Politik

„Wer nicht will, der hat schon“

Das Gymnasium An der Stenner hat im vergangenen Jahr den Integrationspreis gewonnen.

Das Gymnasium An der Stenner hat im vergangenen Jahr den Integrationspreis gewonnen.

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.  Nur zwei Vereine haben sich für den vom Integrationsrat und der Stadt ausgeschriebenen Integrationspreis beworben.

Die erste Sitzung nach der Sommerpause wollte der Integrationsrat der Stadt – auf Anregung seiner Vorsitzenden Erbil Eren – dazu nutzen, sich ein Jahr vor der Wahl zum neuen Integrationsrat noch einmal deutlich zu positionieren. „Wir können jetzt noch die Weichen für die Zukunft stellen“, sagte Eren bei der Begrüßung der Mitglieder am Dienstag im Rathaus. Dass aber nicht alle Züge dorthin fahren, wohin es sich das Gremium wünscht, machte gleich der erste Tagesordnungspunkt deutlich.

Integrationsrat vergibt dieAuszeichnung seit elf Jahren

Der Integrationsrat hat in diesem Jahr zum elften Mal den mit 1000 Euro Integrationspreis ausgeschrieben. 200 in Frage kommende Vereine, Verbände und Institutionen hat die Stadt schriftlich darüber informiert, doch nur zwei Bewerbung erreichten das Rathaus bis zum Ende der Frist: Die Kunstwerkstatt „casa b“ und der Förderverein des Iserlohner Parktheaters. Was nun? Soll die Jury bis November zwischen den beiden Bewerbern entscheiden, soll die Bewerbungsfrist verlängert werden oder die Preisvergabe in diesem Jahr ganz ausfallen. Bahnte sich in der Diskussion zunächst eine Fristverlängerung an, wäre da nicht Hans Immanuel Herbers (UWG-Piraten), der mit einem „wer nicht will, der hat schon“ vehement dafür eintrat, den Preis 2019 zu vergessen. „Wir wollen ihn doch wohl nicht wie sauer Bier anbieten?“, fragte Herbers. Wie es nun weitergehen soll mit dem diesjährigen Integrationspreis (Motto: „Es geht nur gemeinsam“), diese Debatte verlegte der Beirat zunächst in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung, um dann am Donnerstag per Pressemitteilung kommuniziert, dass die Bewerbungsfrist bis zum 30. September verlängert wird (siehe nebenstehende Meldung).

Gleiches geschah auch beim Thema „Integrationsratswahl 2020“. Denn nachdem dem Paragrafen 27 der Gemeindeordnung, der die Rechte und Pflichten des Integrationsrates regelt, der Absatz 12 hinzugefügt worden ist, kann anstelle eines Integrationsrates auch ein Integrationsausschuss gebildet werden. Diese Entscheidung wollten die Mitglieder ohne Anwesenheit der Öffentlichkeit diskutieren.

Der auf der Tagesordnung befindliche Sachstandsbericht im Nachtrag zur Bombendrohung gegen die Iserlohner Ditib-Moschee am 11. Juli dieses Jahres enthielt lediglich die Mitteilung der Verwaltung, dass sich die Polizei bedeckt gebe und mit Auskünften spärlich umgehe. Die Beiratsvorsitzende betonte daraufhin, dass sie sich ein Statement der Stadt gewünscht hätte. „Hat die Stadt mit der Gemeinde gesprochen? Hat es ein Krisenmanagement gegeben?“ Diese Fragen sollten beantwortet werden. Hans Immanuel Herbers möchte das Thema eher auf kleinerer Flamme kochen: „Das war doch nur ein Spinner.“

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