Erneuerbare Energie

Windräder könnten Neubau weichen

Die Windräder in Drüpplingsen: Geht es nach dem Miteigentümer, könnten sie bald einer neuen Anlage weichen.

Die Windräder in Drüpplingsen: Geht es nach dem Miteigentümer, könnten sie bald einer neuen Anlage weichen.

Foto: Michael May IKZ

Drüpplingsen.   Der Miteigentümer plant bestehende Anlagen gegen wirtschaftlichere zu tauschen

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Der Eigentümer eines der beiden Drüpplingser Windräder, Wilhelm Schlotmann, plant am Standort mittelfristig die Errichtung einer neuen Anlage. Dies erklärte der Soester Landwirt auf Nachfrage der Heimatzeitung. Hauptgrund ist die fehlende Effizienz der bestehenden Anlage aus dem Jahr 2000. Die sei zwar grundsätzlich wirtschaftlich, „insgesamt hat sie die Erwartungen aber aus verschiedenen Gründen nicht ganz erfüllt“, sagt Schlotmann.

Laut Prognose habe die Anlage pro Jahr 1 150 000 Kilowattstunden jährlich ins Netz speisen sollen, 2015 seien es aber nur 950 000 kw/h gewesen. Zum Vergleich: Am zur Diskussion stehenden Standort Schälk wird bei vier Anlagen mit 200 Metern Höhe von einer möglichen Leistung von 29 Millionen Kilowattstunden ausgegangen.

Aktuell erhält Schlotmann aufgrund der EEG-Umlage, mit der die bevorzugte Netz-Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien geregelt wird, 9,1 Cent je kw/h. Vom Standort Drüpplingsen ist Schlotmann aber dennoch überzeugt. „Das Problem ist eher das Fabrikat der Anlage.“

Hersteller des Windrades ist die „DeWind GmbH“, die 2008 in Insolvenz ging. In der Vergangenheit hatte es mit dem Unternehmen Probleme beim Service gegeben, zwei Mal habe es Störungen des Getriebes gegeben, einmal war der Generator defekt. Aufgrund dessen habe es zwischenzeitlich in einem Fall auch „berechtigte Beschwerden“ von Anwohnern wegen Geräuschbelästigung gegeben. Inzwischen seien die Probleme aber behoben. „Ich glaube auch, dass die Akzeptanz der Bürger vor Ort für die Anlagen inzwischen sehr groß ist“, so Schlotmann.

700 000 Euro hat der Landwirt 2001 in das im Jahr 2000 in Drüpplingsen errichtete erste Windrad investiert. Die zweite Anlage, laut Schlotmann 2007 oder 2008 erbaut, gehört dem Investor Wolbert Beckmann, der in Gladbach ein Unternehmen zur Entwicklung von Projekten mit erneuerbaren Energien betreibt.

In der Drüpplingser Konstellation mit zwei Inhabern könnte allerdings noch ein Stolperstein auf dem Weg zu einem möglichen Neubau liegen. Denn vor der Umsetzung müssten sich beide Parteien zunächst einigen. „Sinnvoll wäre es aus meiner Sicht, an dem Standort ein neues, dafür größeres und wirtschaftlicheres Windrad anstelle der bestehenden zwei Anlagen zu errichten“, sagt Schlotmann. Entsprechende Gespräche habe es aber noch nicht gegeben.

„Strom dort produzieren, wo er auch verbraucht wird“

Auch müsste der Bebauungsplan des Standortes vorab geändert werden. Dieser gestattet laut Schlotmann, der im Raum Soest ein weiteres Windrad betreibt, bei den Anlagen aktuell lediglich eine Höhe von 95 Metern. Die Narbenhöhe der vorhandenen Windräder beträgt 70 Meter, die Flügellänge 24 Meter. Aus Sicht des Landwirts würde aber ein höheres Rad wirtschaftlich mehr Sinn ergeben. „Weil in größeren Höhen der Wind stärker und gleichmäßiger weht.“

„Für mich ist es auch eine Frage der Überzeugung“, sagt Schlotmann. „Atomstrom ist nicht mehr gewollt und ich glaube nicht, dass es Sinn ergibt, Strom per Trasse von der Nordsee durch ganz Deutschland zu leiten. Man sollte ihn dort produzieren, wo er auch verbraucht wird.“

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