Soziale Stadt

Zukunft des Quartiersbüros unklar

Der Arbeitskreis Soziale Stadt hat am Dienstag erstmals öffentlich getagt.

Der Arbeitskreis Soziale Stadt hat am Dienstag erstmals öffentlich getagt.

Foto: IKZ/Michael May

Iserlohn.   Der Arbeitskreis Soziale Stadt hat am Dienstag erstmals öffentlich getagt. Auf der Tagesordnung stand auch das Quartiersbüro, das der Arbeitskreis gerne für den Bürgerverein behalten möchte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es lag schon ein wenig Abschiedsstimmung im Raum, als sich der Sozialpolitische Arbeitskreis Soziale Stadt am Dienstagnachmittag erstmals zu einer öffentlichen Sitzung in den Räumen des Quartiersbüros im Hochhaus an der Peterstraße traf. Denn in etwa einem halben Jahr wird es eben dieses Quartiersbüro in seiner jetzigen Form nicht mehr geben. Im August läuft das Quartiersmanagement aus, weswegen Tabea Rössig als Quartiersmanagerin rund drei Jahre nach der Eröffnung des Büros bereits einen kleinen Rückblick auf das gegeben hat, was in dieser Zeit in der südlichen Innenstadt passiert ist. Besonders die Tatsache, dass vieles von dem, was sie angestoßen hat – etwa die Einführung des Frühlingsfestes, einer Stadtteilzeitung oder der Stadtteilspaziergänge – auch fortgeführt werden soll, in erster Linie über den gerade neu gegründeten Bürgerverein Südliche Innenstadt.

Positive Bilanz der Arbeitdes Quartiersmanagements

Peter Apel, Inhaber des Dortmunder Planungsbüros „Stadtkinder“, das die Aufgaben des Quartiersmanagements als externes Büro übernommen hatte, sagte, dass es sehr positiv sei, dass sich das Quartiersmanagement selbst überflüssig gemacht habe. „Wir haben es geschafft, in sehr kurzer Zeit viele Menschen für die Arbeit im Quartier zu motivieren und zu aktivieren“, zog er eine positive Bilanz.

Unklar ist derzeit noch, was im Sommer aus dem Quartiersbüro selbst wird. Ausdrücklicher Wunsch des Arbeitskreises ist es, die Räume im Erdgeschoss des Hochhauses auch weiterhin für die Kommune zu behalten und in einer kombinierten Nutzung auch dem Bürgerverein zur Verfügung zu stellen. Dazu, so die städtische Projektleiterin Gabriele Bilke, müsse nun schnell ein neuer Förderantrag von den politischen Gremien beschlossen werden. Alles sei aber von der GAGFAH als Inhaberin des Hochhauses abhängig, die bereits eine eigene Nutzung der Räume angekündigt habe. Grundsätzlich, so Gabriele Bilke, sei das natürlich eine positive Entwicklung, das es ja Sinn des Projektes Soziale Stadt sei, private Eigentümer für die Stadtteilentwicklung zu gewinnen. Für die Arbeit des Bürgervereins müsse die Stadt sich in diesem Fall aber nach einem alternativen Domizil umschauen. Ebenfalls abhängig von den Plänen der GAGFAH ist die weitere Umsetzung des von Pfarrer Andres Michael Kuhn angestoßenen Projektes „Südstadtgärten“ – einem interkulturellen Gartenprojekt, in dessen Rahmen auf der derzeitigen Spielfläche vor dem Quartiersbüro ein Bürgergarten angedacht ist.

Neben der Werkstatt im Hinterhof, deren neue Räume an der Oberen Mühle ab Mai saniert werden sollen und deren Umzug innerhalb der Fabrik Kissing&Möllmann zum Jahresende von statten gehen soll, und der Umwandlung des Lägersportplatzes zu einem Freizeitpark (wir berichteten) haben sich Mitglieder des Arbeitskreises am Dienstag auch mit dem Fritz-Kühn-Platz beschäftigt. Die Planungen, so Gabriele Bilke, stecken hier noch in einem sehr frühen Stadium. Ziel sei es, die Vorentwurfsplanung noch vor den Sommerferien der Öffentlichkeit vorzustellen, um dann eine Bürgerbeteiligung und die Überarbeitung der Planung einzuleiten, so dass dann in der zweiten Jahreshälfte die Entscheidungen der politischen Gremien getroffen werden könne.

Zum Jahresende könne dann die endgültige Konzeption veröffentlicht werden und nach einem weiteren Entscheidungsprozess darüber stünde dann die konkrete Ausführungsplanung an, so dass frühesten Ende 2015 mit der Umgestaltung des Platzes begonnen werden könne.

Viel Arbeit für Uwe Browatzkiam Fritz-Kühn-Platz

Ein weiter Weg, den auch Uwe Browatzki als Sozialarbeiter auf dem Platz noch vor sich hat. Wobei er rund sechs Wochen nach seinem Antritt erklärte, dass ihm die Arbeit mit den „Platzbewohnern“ – also der schwierigen Klientel, die den Platz und die große Freitreppe in den vergangenen Jahren vornehmlich als Treffpunkt genutzt hat und nutzt – im Grunde wenig Sorgen mache. Hier habe er schon sehr viele sehr vertrauensvoll Kontakte knüpfen können. Problematischer sei der Umgang mit den Anwohnern, die teilweise sehr wenig Verständnis für die Situation von Drogenkranken und Obdachlosen zeigten. Es habe ihn wirklich erschüttert, mit welchen Sprüchen er dort oft konfrontiert würde – Sprüche, die er eigentlich in die 40er Jahre verortet hätte. „Hier“, so Browatzki, „ist noch eine Menge Aufklärungsarbeit im Umfeld des Platzes nötig.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben