Schauspielensemble

Witzig, authentisch, aber auch philosophisch

Die Mitglieder Schauspielensembles haben eine gelungene Premiere mit dem Stück „Blütenträume“ gefeiert.

Die Mitglieder Schauspielensembles haben eine gelungene Premiere mit dem Stück „Blütenträume“ gefeiert.

Foto: IKZ

Iserlohn.   Über drei ausverkaufte Vorstellungen durfte sich am Wochenende das Schauspielensemble Iserlohn freuen. Mit dem Stück „Blütenträume“ trafen die Laienschauspieler den Nerv des Publikums. Am kommenden Samstag und Sonntag, 9. und 10. März, jeweils ab 20 Uhr besteht noch einmal die Möglichkeit die Aufführung zu besuchen.

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Alleinstehender, netter Autolackierer sucht abenteuerlustige, verschmuste Rothaarige! Äußerst anspruchsvoll schien es für die Teilnehmer des „Flirtkurses 55plus“ zu sein, sich selbst in drei Worten zu charakterisieren. Ihre Schwierigkeiten mit der Partnersuche deuteten bereits früh darauf hin: Es wurde ein besonders humorvoller Abend für die Besucher, als das Schauspielensemble Iserlohn die Premiere von „Blütenträume“ im Parktheater-Studio aufführte.

Lutz Hübners Stück stellt vor allem die Probleme der Einsamkeit im Alter in den Vordergrund und ist dabei so authentisch geschrieben, dass es eine Geschichte aus dem wirklichen Leben sein könnte. Um endlich dem Alleinsein zu entkommen, nehmen vier Frauen und drei Männer an einem Flirtkurs der Volkshochschule teil. Mit Hilfe des etwas inkompetenten Kursleiters Jan (Robin Arndt) stürzen sie sich in das Wagnis, einen neuen Lebenspartner zu finden.

Schon bevor die erste Kurs-Stunde überhaupt begonnen hat, macht der pensionierte Schuldirektor und Rotarier Friedrich-Maria (Jürgen Messingfeld) unter dem Lachen des Publikums klar, dass es sich bei ihm und den anderen Teilnehmern keinesfalls um Senioren handele: „Wir sind Menschen in der nachberuflichen Lebensphase!“ Er hat seine Ehefrau mit einer Kollegin betrogen und ist deswegen nun geschieden. Gila (Iris Landau) und Frieda (Felicitas Störmann) teilen das Schicksal, verwitwet zu sein. So fragt sich Gila laut, wieso eigentlich immer die Frauen übrig blieben. Frieda klagt ihr Leid darüber, dass sie nicht wisse, wie man alleine lebt. Die forsche Britta (Annette Petereit) sieht es hingegen nicht ein, so viel über ihr Seelenleben Preis zu geben: „Wir sind hier schließlich in einem Flirtkurs, und nicht bei einer Therapie!“ Ganz anders steht dazu die erst 43-jährige Julia (Martina Hartwig), die nur in dem Kurs gelandet ist, da der Ü40-er nicht zu Stande kam. Der liebenswürdige Heinz (Wolfgang Ehrlich) will einfach nur eine Frau finden, die zu ihm passt. Und mit dem treuherzigen Holzliebhaber Ulf (Klaus Schotte) ist die Gruppe auch schon komplett.

Die Lachmuskeln wurden auf eine harte Probe gestellt

Bereits die ersten Flirt-Tipps und praktischen Übungen unter der Anleitung des jungen Kursleiters Jan ließen zu wünschen übrig, stellten dafür aber die Lachmuskeln des Publikums auf eine harte Probe. Obwohl Jan immer wieder betont, er gebe „anerkannte Coachingmethoden“ zum Besten, scheint er den reifen und lebenserfahrenen Kurs-Teilnehmern einfach nicht gewachsen zu sein. Ulf behauptet geradewegs, er sei in Frieda verliebt, Friedrich sagt rücksichtslos, was er denkt, und Heinz fordert ständig eine Pause. Beim fingierten „Speeddating“ eskaliert die Situation endgültig, und das Septett schickt den aggressiven Kursleiter in die Wüste.

Das schlichte, aber sehr überzeugende Bühnenbild mit viel Liebe zum Detail wandelt sich von nun an in Friedas Wohnung. Dort trifft sich die Gruppe, um das Ende des Kurses zu besiegeln und sich besser doch eigenständig auf die Suche nach neuen Lebenspartnern zu machen.

Das Besondere des Stücks sind die vielschichtigen Charaktere, die von den Schauspielern mit großer Authentizität verkörpert wurden und dem Publikum immer wieder laute Lacher, aber auch ruhigere Augenblicke bescherten. Erst nach Ende des Kurses schienen die einsamen Senioren im privaten Rahmen von Friedas Wohnung aufzublühen und ihre Träume Preis zu geben, was zu einigen bewegenden Momenten führte.

Weitere Aufführungen am kommenden Wochenende

Regisseurin Uta Preuße und das gesamte Schauspielensemble schafften es, „Blütenträume“ witzig, auch mal philosophisch, aber vor allem authentisch auf die Bühne zu bringen, wofür sie nicht nur minutenlangen Applaus, sondern auch stehende Ovationen vom restlos begeisterten Publikum erhielten.

Wer sich die „Blütenträume“ ansehen möchte, hat noch am kommenden Samstag und Sonntag, 9. und 10. März, jeweils ab 20 Uhr noch einmal die Möglichkeit dazu. Karten gibt es bei der Stadtinformation sowie an der Abendkasse und unter http://kartenservice.schauspielensemble.de.

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