10 Jahre Hochschule Rhein-Waal

Ab Kleve ins All – der Astronomieclub hat den Durchblick

Astronomie-Club an der Hochschule Rhein-Waal Kleve. v.l. Malte Koch, Prof. Alexander Struck, Julia Miersch. 

Astronomie-Club an der Hochschule Rhein-Waal Kleve. v.l. Malte Koch, Prof. Alexander Struck, Julia Miersch. 

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kleve.  Ein Astronomie-Club an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve spürt den Weiten des Weltraums nach. Hier trifft man auf lauter Begeisterte.

Sie wirken ganz munter, obwohl sie schon um vier Uhr morgens unterwegs waren. Wolkenloser Himmel über Kleve – das muss man ausnutzen, wenn man in die Sterne schauen will. Und das will eine erstaunlich große Anzahl von Studierenden der Hochschule Rhein-Waal in Kleve. Sie haben sich in einem Astronomie-Club zusammengefunden. „Das erste Mal sind wir mit 20, 30 Leuten losgezogen“, erinnert sich Malte Koch, einer der Gründer. Der Student hatte mit seinem Kommilitonen Ahmed Taha im letzten Jahr die Idee zu diesem Club. Das Interesse war überwältigend – quer durch alle Fakultäten, Fachbereiche und Nationen.

Manche wollen einfach nur gerne die Sternenwelten erkunden

Alexander Struck, Professor für Theoretische Physik, begleitet die Arbeitsgemeinschaft mit Rat und Tat. Das Spektrum der Studierenden ist dabei vielleicht ebenso vielfältig wie das Lichtspektrum der Sonne. Manche wollen einfach nur gerne die Sternenwelten erkunden, andere reizen die Gerätschaften.

„Jeder hat irgendein Wissen und kann sich einbringen“, sagt Julia Miersch, die Gender & Diversity studiert. Schnell hat sich, losgelöst vom normalen Studienbetrieb, eine Organisationsstruktur gebildet. Mehrere Gruppen beschäftigen sich jeweils mit speziellen Dingen – eine baut ein Radioteleskop, eine werkelt an einer Nebelkammer. „Das ist möglich, weil wir Zugriff auf unsere Labore haben“, sagt Struck.

Oft kommen gerade von den Fachfremden exzellente Ideen

Denn die Hochschule Rhein-Waal unterstützt den Astronomie-Club nach Kräften, ist der doch ein Aushängeschild, wie man es sich nicht besser wünschen kann: interdisziplinär und hochmotiviert. Jeden Freitagabend steht nicht etwa Party an, sondern ein Treffen. Da geht es dann um die verschiedensten Aspekte der Astronomie. „Ich bin begeistert, wieviel da in Eigenregie entsteht“, freut sich Struck. Er lobt die hochwertigen Seminarbeiträge – ohne dass es für irgendetwas Noten gäbe. Hier spricht einzig und allein das Interesse. „Oft kommen gerade von den Fachfremden exzellente Ideen“, hat er dabei herausgefunden.

Wenn es das Wetter erlaubt, geht es freitags nach den Treffen auf Sternen-Pirsch

Wenn es das Wetter erlaubt, geht es nach den Treffen auf Sternen-Pirsch. Anfangs hatten sie nur ein paar Ferngläser – aber schon damit sieht man erstaunlich viel. Inzwischen nutzt der Astronomie-Club drei leistungsstarke Teleskope. Die tragen sie dann in den Alten Park in Kellen, eine Viertelstunde zu Fuß von der Hochschule aus. Dort ist man gegen die nächtliche Lichtverschmutzung einigermaßen abgeschirmt.

Im Sommer auf dem Boden liegen und den Sternenhimmel beobachten

„Im Sommer auf dem Boden liegen und den Sternenhimmel beobachten – das ist wunderschön“, erzählt Julia Miersch. Einmal wollten sie den Saturn beobachten, haben aber zunächst ein wenig daneben gezielt und eine Myriade von Sternen gefunden. Atemberaubend. Ein anderes Mal haben sie morgens um vier Uhr den Jupiter beobachtet, inklusive drei Monden. „Man sieht da draußen leuchtende Punkte, aber jeder hat seine eigene Geschichte – da will man einfach mehr wissen“, sagt Malte Koch.

Ihre Begeisterung wollten die Studierenden auch dem Publikum vermitteln. Hierzu hatten sie am Infotag ein Planetarium aus Pappe gebaut, fünf Meter breit und drei Meter hoch und einen kurzen Filmtrailer mit eigens komponierter Musik gezeigt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben