Bildung

Wieso das Lesenest in Iserlohn einen neuen Standort hat

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Freuen sich über die Lesenest-Eröffnung am neuen Standort in Iserlohn-Wermingsen (v. li.): Sigrid Backmann, Christina Grenzmann, Mathis Hartmann, Laura Klocke, Lisa Markert, Gottfried Abrath, Julia Brandt, Andrea Böhm.

Freuen sich über die Lesenest-Eröffnung am neuen Standort in Iserlohn-Wermingsen (v. li.): Sigrid Backmann, Christina Grenzmann, Mathis Hartmann, Laura Klocke, Lisa Markert, Gottfried Abrath, Julia Brandt, Andrea Böhm.

Foto: Privat / IKZ

Iserlohn.  Das Lesenest Iserlohn hat einen neuen Standort. Was die Kriterien für die Wahl des neuen Standorts waren und wechsel Angebot es dort gibt.

Das Lesenest Iserlohn hat neue Räumlichkeiten bezogen. Im Rahmen einer Feierstunde wurde jetzt der neue Standort in Wermingsen, der nun zusätzliche Kapazitäten für Kinder und junge Erwachsene mit einer Lese- oder Rechtschreibschwäche vorhält und vollständig barrierefrei ist, eröffnet.

Die sozialpädagogische Einrichtung unter dem Dach der Diakonie Mark-Ruhr Teilhabe und Wohnen hat fortan an drei Nachmittagen unter der Woche im Gemeindehaus der Evangelischen Erlöser-Kirchengemeinde, Im Wiesengrund 90, dienstags, mittwochs und freitags jeweils von 16 bis 18.15 Uhr geöffnet.

Iserlohner Standort ist einer von 80 Lesenestern bundesweit

Zusammen mit dem Standort in Schwerte ist die Einrichtung eine von insgesamt 80 Lesenestern in Deutschland, dessen Angebot sich auch an Menschen mit Beeinträchtigung richtet. Julia Brandt (Leitung für den Fachbereich offene Hilfen bei der Diakonie Mark-Ruhr Teilhabe und Wohnen), Koordinatorin Christina Grenzmann und ihr Team aus Lesenest-Lehrerinnen waren zur Eröffnung ebenso anwesend wie Gemeindepfarrer Gottfried Abrath, Vertreter des Presbyteriums, und einige Lesenest-Schüler.

Ein lichtdurchfluteter, heller und vollständig renovierter Schulungsraum begrüßte die zahlreichen Gäste zur Eröffnung im Gemeindehaus, sogar frischer Farbgeruch liegt noch in der Luft.

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„Wir können die gestiegene Nachfrage am Lesenest-Angebot hier in Iserlohn-Wermingsen nun endlich bedarfsgerecht ausweiten“, freut sich Fachbereichsleiterin Julia Brandt darüber, dass am neuen Standort weitere Gruppen angeboten werden können. Öffnete das Lesenest bislang an zwei Nachmittagen für 18 Kinder, können nun drei Nachmittage für rund 24 Kinder angeboten werden. „Perspektivisch wollen wir das Lesenest Iserlohn auch gerne an vier Nachmittagen öffnen“, sagt Julia Brandt.

Mehrere Gründe für Standortwechsel

Aber die größeren Schulungskapazitäten waren nicht der einzige Grund für den Standortwechsel vom Stadtteil Nußberg nach Wermingsen. „Die jungen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, die zum Teil aus Wickede, Menden, Hemer oder Balve anreisen, haben hier auch mehr Platz, Barrierefreiheit und eine gute Verkehrsanbindung“, erklärt Koordinatorin Christina Grenzmann.

Auch Gemeindepfarrer Gottfried Abrath ist glücklich, dass die Räumlichkeiten an der Erlöserkirche nun von Christina Grenzmann und ihrem Team genutzt werden können: „Lesen ist meine Leidenschaft und deshalb freue ich mich besonders, wenn Sie durch ihre Arbeit Freude am Lesen und Schreiben fördern und an die Kinder und jungen Erwachsenen weitergeben.“

Unterrichtet wird im Lesenest Iserlohn nach der „Rabanus-Methode“. Das von Kathrin Rabanus entwickelte Programm basiert auf einer Zeichen-Lautier-Sprache. „Die Kinder erlernen das Lesen mit Hilfe der sogenannten Fingerzeichen-Methode“, erklärt Christina Grenzmann.

Lautgebärden geben Sicherheit beim Lesen und Schreiben

Die Methode, ursprünglich vom Pädagogen F. J. Koch ins Leben gerufen, entwickelte Katrin Rabanus zur „Rabanus-Methode“ weiter. Einfache Gesten werden dabei vor dem Gesicht gebildet. Durch die Kombination mit Lautgebärden haben die Kinder ein Gerüst, das ihnen Sicherheit beim Übertragen und Zusammenziehen von Buchstaben und Lauten in einzelne Wörter gibt.

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Das von Christina Grenzmann adaptierte Konzept wurde von ihr und ihrem Team speziell für junge Menschen mit Beeinträchtigung weiterentwickelt. „Wir bauen im Unterricht dann beispielsweise Pausen ein“, erklärt sie die Anpassungen in der Praxis.

Das Lesenest Iserlohn und Schwerte sind als „Unterstützungsangebot im Alltag“ gemäß § 45a SGB XI anerkannt. Somit besteht für die Familien von jungen Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit, die Unterrichtsstunden über die Pflegekassen abzurechnen.

Anmeldungen oder weiterführende Fragen sind ab sofort unter fud.iserlohn@diakonie-mark-ruhr.de oder beim Familien unterstützenden Dienst in Iserlohn unter 02371/8180880 möglich.

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