Westfalens Foto-Pionier stammt aus Iserlohn

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Iserlohn. (kat) Er wird der "erste Fotograf Westfalens" genannt: Heute vor genau 200 Jahren wurde Friedrich Hundt in Iserlohn geboren. Dass in seiner Vaterstadt eigentlich nichts mehr an den Begründer der Fotografie in Westfalen erinnert, liegt

Johann Friedrich Hundt wurde am 6. Mai 1807 als einziger Sohn einer Knopfmacherfamilie geboren und am 17. Mai in der Obersten Stadtkirche getauft. Bei einem Blick in die Steuerlisten sieht man, dass seine Familie nur ein bescheidenes Dasein fristete. Der junge Friedrich erlernte den väterlichen Beruf und wanderte wahrscheinlich schon Ende der 1820er Jahre aus Iserlohn fort. Sein Weg führte ihn nach Münster, der damals größten Stadt Westfalens.

Zunächst Knopfmacher Im Jahre 1833 erwarb er als "Plattierer, von Iserlohn kommend" den Bürgerbrief in Münster. Hundt arbeitete zunächst als Knopfmacher und holte seinen inzwischen verwitweten Vater zu sich, der als Fabrikwerkmeister im Münsteraner Zuchthaus arbeitete. 1834 heiratete Hundt Elisabeth Christine Rennebrink, die Tochter eines Tagelöhners, die jedoch schon 1837 verstarb. Mit seiner zweiten Frau Anna Maria Gertrud Arnemann, der Tochter eines wohlhabenden katholischen Bauern und Zuchthändlers, hatte er eine Tochter, die das Erwachsenenalter erreichte.

Im Herbst 1839 startete das Daguerresche Verfahren, eine frühe fotografische Methode, seinen Siegeszug durch die Welt - und nach Münster. Hundt experimentierte damit und hatte Erfolg: Bereits im Mai 1840 stellte er seine ersten Lichtbilder aus und eröffnete ein Atelier. 1842 investierte er in ein Glasatelier - bis zum Beginn der 1850er Jahre blieb er der erste und einzige niedergelassene Fotograf in Münster und Westfalen, viele vornehme Bürger ließen sich von ihm porträtieren. 1851 stellte der Fotopionier sogar bei der ersten großen Weltausstellung in London aus und gewann einen ersten Preis. Der Gemahl der englischen Königin soll das preisgekrönte Bild danach sogar gekauft haben.

Aufstieg in Oberschicht Im Jahre 1858 fertigte Hundt dann im Auftrag der Stadt Münster das offizielle Geschenk der Stadt zur Hochzeit des preußischen Kronprinzen an. Ab 1858 bot Hundt in seinem Atelier auch die Anfertigung von Fotografien an. Seine Arbeiten hatten hohen künstlerischen Wert, er war einer der ersten, die Bücher mit Fotografien illustrierten. Mittlerweile hatte er zudem den Aufstieg in die Oberschicht der Stadt geschafft, war Mitglied im "Westfälischen Kunstverein" und im "Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalen".

Beträchtliches Vermögen 1885 verkaufte er sein Geschäft. Am 4. Juli 1887 starb Friedrich Hundt in Münster und hinterließ seinen Nachkommen nicht nur eine unglaubliche Vielzahl an Bildern, sondern auch ein beträchtliches Vermögen. 1991 wurde die Friedrich-Hundt-Gesellschaft, ein Verein zur Förderung der Fotografie in Münster, gegründet.

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