Zum Tode von Klaus-Harald Wichelhoven

"Wir haben wohl einen Vater verloren"

Foto: IKZ

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Iserlohn. Klaus-Harald Wichelhoven ist tot. Der Mitgesellschafter und Geschäftsführer des Zeitungsverlages Iserlohn, der u.a. den IKZ heraus gibt, starb am 1. Mai kurz nach seinem 68. Geburtstag plötzlich und unerwartet in seiner Stadtwohnung.

Die Lebensgeschichte des Klaus Wichelhoven ist ohne Frage nicht frei von Ecken und Kanten, aber sie ist und war auch geprägt von einer großen Geradlinigkeit bzw. von einer großen Idee: der Menschlichkeit. Ein Mitarbeiter im Wichelhovenhaus formulierte es am Wochenende so: „Wir haben eigentlich einen Vater verloren.”

Der Wuppertaler Sohn eines Beamten hat das Zeitungs-Leben mit seinen ganz eigenen Gesetzen von der Pike auf gelernt und gelebt. Während einer Lehre zum Verlagskaufmann bei der „Westdeutschen Rundschau” hatte Wichelhoven schnell auch Kontakt zu redaktionellen Arbeiten gefunden.

Nach seiner Militärzeit führte ihn der berufliche Weg zur „Recklinghäuser Zeitung”, wo er als Disponent für den Anzeigenleiter fungierte. Auch beim „Schwarzwälder Boten”, zu dem er 1964 kurzzeitig wechselte, war es seine Aufgabe, zwischen Anzeigenabteilung, Technik und Redaktion zu vermitteln und reibungslose Abläufe sicherzustellen. 1966 übernahm Wichelhoven schließlich die Anzeigenleitung in dem Traditionsunternehmen „Recklinghäuser Zeitung” und machte an der Seite der Verlegerin Annemarie Bauer seine Erfahrungen im Umgang mit einem erfolgsorientierten Print-Medium.

Eine traditionell enge Verbindung der Zeitungshäuser in Recklinghausen und Iserlohn sorgte dann dafür, dass Klaus-Harald Wichelhoven an die Seite des Iserlohner Altverlegers und stets väterlichen Freundes Dr. Curt Wichelhoven treten konnte, um mit ihm gemeinsam die Geschicke des Iserlohner Verlages zu leiten.

Mit der Umstrukturierung des regionalen Zeitungsmarktes zu Beginn der 80er Jahre war Klaus-Harald Wichelhoven auch maßgeblich an der Neu-Positionierung der Heimatzeitung in Partnerschaft mit der Essener WAZ-Gruppe beteiligt. Dabei fällt ihm zweifelsfrei der Verdienst zu, es immer geschafft zu haben, dass der eher „kleine IKZ” im Orchester der natürlich größeren Haupt-Titel des Kooperations-Partners WAZ trotzdem eine ziemlich klingende Trompete spielen durfte.

Klaus Wichelhoven war zu allen Zeiten innerhalb des Iserlohner Verlagshauses allen Neuerungen und Innovationen gegenüber hochgradig aufgeschlossen. Das galt sowohl für die konsequente Einführung der elektronischen Präsentationsformen im Internet wie auch für jede Form einer außergewöhnlichen Außendarstellung. Er selbst hatte stets große Freude daran, wenn sich „seine Zeitung” bei öffentlichen Veranstaltungen im Nordkreis präsentierte und dabei auch oft mit ungewöhnlichen Aktionen von sich reden machte. Nicht zuletzt sein eigener höchst mutiger Auftritt im Tigerkäfig des Circus „Siemoneit-Barum” hatte in Iserlohn bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung zum 150. IKZ-Geburtstag im Jahre 1992 für Gesprächsstoff und Staunen gesorgt.

Ein besonderer Höhepunkt im Leben des Klaus-Harald Wichelhoven war zweifelsohne auch sein Schützenkönigs-Jahr (1986) beim IBSV. Zusammen mit seiner Königin und Vertrauten Marlene Lenzen regierte er ein Jahr lang das Schützenvolk in einer fröhlichen und bürgernahen Art, die ihm viele Sympathien bei „seinem Volk” einbrachte.

Als Mann des Ausgleichs und der neuen Wege lernten ihn u.a. auch die Mitglieder der Iserlohner Werbegemeinschaft kennen, die er vor dem Übergang zum Citymanagement führte.

Dass sich Klaus Wichelhoven - der sich in seiner Freizeit gern mit den schönen und musischen Künsten befasste und die Wagner-Festspiele ebenso auf seinem privaten Veranstaltungskalender hatte wie einen Besuch im Wiener Opernhaus - dem Iserlohner Parktheater und dessen Förderverein zugetan fühlte, war eine Selbstverständlichkeit.

Wie er überhaupt für alle immer ein offenes Ohr hatte, die seiner Hilfe bedurften. Da wurde dann nicht lange überlegt und nachgefragt. Klaus Wichelhoven hat immer geholfen, wenn er konnte.

Doch am Ende müssen wir dann also erkennen, dass auch ein gutes Herz plötzlich aufhören kann zu schlagen. Schade, dass er unser „Danke” nicht mehr hören kann. Oder vielleicht ja auch doch!

Thomas Reunert

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