige Programmpunkt an diesem Tag. Danach und nach einigen Korrekturen und einer längeren Pause stand am Abend noch der erste Komplettdurchlauf mit Band und Orchester auf dem Plan. Erst nach 22 Uhr war Feierabend. Als besonders anstrengend empfinden die Kinder und Jugendlichen solche Tage schon. Klar sei das lang und würde auch mal schlauchen, sagen Lena Mühlenhoff und Emiliy Katschke, die mit elf Jahren zu den Jüngsten gehören. In erster Linie sei sei ein Projekt aber spannend und aufregend. Und es macht einfach Spaß.

Wegen großer Nachfrage wird der Oberrang geöffnet

Was so etwas sonst noch mit den Kindern macht, kann die Dortmunder Theaterpädagogin Heike Buderus inzwischen am allerbesten erzählen. Sie betreut die Kooperation von Beginn an und war auch schon – wie viele der jetzigen Abiturienten – schon bei dem ersten Opernprojekt vor fünf Jahren dabei. Und sie weiß, wie aus eher schüchternen Mädchen im Laufe der Zeit sehr selbstbewusste Darstellerinnen geworden sind, die die Oper, die Musik und das Schauspiel für sich entdeckt haben.

Das Musical „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ feiert morgen um 19.30 Uhr Premiere und wird am Donnerstag um 19.30 Uhr wiederholt. Aufgrund der großen Kartennachfrage hat das Theater für beide Aufführungen den Oberrang geöffnet, so dass es wieder Karten unter www.theaterdo.de gibt.

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