Ausstellung

Werke wie eine (Wieder-)Erfindung des Holzschnitts

Galerieleiter Rainer Danne (Foto) freut sich auf die dritte Ausstellung von Christoph M. Loos in Iserlohn. Vor genau 20 Jahren gab es die erste.

Foto: Stefan Janke

Galerieleiter Rainer Danne (Foto) freut sich auf die dritte Ausstellung von Christoph M. Loos in Iserlohn. Vor genau 20 Jahren gab es die erste. Foto: Stefan Janke

Iserlohn.   Der Essener Künstler Christoph M. Loos eröffnet heute Abend seine Ausstellung in der Städtischen Galerie

Er thematisiert das „Sinnsystem Baum“ auf besondere Weise und fasst dabei den Holzschnitt jenseits aller Traditionen radikal neu auf. Deshalb auch zählt Christoph M. Loos im deutschsprachigen Raum zu den wichtigsten Protagonisten des zeitgenössischen Holzschnitts. Jetzt kommt er nach Iserlohn.

Die Ausstellung mit Holzschnitten, Installationen und Zeichnungen des Essener Künstlers sind bis zum 28. Januar in der Städtischen Galerie am Theodor-Heuss-Ring zu sehen und wurde in Kooperation mit dem Landesmuseum Mainz, dem Kloster Bentlage Rheine, dem Cork Institute of Technology, der Stiftung Schloss und Park Benrath Düsseldorf und der Nicolaus Copernicus University Toruń realisiert. Die Präsentation wird punktuell um Foto-Skulpturen, Fotogramme und Filme des Essener Künstlers erweitert.

Der Rohstoff Stamm fungiert bei Loos gleichzeitig als Druck und Druckstock und liefert das Trägermaterial für den eigentlichen Druck in Form von abgeschälten Holzblättern. Als Installation und skulpturale Inszenierung von Druckstock und Bildträger heben die Werke diese formale Trennung von Körper und Haut im künstlerischen Prozess ein Stück wieder auf.

Bereits seit Tagen laufen die Vorbereitungen für die Schau mit zum Teil großformatigen Schnitten und raumgreifenden Installationen. Dazu wurden in der ersten Etage neue Nischen und Farbgebungen an den Wänden geschaffen, um den Werken den richtigen „Rahmen“ zu geben. Es ist übrigens bereits die dritte Ausstellung des 59-Jährigen in der Galerie, seine erste war vor 20 Jahren.

Loos studierte Bildhauerei und Freie Grafik unter anderem an der Kunstakademie Düsseldorf und Philosophie an der Ruhr-Universität. Von 2004 bis 2007 hatte er die Dix-Stiftungsprofessur an der Hochschule für Gestaltung Offenbach inne. 2014 wurde er an der Manchester Metropolitan University zum Doctor of Philosophy promoviert. 2015 war er auf der „6. Beijing International Art Biennale“ vertreten. Das gesamte Publikations- und Ausstellungsprojekt wurde von der Iserlohnerin Dr. Miriam Bahlmann und der Augstein Stiftung Hamburg unterstützt.

Zur Ausstellung ist im Berliner Distanz-Verlag ein aufwendig gestaltetes Werkbuch mit Arbeiten aus den Jahren 2006 bis 2016 erschienen. Parallel dazu ist Loos’ systematische Theorieschrift, die die eigene Holzschnitt-Methode medientheoretisch und philosophisch untersucht, in Form einer Dissertation im Athena-Verlag veröffentlicht worden.

Bei der Vernissage heute um 19.30 Uhr wird der Künstler anwesend sein, es spricht Dr. Tobias Burg, Kurator Grafische Sammlung im Folkwang Museum, Essen.

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