Typisierungsaktion

Zehnjähriger Tim sucht Lebensretter

Foto: IKZ

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Iserlohn.  Er ist eigentlich ein ganz normaler junger Mann, der im Gebäude des Berufskollegs zwischen den vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen gar nicht großartig auffällt. Sportlich, schlank, durschnittlich groß mit blonden kurzen Haaren und blauen Augen. Robin Pretzlaff scheint auf den ersten Blick ganz und gar nicht außergewöhnlich zu sein, aber vor sechs Jahren tat er etwas Außergewöhnliches – er rettete ein Leben. Um genau zu sein, rettete er das Leben einer heute 27-jährigen Amerikanerin. Sie war an Leukämie erkrankt und benötigte eine Stammzellenspende, um weiter leben zu können.

Angefangen hatte alles mit der ersten Typisierungsaktion am Berufskolleg des Märkischen Kreises im Jahr 2008, ins Leben gerufen von Dr. Michael Bermes. „Als irgendwann der Brief kam, dass ich als Spender in Frage käme, habe ich mir schon Sorgen gemacht. Ich habe nur gedacht: Warum hast du dich typisieren lassen?“, erzählt Robin Pretzlaff von seinen Ängsten vor der Stammzellenentnahme.

Heute lacht der 25-Jährige über diese Sorgen, denn der Eingriff war „halb so wild“, wie er jetzt sagt. Nach einer intensiven Untersuchung musste sich der junge Mann fünf Tage lang Spritzen setzen, bevor es dann zur endgültigen Entnahme kam. „Durch den Stoff, den ich gespritzt habe, werden die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut geschwemmt“, erklärt der Iserlohner den Vorgang. Danach folgte dann die etwa vierstündige Entnahme. „Das war wie an einem Dialysegerät. Ich hatte eine Nadel im Arm, dadurch wurde dann das Blut mit den Stammzellen entnommen. Das war aber nicht schlimm, ich konnte dabei sogar fernsehen“, so Robin Pretzlaff. Eigentlich fühle er sich nach der Spende nicht anders als vorher. Und er erinnert sich gerne an den Moment, in dem der Anruf kam, dass die Transplantation gut verlaufen war. „Das war schon ein tolles Gefühl, zu wissen, dass man jemandem das Leben gerettet hat“, so der junge Mann. Er würde es auf jeden Fall noch einmal machen, wobei er nächstes Mal etwas ändern würde: „Ich habe vor der Spende im Internet recherchiert und bin auf viel dummes Zeug gestoßen. Da macht man sich nur selber Panik. Im Endeffekt war der Eingriff nämlich ganz harmlos“, appelliert er an potenzielle Spender. Nach zwei Jahren können Spender und Empfänger Kontakt zueinander aufnehmen. Für Robin Pretzlaff steht fest, dass er seine genetische Zwillingsschwester irgendwann einmal kennen lernen möchte.

Am Mittwoch und Donnerstag findet die dritte Typisierungsaktion am Berufskolleg statt. Alle Schüler, die älter als 17 sind, können Informationen sammeln und sich anschließend vor Ort typisieren lassen. „Bei den letzten zwei Aktionen wurden insgesamt 13 Lebensretter gefunden. Darauf soll nun aufgebaut werden“, so Schulleiter Bernhard Ingelbach.

Berufskolleg-Schüler sollen zu Lebensrettern werden

Mit großer Hoffnung sehen Tim (10) aus Iserlohn und seine Eltern der Aktion entgegen. Der Junge leidet am Burkitt-Lymphom, einer bösartigen Erkrankung des blutbildenden Systems. Nun hofft er auf eine Stammzellenspende. Dr. Michael Bermes, Bernhard Ingelbach und Bettina Steinbauer (DKMS) appellieren an alle Schüler, die Chance zu nutzen und zu potenziellen Lebensrettern zu werden.

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