Hochwasser

Wie man Wasserschäden entgeht

Tragekorb, Feuerwehrschlauch und Pumpe helfen im Ernstfall – das Familienalbum auf dem Kellerboden ist damit aber nicht mehr zu retten.

Foto: Detlef Rutsch

Tragekorb, Feuerwehrschlauch und Pumpe helfen im Ernstfall – das Familienalbum auf dem Kellerboden ist damit aber nicht mehr zu retten. Foto: Detlef Rutsch

Iserlohn.  Prävention ist der beste Schutz. Auch kleine Maßnahmen, die zum Teil nicht einmal Geld kosten, können Großes bewirken.

Der Sommer bringt nicht nur die Sonne, sondern auch so manche kalte Dusche. Bei den heftigen Regenfällen in den vergangenen Tagen werden viele Bürger um ihre unteren Stockwerke gebangt haben: Das unbestellte Schwimmbecken am Ende der Kellertreppe kann schwere Schäden an gelagertem Besitz, Möbeln und der Bausubstanz hinterlassen.

„Am besten ist es, Vorsorge zu betreiben, damit es gar nicht erst dazu kommt, dass Wasser eindringt“, rät Feuerwehrsprecher Christopher Rosenbaum. Dieser Gedanke sollte schon im Zuge von Planung und baulichen Maßnahmen präsent sein, eine Treppenstufe zum Eingang zum Beispiel könne den Unterschied zwischen trockenen oder nassen Füßen ausmachen.

Besonders für Bewohner von Häusern mit ebenerdigen Kellerschächten lohne es sich, auf der Hut zu sein: „Nach Möglichkeit sollten solche Schächte abgedeckt werden, zumindest braucht es ausreichende Ablaufmöglichkeiten“, erklärt Rosenbaum. Diese seien oftmals mit Laub und anderem Unrat verstopft; wenn eine regelmäßige Reinigung ausbliebe, könne sich das bei Starkregen rächen. „Bodenabläufe sollten außerdem mit Rückschlagmechanismen abgesichert werden. Ist die Kanalisation überlastet, wird das Wasser sonst von unten in die Räume gedrückt“, warnt der Experte. Auch die Sicherung von wasserführenden Geräten wie Spül- und Waschmaschinen sollte nicht vernachlässigt werden: „An die Zulaufschläuche gehören Aqua-Stopp-Ventile, die man in jedem Baumarkt bekommt.“ Das sei keine große Investition, schon gar nicht gemessen an den potenziellen Kosten in Folge von Wasserschäden.

50 Badewannenfüllungen pro Stunde befördert die Flutbox

Gegen Naturgewalten hilft freilich mitunter die beste Vorbereitung nichts. Dann ist schnelle Hilfe gefragt, aber die Feuerwehr kann nicht immer überall sofort zur Stelle sein. Ab sofort hilft dabei jedoch die „Flutbox“, ein Soforthilfe-Set zum Entwässern von Kellern und Souterrain-Wohnungen. Sie besteht besteht aus einer Pumpe in einem Tragekorb, der gegen Verschlammung schützen soll, sowie einem zwölf Meter langen Schlauch. 50 Badewannenfüllungen pro Stunde soll die Flutbox befördern können, verspricht Lars Wygoda, Geschäftsstellenleiter der Provinzial-Versicherung, der die Box in die Obhut des Feuerwehrleiters Christian Eichhorn übergeben hat. Das Präsent ist Teil der „Elementarschadenkampagne NRW“, die das Land in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale und der Versicherungswirtschaft im vergangenen November gestartet hat, um über Möglichkeiten zur Eigenvorsorge aufzuklären. Einer aktuellen Umfrage zufolge unterschätzen viele Menschen das Risiko, in den letzten Tagen sind die Pumpen aber noch nicht zum Einsatz gekommen. Christian Rosenbaum äußert Zuversicht: „Nach der langen Trockenheit nimmt der Boden noch einiges an Feuchtigkeit auf, ist mein Eindruck.“

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