Tiere

Wer wird jetzt Sammys „Herzblatt“?

Markus Salewski, neuer SIH-Mitarbeiter für den Bereich Seilersee, und Eckehardt Schröder (v. li.) zeigen einen Teil der gespendeten Pfandflaschen.

Markus Salewski, neuer SIH-Mitarbeiter für den Bereich Seilersee, und Eckehardt Schröder (v. li.) zeigen einen Teil der gespendeten Pfandflaschen.

Foto: Jennifer Katz / IKZ

Iserlohn.  Zahlreiche Spenden verschiedenster Art sind nach dem Aufruf des Stadtbetriebs-Teams bereits zusammengekommen.

„Wer soll nun Dein Herzblatt sein? Ist es Kandidat eins?“ – diese Fragen kennen viele noch aus der Fernsehshow vom Ende der 80er-Jahre. Und vor diesen Fragen steht derzeit auch die Weißhaubenkakadu-Dame Samantha, die eigentlich in der Voliere am Seilersee lebt. Zurzeit ist sie zu Gast im Papageienpark Bochum, wo sie – wie bereits berichtet – ihren künftigen Lebensgefährten kennen lernen soll. Vier Kandidaten stehen momentan sogar für die 20-jährige „Iserlohnerin“ zur Auswahl. Wer das Rennen macht, entscheidet sich während der kommenden Tage.

Um die Anschaffung des Partners für Sammy, wie sie von allen liebevoll genannt wird, zu finanzieren, hatten die Mitarbeiter des Stadtbetriebs Iserlohn-Hemer (SIH) zu einer besonderen Spendenaktion aufgerufen. Sie hatten die Spaziergänger, die am Seilersee ihre Runden drehen, darum gebeten, ihre Pfandflaschen in eigens aufgestellte Tonnen an der Voliere zu werfen. Und viele sind dem Aufruf gefolgt, wie eine Zwischenbilanz bereits zeigt. Müllsäcke voller Plastikflaschen haben die SIH-Mitarbeiter, die auch selbst spenden, inzwischen gelagert. Und freuen sich, dass damit auch etwas für den Umweltschutz getan wird.

Doch bei den leeren Flaschen ist es nicht geblieben, „Sachspenden“ der ganz besonderen Art haben Eckehardt Schröder, beim SIH zuständig für Stadtbildpflege Grünflächen, Parkanlagen, Spielplätze, Sportstätten, Baumpflege und eben die Vögel am Seilersee, und Tierpfleger Peter Schreiber ebenfalls erreicht. Letzterer erzählt: „Vergangene Woche kam ein Herr vorbei und fragte, ob er Kanarienvögel bei uns abgeben kann.“ Dass es am Ende eine ganze Zucht mit mehr als zwei Dutzend Tieren und darunter sogar eine Rotkopfamadine sein würden, damit hätte Schreiber auch nicht gerechnet. Eine Frau aus Ihmert kam mit einem ähnlichen Anliegen auf die SIH-Mitarbeiter zu: Sie hat ein Dutzend Agaponiden, also Unzertrennliche, an der Voliere abgegeben. „Witzig: Wir hatten gerade gesagt, dass uns Agaponiden fehlen – da kamen sie schon ohne unser Zutun“, erklärt Schröder.

Er und seine Kollegen freuen sich über die große Resonanz und das Vertrauen. Dass die Iserlohner an den Vögeln, die am Seilersee zu Hause sind, hängen und sich mit der Voliere identifizieren, sei seit dem Start der Aktion mehr als deutlich zu spüren gewesen. „Es gibt auch die Bereitschaft, Geld zu spenden“, weiß Schröder.

Liebesnest wird noch eingerichtet

Er hatte Sammy am vergangenen Freitag nach Bochum gebracht. Dort hat sich die Kakadu-Dame erst einmal ein wenig eingelebt, bevor dann am Montag der erste potenzielle Partner in einen benachbarten Käfig eingezogen ist. Sammy putzt sich für ihn mächtig heraus, vom Federnrupfen der letzten, einsamen Wochen ist nicht mehr viel zu sehen. Stimmt die Chemie zwischen den Tieren weiter wie bisher, werden sie näher zusammengeführt. „Kracht“ es zwischen ihnen, kommt der nächste mögliche Vater für Sammys Nachwuchs ins Spiel.

„Wenn Sammy einen Partner hat, räumen wir für die beiden einen Bereich frei, damit sie ungestört sein können“, sagt Schreiber mit einem Augenzwinkern. Schließlich war es Ziel der ganzen Aktion, Samantha nicht nur aus der Einsamkeit zu holen, sondern auch, dass sie möglichst für Nachwuchs sorgt.

Pfand-Spenden werden übrigens weiterhin gesammelt: entweder über die Tonnen an der Voliere oder durch Abgabe am SIH-Betriebshof an der Corunnastraße.

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