Soziales

Flüchtlinge werden umquartiert

Die Flüchtlingsunterkunft an der Mendener Straße 135 soll künftig für Familien genutzt werden. Außerdem sollen dort allein reisende Männer unter 25 Jahren untergebracht werden.

Die Flüchtlingsunterkunft an der Mendener Straße 135 soll künftig für Familien genutzt werden. Außerdem sollen dort allein reisende Männer unter 25 Jahren untergebracht werden.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.  Der Sozialausschuss stimmt der Neuorganisation der Flüchtlingsunterkünfte zu, nachdem das Hansahaus freigezogen ist.

„Die Flüchtlingsunterkunft an der Mendener Straße soll künftig geflüchtete Familien aufnehmen, die bisher im Hansahaus untergebracht sind. Im Dezember ziehen dann bis zu 25 Personen in die Mendener Straße um.“ Im Sozialausschuss stellte Burcu Öcaldi, Leiterin des Bereichs Integration und Teilhabe, die Pläne für die Neuorganisation der Flüchtlingsunterbringung vor, die bei den Politikern auf einhellige Zustimmung stießen.

Zum Hintergrund: Wie berichtet, wird das Hansahaus an der Hans-Böckler-Straße hergerichtet, um das Jugendamt aufzunehmen. Hintergrund ist das Brandschutzproblem im Rathaus I. Das Jugendamt soll im neuen Jahr umziehen, erläuterte Burcu Öcaldi vom Bereich Integration und Teilhabe: „Bis Ende Januar wird das Hansahaus leergezogen, in dem aktuell 39 Personen wohnen. Ein Großteil der Familien aus dem Hansahaus wird dezentral in städtische Wohnungen untergebracht. Dies betrifft insbesondere Familien mit Kindern, die bereits einen Kindergarten besuchen, um die Wohnortnähe zu einem Kindergarten zu gewährleisten. Die restlichen Familien finden an der Mendener Straße eine Unterkunft in zentraler Lage.“

Zuweisungen von Flüchtlingen sind stark zurückgegangen

Aufgrund der stark zurückgegangenen Zuweisungen an geflüchteten Menschen sind die vierte und fünfte Etage im Hansahaus derzeit nicht mehr belegt. In den vergangenen drei Monaten wurden keine Asylbewerber mehr nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz zugewiesen. Im November 2017 seien die letzten anerkannten Flüchtlinge zugewiesen worden, berichtete Burcu Öcaldi.

Künftig soll ein Flügel der Sammelunterkunft an der Mendener Straße 135 als Unterbringungsmöglichkeit für alleinreisende Männer unter 25 Jahren genutzt werden: Wie Burcu Öcaldi im Ausschuss erklärte, sind aktuell 45 Männer dort untergebracht. Davon sind 23 jünger als 25 Jahre. 15 von ihnen gehen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach oder absolvieren eine Ausbildung. Die Verwaltung em­pfiehlt einen separaten Trakt für die jungen Heranwachsenden unter 25 Jahren und setzt auf die soziale Kontrolle durch das Zusammenleben mit Familien aus dem selben oder einem ähnlichem Kulturkreis. „Eine Unterbringung dieser Personen in anderen Männerunterkünften könnte die Entwicklung der Heranwachsenden negativ beeinflussen“, heißt es dazu in einer Verwaltungsvorlage für den Sozialausschuss..

In den Objekten an der Bleichstraße seien überwiegend ältere Männer aus sicheren Herkunftsstaaten, abgelehnte Asylbewerber im Klageverfahren oder „Dublin-Fälle“ untergebracht, die aktuell keine Perspektive in Deutschland haben: „Diese Perspektivlosigkeit bedingt ein gewisses Konfliktpotenzial.“

Die Flüchtlingsunterkunft an der Wallstraße steht derzeit leer und soll mit Unterstützung der Beschäftigungsförderung und den Objektbetreuern im Dezember mit eigenen Mitteln neu gestrichen werden. Beschädigtes Mobiliar wird ausgetauscht. Dort sollen dann im Zuge der Neuorganisation der Unterkünfte allein reisende Männer, die bisher in der Sammelunterkunft an der Mendener Straße wohnten, einquartiert werden: „Ziel ist es, eine Unterkunft für allein reisende Männer mit einem gesteigerten Ruhebedürfnis herzurichten. Hier sollen die Männer die Möglichkeit haben, ungestört einer Beschäftigung oder Ausbildung nachzugehen“, heißt es in der Verwaltungsdrucksache. Für Männer gibt es weiter auch die Unterkunft in der Bleichstraße nebenan.

In der Flüchtlingsunterkunft an der Corunnastraße sollen weiter überwiegend Familien untergebracht werden und Frauen in einem eigenen Trakt.

Sozialausschuss bewilligt 50.000 Euro für den Altenplan

Ebenfalls einstimmig bewilligte der Sozialausschuss 50.000 Euro für einen Altenplan, der im kommenden Jahr realisiert werden soll. Christoph Strünck von der Forschungsgesellschaft für Gerontologie der Technischen Universität Dortmund erläuterte das Vorgehen einer modernen Planung „auf dem Weg zu einer alten- und generationengerechten Kommune“. Um ein hochwertiges Ergebnis zu erzielen, wird zunächst der Bestand dokumentiert und dann der Bedarf mit Hilfe schriftlicher Befragungen, Stadtteilkonferenzen und einem Expertenworkshop ermittelt.

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