Wirtschaft

„Wir wollen Produkte machen, die keiner braucht“

„In der Zukunft werden unsere Produkte nur noch zu 10 bis 15 Prozent eine Rolle spielen“: Matthias Dornbracht glaubt an die Digitalisierung und an die Dienstleistungsgesellschaft.

„In der Zukunft werden unsere Produkte nur noch zu 10 bis 15 Prozent eine Rolle spielen“: Matthias Dornbracht glaubt an die Digitalisierung und an die Dienstleistungsgesellschaft.

Foto: Tim Gelewski

Iserlohn.   Beim Sommergespräch der SIHK sprach Matthias Dornbracht über Digitalisierung und die Dienstleistungs-Gesellschaft .

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Ein jährlicher Umsatz im dreistelligen Millionenbereich, da kann die Präsentations-Überschrift im Vortrag von Matthias Dornbracht schon mal überraschen: „Wir müssen uns neu aufstellen.“

Die Zeile, eine von vielen, ist eigentlich auf das eigene Unternehmen, den Armaturenhersteller Dornbracht gerichtet. Sie kann aber wohl auch als Aufruf an die rund 100 Gäste verstanden werden, vornehmlich Mittelständler, die der Einladung der SIHK zum Sommergespräch in den Dornbracht Campus gefolgt sind.

Geschäftsmodelle wichtiger als Produkte

Denn: „Industrie 4.0 – so richtig weiß immer noch keiner, was das ist“, sagt Dornbracht, der aber auch vor seinem eigenen Unternehmen nicht haltmacht, dem er bei einem bloßen „Weiter so“ gar die Überlebensfähigkeit abspricht. Denn was haben die (aktuellen) Gewinner der Digitalisierung wie Facebook oder Amazon in dieser sich schnell verändernden Welt gemeinsam? „Die haben kein Produkt, sondern Geschäftsmodelle“, sagt Dornbracht.

Und eben in diese Richtung müsse sich auch der hiesige Mittelstand in irgendeiner Weise weiterentwickeln. Beispiel Amazon: Die nämlich haben mit Alexa und der daraus resultierenden Datensammlung ein völlig neues Wertschöpfungsmodell erschlossen.

„In der Zukunft werden unsere Produkte nur noch zu 10 bis 15 Prozent eine Rolle spielen“, prophezeit Dornbracht. Montage, Grundrissplanung, der kostenpflichtige Download individualisierter Konfigurationen für das heimische (Luxus-)Badezimmer – Wertschöpfung soll über Dienstleistungen erzielt werden. Für Dornbracht sei das IPhone da ein Vorbild: „Wir wollen Produkte herstellen, die keiner braucht, aber jeder will.“

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