„Heimatsprechstunde“

„Wir müssen immer einen Konsens finden“

Präzise in Ablauf und Art des Gedankenaustauschs: Darin sieht Dr.  Alexander Höfle eines der Erfolgsrezepte des Darmzentrums.

Präzise in Ablauf und Art des Gedankenaustauschs: Darin sieht Dr. Alexander Höfle eines der Erfolgsrezepte des Darmzentrums.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  Heimat-Sprechstunde klärt mit Dr. Höfle über Sinn und Erfolg von Darmzentrum und Tumorkonferenz auf.

Wenn es um gesundheitliche Probleme im menschlichen Darmbereich und überhaupt im Bauchraum geht, ist nicht nur eine einzige ärztliche Fachrichtung gefragt. Hier muss unbedingt eine geballte Kompetenz aus unterschiedlichen medizinischen Fachrichtungen an den Start gebracht werden. Daran lässt Dr. Alexander Höfle, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Proktologie am St. Elisabeth Hospital Iserlohn gleich zu Beginn des Gesprächs über das von ihm geleitete Darmzentrum gar keinen Zweifel. „Dazu müssen die Gastroenterologen, die Viszeralchirurgen, die Radiologen, die Strahlentherapeuten, die Onkologen und der Pathologe an einen Tisch.“

Allerdings – so schränkt Dr. Höfle erklärend ein, sei so ein Darmzentrum nun nicht wirklich ein Raum, den man einfach und tatsächlich betreten könne, sondern eben eine virtuelle Basis und „ein Konstrukt, bei dem sich Ärzte unserer unterschiedlichen Klinik-Standorte absprechen, dass sie einen Patienten gemeinsam betreuen“. Und ein Hauptteil der Arbeit, „so etwa 70 Prozent“, finde eben dann auch in der gemeinsamen Tumorkonferenz statt, in der sogar auch „Kolleginnen und Kollegen aus Hemer, Dortmund und Bochum bei speziellen Problematiken wie zum Beispiel Leberchirurgie oder Speiseröhre-Erkrankungen zugeschaltet werden“.

Auf die Frage, ob er zustimmen könne, dass jeder Darm und somit auch jedes schwerwiegende Darmproblem ein anderes sei, verweist Dr. Höfle darauf, dass jedes Problem und auch jeder Mensch individuell zu betrachten seien, „trotzdem sind wir aber alle nach den gleichen Bauplänen konstruiert“. In der Tumorkonferenz erfolge die Abstimmung, mit welchen unterschiedlichen Therapieansätzen auf die individuellen Problematiken reagiert werde. „Das Ziel ist aber immer, den Krebs zu besiegen.“

Was passiert denn, wenn es kontroverse Meinungen zu einem Thema oder zu einem Problem gibt? Dr. Höfle: „Es geht nicht um Mehrheiten bei einer Abstimmung, sondern wir müssen immer einen Konsens finden. Natürlich wird jeder in seiner Fachrichtung akzeptiert.“ Und das habe man in der Regel in den zurückliegenden zehn Jahren auch immer geschafft.

„Mit Sicherheit einebemerkenswerte Leistung“

Allerdings betont Dr. Höfle an dieser Stelle auch noch einmal die unerlässliche Disziplin aller Gesprächsteilnehmer. Diese äußere sich eben unter anderem darin, dass es ihm in den Jahren ohne Ausnahme gelungen sei, die Konferenz „ausnahmslos jeden Dienstag um punkt 8 Uhr“ zu eröffnen. Bei im Schnitt rund 15 Beteiligten, die sich auch entsprechend vorbereiten müssten, „mit Sicherheit eine bemerkenswerte Leistung“.

Das Westdeutsche Darm-Centrum als kontrollierende und bewertende Institution hat dem von Dr. Höfle initiierten Fachtreffen inzwischen nicht zum ersten Mal eine hohe Qualität attestiert.

Zu den Themenbereichen „Behandlung“ und „Nachsorge“ rund um die Darmerkrankung gehört natürlich auch das Thema „Vorsorge“. Und auch dazu äußert sich Dr. Alexander Höfle im aktuellen „Heimat-Sprechstunde“-Podcast (www.ikz-online.de).

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