Gesundes Essen

Mutiges Start-Up aus Kleve macht einen Burger aus Grillen

Der Insektenburger von happyCricket aus Kleve besteht aus Grillen-Mehl und schmeckt!

Der Insektenburger von happyCricket aus Kleve besteht aus Grillen-Mehl und schmeckt!

Foto: Nrz-Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kleve.  Philip Weykamp und Christopher Fischer, zwei junge und mutige Unternehmensgründer, haben die NRZ zum Testessen nach Kleve eingeladen.

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Ohne schlechtes Gewissen in einen saftigen Burger beißen, ohne Gedanken an Tierwohl und Umwelt zu verschwenden - dieser Moment ist für Menschen mit einem ökologischen Bewusstsein wohl schon lange her. Aber gestern war’s zumindest für die NRZ so weit. Denn Philip Weykamp (32) und Christopher Fischer (33), zwei junge und mutige Unternehmensgründer, hatten zum Testessen eingeladen.

In der Küche ihres Unternehmenssitzes happyCricket an der Königsallee 219 in Kleve brutzeln sie etwas ganz besonderes: einen Burger aus Grillen-Mehl. Ob zubereitet mit (beispielsweise) Olivenpaste, Spinat und Feta oder ganz pur genossen überzeugt die neue Art von Burger-Pattie die Testerin auf Anhieb. Der erste, etwas vorsichtige Bissen ruft Verwunderung hervor - schließlich verwöhnen hier nicht Fleisch oder Gemüsesorten den Gaumen, sondern Insekten. Ungewohnt, aber auch ungewohnt lecker!

Idee vom Klever Philip Weykamp

Das Unternehmen hoben die beiden erst Mitte Juli aus der Taufe. Die Idee wurde vom Klever Philip Weykamp auf seiner Weltreise 2018 geboren. Bereits 2015 in China und dann 2018 in Thailand hat Weykamp jede Menge gebratener, gerösteter und gegrillter Insekten verzehrt. Angesichts des sonst übermäßigen Fleischkonsums, mit katastrophaler ökologischer Bilanz in vielen Ländern dieser Welt, ließ ihn diese schmackhafte Variante der CO2-freien Ernährung nicht mehr los. Wieder daheim in Kleve angekommen besprach er mit seinem Freund und heutigen Geschäftspartner Christopher Fischer seine Geschäftsidee.

Eine erklärungsbedürftige Idee, die hier erst einmal einen Markt finden muss

Und die ist erklärungsbedürftig, weil sie erst einmal einen Markt in Deutschland finden muss. So wurde „happyCricket“ (fröhliche Grille) am 15. Juli 2019 als Gewerbe angemeldet und soll nun in die Köpfe der Menschen. Die Idee der mutigen Geschäftsgründer: „Wir wollen CO2-neutrale Nahrungsmittel entwickeln, produzieren und vertreiben, die auch gesund und lecker sind.“ Als Grundlage der Produkte dient ökologisches Grillenmehl, das bis zum fertigen Burger nur noch mit heißem Wasser angerührt werden muss und dann in der Pfanne heiß gebraten wird. Übrigens steht ein Ökosiegel für die thailändischen Grillen auch kurz vor der Verwirklichung.

Viele Vorteile gegenüber Fleischwaren

Die Vorteile gegenüber Fleischwaren: der Ressourcenverbrauch ist gering, es wird eine negative CO2-Bilanz erreicht. „Außerdem enthält das Mehl wertvolles Protein, Eisen, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren“, betont Weykamp. „Unsere Patties haben einen eigenen Geschmack. Es sind keine Ersatzprodukte, sondern eine echte Alternative zu herkömmlichen Fleisch. Dazu nachhaltig und gesund!“

Übrigens: Der als „Der Grüne“ bezeichnete Burger ist kein Partysnack. Die Grillen von einem englischen Unternehmen mit Sitz in Deutschland werden in Thailand gezüchtet, zu Mehl verarbeitet, in kompostierbare Tüten verpackt und klimaneutral nach Kleve geschickt. „Unser Ziel ist es in Zukunft die Grillenzucht nach Deutschland zu holen“, hofft Weykamp.

Die Grillen schlafen einfach ein – ein sanfter Tod

Übrigens: Bevor die Grillen verarbeitet werden, werden sie mittels Temperaturabsenkung in eine Art „Winterschlaf“ versetzt. Sozusagen ein sanfter Tod für die Insekten. „Sie schlafen einfach ein“, erklären die beiden Start-Upper, die selbst auch gerne den Grillen-Burger essen. Christoph Fischer ist sonst Vegetarier. „Ein Jahr in Amerika mit diesem enormen, gedankenlosen Fleischkonsum und das Wissen um die schreckliche Massentierhaltung hat mich dazu gemacht“, erklärt er. Weykamp isst nur ganz selten Fleisch – aus den gleichen Gründen.

Crowdfunding-Kampagne soll den Verkauf ins Rollen bringen

Damit „Der Grüne“ für ganz viele Menschen käuflich zu erwerben ist, haben die beiden Unternehmer eine Crowdfunding Kampagne gestartet. So soll der Verkauf angekurbelt werden und so sollen auch die nächsten Produktions-Ideen finanziert werden. Zur Zeit hilft den beiden Jungunternehmern noch ein Stipendium des Landes NRW für Unternehmensgründer.

Infos gibt’s hier und auch per email: info@happycricket.de und per Telefon: .

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