Airport Weeze

Auto kracht in Flughafenzaun – Ryanair-Jet bricht Landung ab

| Lesedauer: 3 Minuten
Ein Auto hat am Flughafen Weeze am Niederrhein einen Zaun in der Nähe der Rollbahn durchbrochen, so dass eine Passagiermaschine ihren Landeanflug abbrechen musste.

Ein Auto hat am Flughafen Weeze am Niederrhein einen Zaun in der Nähe der Rollbahn durchbrochen, so dass eine Passagiermaschine ihren Landeanflug abbrechen musste.

Foto: Guido Schulmann / dpa

Weeze.  Ein 59-Jähriger hat mit seinem Auto am Flughafen Weeze einen Sicherheitszaun durchbrochen. Die Polizei rückte zum Großeinsatz aus.

Ein Auto hat am Flughafen Weeze am Niederrhein am Samstagabend gegen 20.15 Uhr einen Zaun in der Nähe der Rollbahn durchbrochen, so dass eine Passagiermaschine ihren Landeanflug abbrechen musste. Die Polizei rückte mit etlichen Einsatzkräften und Fahrzeugen aus, da sie einen Anschlag nicht ausschließen konnte. „Daran muss man in einer solchen Situation denken“, sagte ein Sprecher der Kreispolizei Kleve. „Doch der wirkliche Grund für den Zwischenfall hat sich dann schnell herausgestellt.“

Die Polizei geht nach derzeitigem Stand der Ermittlungen von einem medizinischen Notfall aus: Ein 59-jähriger Autofahrer aus Kevelaer hatte am Samstagabend während seiner Fahrt am Airport gesundheitliche Probleme bekommen, weshalb er mit seinem Hyundai von der Straße abkam und den Sicherheitszaun des Regionalflughafens im westlichen Bereich durchbrach.

Sicherheitskräfte stoppten Autofahrer neben der Start- und Landebahn

Das Auto fuhr dann weiter auf einer Nebenspur der Start- und Landebahn entlang, bis es von Sicherheitskräften gestoppt werden konnte. Der Flugverkehr wurde sofort eingestellt und ruhte so lange, bis die Situation geklärt war. Bei dem Fahrer wurde neben Hinweisen auf eine medizinische Vorerkrankung auch Alkohol im Blut festgestellt. Er kam ins Krankenhaus und muss nun mit einem Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr rechnen.

Die umgeleitete Ryanair-Maschine kam nach Angaben des WDR aus Rom. Dies habe eine Reporterin des Senders berichtet, die in der Maschine gesessen habe. Eine andere Passagierin schilderte dem WDR ihre Gefühle beim abgebrochenen Landeanflug: „Wir sind auf Weeze angeflogen und plötzlich hat der Pilot wieder Gas gegeben, hat hochgezogen und die Räder wurden wieder eingefahren und es war unheimlich, das war keine gute Erfahrung.“ Nach einem Zwischenstopp in Münster konnte die Maschine dann am späteren Abend schließlich doch noch in Weeze (Kreis Kleve) landen, wie die Polizei weiter mitteilte.

Flughafen lobt sofortige Reaktion

Holger Terhorst, Sprecher des Airport Weeze, lobte das entschlossene Verhalten aller beteiligten Sicherheitskräfte: „Die für die Sicherheit verantwortlichen Stellen und Behörden am Flughafen – Verkehrsleitung und Security, Bezirksregierung, Kreispolizei – haben sofort und richtig reagiert. Die beschädigte Stelle des Zauns im Westen des Flughafengeländes sei unmittelbar nach dem Vorfall gesichert und die Sicherheit wieder hergestellt worden, so Terhorst. Der exakte Schaden werde noch ermittelt.

Der reguläre Flugverkehr an der Grenze zu den Niederlanden konnte nach dem Vorfall noch am Samstagabend wieder aufgenommen werden. Mit Beginn der Herbstferien hat die Zahl der Starts und Landungen in Weeze deutlich zugenommen, der Flughafen erreicht mit 95 Abflügen pro Woche erstmals wieder Vor-Corona-Niveau. Insgesamt erwartet der Airport in den Herbstferien mehr als 60.000 Gäste. (dpa/nip)

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