Schloss Moyland Bedburg-Hau

Der erste Schritt gegen Schimmel im Museum Schloss Moyland

Julia Niggemann in der Ausstellungshalle von Schloss Moyland.

Julia Niggemann in der Ausstellungshalle von Schloss Moyland.

Foto: Eve

Bedburg-Hau / Till-Moyland.  Im Museum Schloss Moyland in Bedburg-Hau müssen die sanierungsbedürftigen Depots geräumt werden, erklärt Verwaltungsdirektorin Julia Niggemann.

Die lange überfällige Sanierung von Museum Schloss Moyland beginnt. Julia Niggemann, seit Juli neue Verwaltungsdirektorin und Geschäftsführerin der Stiftung Museum Schloss Moyland, hat die Förderanträge zur Finanzierung des ersten Sanierungsschritts auf den Weg gebracht. Man habe gute Signale, dass diese Anträge auch durchkommen können, sagt sie. Im Moyländer Umfeld wurden Bedenken laut, dass diese Sanierung immer noch infrage stehe und wohl nicht, wie von Niggemann im Vorfeld angekündigt, bis 2021 zu erledigen sei.

Depots tief unter der Erde

Nachdem die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Isabel Pfeiffer-Poensgen, dem Haus einen informellen Besuch abstattete, waren weitere Beamte des Ministeriums in Moyland und haben das sanierungsbedürftige Haus besichtigt. Das größte Problem, das derzeit die Ausstellungsaktivitäten des Museums schwer einschränkt, sind die sanierungsbedürftigen Depots tief unter der Erde. Hier hat sich mangels moderner Lüftung Schmutz und vor allem Schimmel auf die eng an eng stehenden Werke gesetzt. Niggemann will dem Problem jetzt nach und nach zu Leibe rücken.

Werke an einen geschützten Ort bringen

„Wir müssen als ersten Schritt die Werke an einen geschützten Ort bringen und von Schmutz und Schimmel befreien“, sagt sie. Als geschützten Ort hatten die Moyländer schon vor Amtsantritt Niggemanns die große Ausstellungshalle ausgeguckt: Die ist per Aufzug direkt mit den Depots verbunden und soll Platz genug haben, damit die Restauratoren des Schlosses die betroffenen Werke dort sichten und gegebenenfalls auch säubern können.

Vorschlag: Den Restauratoren als „Projekt“ bei der Arbeit zusehen

Vielleicht könnte daraus sogar, so hatte es Armin Brux vom Vorstand der Stiftung Museum Schloss Moyland angekündigt, ein Ausstellungsprojekt erwachsen: indem man Restauratoren bei ihrer Arbeit über die Schulter sehe. Die Kosten, die durch die Räumung und die Einrichtung einer Werkstatt in der Halle entstehen, würden bei Genehmigung von der Förderung zu 100 Prozent übernommen, erklärt Niggemann.

Der nächste Schritt ist eine Bestandsanalyse

Der nächste Schritt ist eine Bestandsanalyse der Depots, so die Verwaltungschefin. „Wir wollen wissen, was dort wirklich zu tun ist. Reicht eine moderne Lüftungsanlage, muss baulich saniert werden und welche Kosten entstehen?“, sagt sie. Denn eigentlich habe man mit der direkten Verbindung von Depots und Ausstellungshalle und den unterirdischen Räumen gute bauliche Voraussetzungen – wenn man Feuchtigkeit ausschließen könne. Beim Bau des zwei Etagen tief in der Erde versenkten Untergeschosses der Vorburgen war versprochen worden, eine so genannte schwarze Wanne einzurichten, weil die Moyland-Vorburgen unmittelbar am und teils im Burggraben liegen.

Den Ist-Zustand und die Kosten klären

Der Ist-Zustand und somit die Kosten können geklärt werden, „wenn die Depots leer geräumt sind“, sagt die 48-Jährige Verwaltungschefin. Wenn nur eine Lüftungsanlage nötig sei, könnten die Arbeiten zügig über die Bühne gehen. Niggemann ist zuversichtlich, dass Museum Schloss Moyland 2021 zum Beuys-Jubiläum eine große Ausstellung, möglichst auch in der großen Halle, organisieren kann. „Ich weiß, dass das ambitioniert ist, 2021 fertig sein zu wollen. Aber das ist unser Ziel. Schließlich ist es ein wichtiges Jahr.“

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