Wasser

Die Algen sind weg vom Klever Spoykanal

Das Amphibien-Kettenfahrzeug ergänzt die bisherigen Gerätschaften der USK.

Das Amphibien-Kettenfahrzeug ergänzt die bisherigen Gerätschaften der USK.

Foto: USK

Kleve.  Auf dem Klever Spoykanal waren sie jahrelang ein Problem. Die Umweltbetriebe der Stadt schafften ein Amphibien-Kettenfahrzeug an.

Die Algen auf dem Spoykanal sind immer wieder Gesprächsthema in der Stadt. Sie trieben da mitsamt Müll sowie toten Tieren und bildeten eine unpassierbare Barriere für Wassersportler. Außerdem bot der Algenteppich Besuchern und Einheimischen einen unschönen Anblick. Jetzt meldete sich der Kanu-Club Kleverland mit guten Nachrichten: Die Algen sind verschwunden, die Durchfahrt ist wieder frei.

Truxor 5000 heißt das Amphibien-Kettenfahrzeug

Zu verdanken ist dieser Erfolg maßgeblich dem Truxor 5000. So heißt das Amphibien-Kettenfahrzeug, das die Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK) für rund 130.000 Euro gekauft haben und seit diesem Frühjahr einsetzen, um die Algen unter Wasser abzuschneiden.

Der Truxor ist in der Regel mindestens montags, mittwochs und freitags im Einsatz. Er ist für das „Grobe“ zuständig. Das sieben Knoten schnelle Gefährt gilt mit seinen Vorrichtungen für Rechen, Greifer und Schneidgerät als „Allrounder“, kann zu Wasser und auf dem Land schneiden, sammeln und transportieren. So erledigt der Truxor Mäharbeiten unter Wasser bis zu einer Tiefe von 1,40 Meter. Er schneidet Böschungen wasserseitig und beseitigt grobe Verschmutzungen im Wasser sowie auf der Wasseroberfläche – dazu zählen auch Fahrräder und Einkaufswagen, wie man sie vorige Woche am Ufer unterhalb der Ring-Brücke frisch gefischt zum Abtransport bereit liegen sah.

Das Reinigungsboot übernimmt im Anschluss nach dem Tudor die zweite Reinigungsstufe, nämlich die feineren „Schmutzteppiche“, die dann problemlos aufgenommen werden können.

Wir haben mit unseren Booten freie Fahrt

Das alles funktioniert so gut, dass die Wassersportler vom Klever Kanuclub geradezu begeistert sind. „Die Wasseroberfläche ist wieder frei von Algen. Wir haben mit unseren Booten freie Fahrt und finden es toll, dass das Amphibienfahrzeug so tolle Dienste leistet“, sagt Bootswart Dieter Storm.

Damit scheint ein langes Kapitel abgeschlossen zu sein, denn jahrelang hatten die Wassersportler mit dem Problem zu kämpfen. Bereits Mitte 2017 hatte Storm auf eine Situation aufmerksam gemacht, die für Kanuten Lebensgefahr bedeuten kann: „Wenn hier jemand kentert, wird es lebensgefährlich. Besonders junge, unerfahrene Kanuten werden es nicht schaffen, ihr Boot in der dicken Algenschicht wieder aufzurichten und an die rettende Wasseroberfläche zu gelangen“, sagte Storm damals.

Keine Beschwerde aus der Bevölkerung mehr

Dass er jetzt voll des Lobes für die Umweltbetriebe ist, freut natürlich deren Geschäftsführer Karsten Koppetsch: „Tatsächlich gab es in diesem Sommer aufgrund des kombinierten Einsatzes des Truxors und des Reinigungsbootes keine Beschwerde aus der Bevölkerung, die an die USK herangetragen wurde. Dass sich der Kanuclub Kleve nun so positiv äußert, freut mich sehr“, sagte Karsten Koppetsch. Die Idee der Umweltbetriebe und deren Umsetzung könne als „voller Erfolg“ gewertet werden.

Aber für mindestens einen kam der Truxor zu spät: Unternehmer Ulrich Sander hat seine Kanu-Station auf dem Spoykanal im Frühjahr 2019 geschlossen. Es kamen einfach zu wenig Gäste, auch das Algenproblem auf dem Spoykanal habe dabei wohl eine Rolle gespielt.

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