Konzert

Zeit für ein Nikolaus-Wunder zum Beginn der Adventszeit

Autorin Sabine Langenbach  unterhielt das Publikum mit Geschichten aus ihrem Buch „24 Begegnungen zum Staunen im Advent“.

Autorin Sabine Langenbach unterhielt das Publikum mit Geschichten aus ihrem Buch „24 Begegnungen zum Staunen im Advent“.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  Die Freie evangelische Gemeinde feiert mit Erzählungen, Gedichten und Weihnachtsliedern besinnlich und musikalisch den Beginn der Adventszeit.

Heiter, besinnlich und musikalisch feierte die Freie evangelische Gemeinde Iserlohn mit ihren Gästen den Beginn der Adventszeit. Autorin Sabine Langenbach aus Altena unterhielt das Publikum nicht nur mit kurzweiligen Geschichten aus ihrem Buch „24 Begegnungen zum Staunen im Advent“, zwischendurch sang sie bekannte Weihnachtslieder in neuem Gewand. Begleitet wurde sie von Andreas Theil am Flügel und Max Jalay am Kontrabass – das Ergebnis waren locker-leichte Weisen im Jazz-Gewand.

Hoffnung und Vorfreude in stiller Andacht

Langenbachs Erzählungen reichen vom blinden Mädchen Birte über den klimaschützenden Postboten, bis zu Tim, dem Manager, der in der Weihnachtszeit über seinen Schatten springt und die alten Eltern besucht – alle mit gutem Ende und im festen Glauben daran, dass eine höhere Macht die Schritte der Menschen auf Erden lenkt. So auch in der autobiografischen Erzählung „Das Nikolaus-Wunder“. Darin platzt Autorin Langenbach am Nikolausabend auf dem Heimweg ein Autoreifen, doch alles geht gut und sie bekommt das Fahrzeug sicher zum Stehen. Doch das Wunder ist noch lange nicht vorbei. Hinter einer Lärmschutzwand trifft sie zwei hilfsbereite Maurer, der Reifen ist schnell gewechselt und Langenbach kann ihre Fahrt fortsetzen. „Das ist bis heute mein persönliches Nikolaus-Wunder, das werde ich nie vergessen“, so die Autorin. „Ich bin sicher, dass mein Hilferuf an der richtigen Stelle angekommen ist.“

Aber der Advent lässt auch Raum für Stille und innere Einkehr. Sabine Langenbach erinnerte mit dem Gedicht „Die Nacht ist vorgedrungen“ an den deutschen Journalisten und Dichter Jochen Klepper (1903-1942). Der Münchner beging am Abend des 11. Dezembers 1942 zusammen mit seiner jüdischen Frau Johanna und seine Stieftochter Renate in München Suizid. So wollte die Familie der Deportation zuvorkommen, die Frau und Tochter drohte. Im Text heißt es: „Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“ Hoffnung und Vorfreude in stiller Andacht – auch so kann die Adventszeit aussehen.

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