Bauausschuss

Das sind Gochs Pläne für mehr Klimaschutz in der Stadt

Die Stadt Goch pflanzte in diesem Sommer insektenfreundlichen Blumenschmuck in der Innenstadt.

Die Stadt Goch pflanzte in diesem Sommer insektenfreundlichen Blumenschmuck in der Innenstadt.

Foto: Torsten Matenaers/Stadt Goch

Goch.  Keine Ausrufung des Klimanotstands, aber zahlreiche Einzelmaßnahmen für die Umwelt: Politik und Verwaltung diskutierten über den Klimaschutz.

Die Stadt Goch wird nicht den Klimanotstand ausrufen. Die ZIG-Fraktion zog im Bau- und Planungsausschuss ihren chancenlosen Antrag zurück. Doch mit Blick auf die Tagesordnung, die gespickt war mit Maßnahmen und Vorschlägen von Verwaltung, Politik und Bürgern zum Klimaschutz, stellte der Fraktionsvorsitzende Ludwig Kade zufrieden fest: „Da habe ich anscheinend einen Nerv getroffen.“ Ein Überblick über die Ausschussbeschlüsse zur Gocher Klimaschutzpolitik.

Insektenschutz

Auf Antrag der SPD stellte die Verwaltung ein ganzes Maßnahmenpaket „gegen den weiteren Rückgang der Artenvielfalt und zur Stärkung der vorhandenen Populationen bei Insekten“ zusammen, das die Politik größtenteils einstimmig absegnete. So wird Goch unter anderem dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beitreten und vor dem Einsatz von Pestiziden und Insektiziden alternative Behandlungsformen prüfen und möglichst einsetzen. „Allerdings gehen wir damit bereits maßvoll und verantwortungsbewusst um“, betonte Wolfgang Jansen, Geschäftsführer der Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft „GO!“. Für Blühflächen und Blühstreifen auf städtischem Boden wird die Verwaltung ein Pflegekonzept vorlegen.

Diskussionen gab es um die Gestaltungssatzung, die in künftige Bebauungspläne übernommen wird. Sie schreibt vor, die Vorgärten zu begrünen und mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen. Während Theo Becker (BFG) einen gelasseneren Umgang mit der zunehmenden Versteinerung und Verkiesung der Vorgärten forderte und für Ratschläge statt Regeln plädierte, sah die Ausschussmehrheit keinen zu starken Eingriff in die Privatsphäre der Bürger. „Wir müssen die Leute auch dafür sensibilisieren, dass es keine klinisch saubere Natur gibt“, sagte Georg Binn (CDU).

Der Imkerverein Kleve-Kellen formulierte in einem Antrag ähnlich lautende Vorschläge für Maßnahmen, die Goch, dessen Stadtgebiet laut Wolfgang Jansen zu rund 80 Prozent aus Wäldern und Feldern besteht, zur „bienenfreundlichen Kommune“ machen sollen.

Geburtenallee

Gocher Eltern haben künftig die Möglichkeit, für jedes Neugeborene einen Baum ihrer Wahl zu pflanzen. Die Stadt bezuschusst dies mit 30 Euro. Rund 300 Neugeborene werden in Goch jährlich gezählt. Wenn auch nur ein Drittel der Eltern das neue Angebot annimmt, könnte die von den Grünen vorgeschlagene Fläche an der Nierswelle schnell zu eng werden. Über einen alternativen Standort für die Geburtenallee berieten Verwaltung und Politik im nicht-öffentlichen Teil.

Baum des Jahres

An der Nierswelle wird ab 2020 der Baum des Jahres gepflanzt. Mit ihrem Antrag beleben die Grünen dieses einst begonnene und zwischenzeitlich eingeschlafene Vorhaben.

Stadtradeln

Goch beteiligt sich ab nächstem Jahr am bundesweiten Stadtradeln-Wettbewerb, bei dem alle Bürger eingeladen sind, in drei Wochen möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen.

AGFS-Mitgliedschaft

Nach Fertigstellung des Radverkehrskonzepts (die NRZ berichtete) beantragt die Stadt Goch die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise NRW (AGFS).

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