Ausbildungsbörse

Die Klever BKK-Schüler sind heiß auf den Arbeitsmarkt

Dietmar Schürmann mit 3D-Druckerzeugnis.

Dietmar Schürmann mit 3D-Druckerzeugnis.

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kleve.  250 Schüler des Berufskollegs nahmen am Event-Coaching in den Tichelpark-Kinos teil. Zahlreiche Workshops vom 3D-Drucker bis zur Typberatung.

Vor ein paar Jahren hätten sich noch Menschentrauben um die süßen weißen Roboter gebildet, die im Foyer der Tichelpark-Kinos herumfahren und irgendwelche Sachen reden. Mittlerweile gehen die meisten der 250 Schüler des Berufskollegs Kleve achtlos an ihnen vorbei. So schnell gewöhnt man sich an Neues.

Topmoderne Azubi-Messe

Auch Arbeitsplätze sehen heute anders aus als in früheren Zeiten. „Neulich habe ich eine Annonce gelesen, in der ein Dachdecker einen Auszubildenden mit Hochschulreife suchte“, erzählt Andrea Kamps vom Theodor-Brauer-Haus Berufsbildungszentrum Kleve (TBH). Gemeinsam mit Integra Geldern, dem SOS Kinderdorf und der Agentur für Arbeit Wesel stemmt das TBH eine Art topmoderne Ausbildungsmesse: Event-Coaching, das bedeutet lockeres Ambiente, spannende Vorträge und praxisnahe Workshops.

„Wir wollen euch heiß machen auf den Arbeitsmarkt“, ruft Moderator Tobias Budde gleich zu Anfang per Mikro in den voll besetzten großen Kinosaal. „Ich hoffe, Sie bekommen viele neue Eindrücke mit für den Berufsweg, den Sie gerne einschlagen wollen“, gibt Barbara Ossyra, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Wesel, den jungen Leuten mit in den Tag. Und Bernd Pastoors vom TBH ergänzt: „Hier kann man auf einen Blick viele neue Sachen kennenlernen, die man sonst mühsam zusammenklauben müsste.“

Von der Typberatung bis zur Bauwirtschaft sind es also nur ein paar Treppenstufen. Wobei die Typberatung vor allem bei den Schülerinnen gefragt ist. Wie soll man die Haare tragen, welche Farben passen zu einem? Wie will man rüberkommen? Nicht ganz unwichtig. Doch die jungen Männer zieht es eher zur Technik, Rollenklischees hin oder her. Die Bauwirtschaft von heute hat andere Hilfsmittel als in früheren Zeiten. Inzwischen arbeitet man mit 3D-Brillen und Drohnen. Nur muss irgendwer damit umgehen können. Das will gelernt sein.

Wie auch der Umgang mit 3D-Druckern. Das TBH besitzt einige, gerade wollen sie das Brandenburger Tor im Miniaturformat ausdrucken. „Wir sagen immer, das kann man heute alles machen – aber dazu gehört eine ganze Menge mehr“, sagt Dietmar Schürmann vom TBH. Man muss die Software beherrschen, und das wiederum lernt man in der Ausbildung.

Bewerbungstraining

Um einen Platz zu bekommen, muss man sich bewerben. Manche Fragen an die Bewerber sind nicht erlaubt, erläutert eine Beraterin. Eine Frau darf sogar lügen, wenn man sie fragt, ob sie schwanger sei. Auch ansonsten scheint die Wahrheit kein allzu hohes Gut zu sein. Beim Telefoninterview-Training antwortet eine Schülerin auf die Frage nach ihrem Lieblingsfach mit „Mathe“. Aber sie bewerbe sich doch jetzt im Training bei einer Apotheke, meint die Trainerin, da solle sie vielleicht doch lieber „Biologie“ sagen.

Zurück zum Dachdecker-Azubi mit Hochschulreife. „Viele fragen sich, ob man auch mit einem niedrigeren Schulabschluss in einen Beruf kommen kann“, sagt Andrea Kamps. Für Fragen wie diese ist die Beratungsstelle im Alltag da. Jenseits des Events geht es dann doch um den einzelnen Menschen.

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