Politik

Die Klever SPD stellt sich hinter Northing

Niklas Lichtenberger, Monika Overkamp, Barbara Hendricks, Sonja Northing, Josef Gietemann, Petra Tekath , Christian Nitsch und Stefan Welberts.

Niklas Lichtenberger, Monika Overkamp, Barbara Hendricks, Sonja Northing, Josef Gietemann, Petra Tekath , Christian Nitsch und Stefan Welberts.

Foto: SPD

Kleve.  Eine Mitgliederversammlung der Klever Sozialdemokraten stimmte für den Verzicht eines eigenen Kandidaten. Die Partei wird sich wieder für Sonja Northing einsetzen

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Ein denkwürdiger Abend liegt hinter der Klever SPD. Die Genossen hatten am Dienstag im Clivia-Haus die Wahl: Soll die SPD Amtsinhaberin Sonja Northing bei ihrem Vorhaben unterstützen, sich im September 2020 erneut zur Bürgermeisterin wählen zu lassen, oder sollen die Sozialdemokraten mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen gehen? Die Versammlung dauerte mehrere Stunden, an deren Ende rund 63 Prozent der 57 anwesenden Mitglieder für eine Unterstützung Northings votierten.

Parteiinterne Diskussion

Schon im Vorfeld gab es Irritationen. Viele Klever waren davon ausgegangen, dass die Sitzung öffentlich ist, so wie es nicht nur bei der SPD, sondern auch bei den anderen Parteien in der Region bislang üblich war. Doch der Vorstand entschied sich dafür, die Öffentlichkeit auszuschließen, auch die Presse war nicht eingeladen, über die Versammlung zu berichten.

Wie der Ortsvereinsvorsitzende Gietemann und sein Vorstandskollege Christian Nitsch noch im Vorfeld betonten, habe man die Mitglieder am 9. Oktober, „sehr transparent“ per Rundbrief darüber informiert, dass sich Sonja Northing am Dienstag den Fragen der Genossen stellen werde, auch zu der Gretchenfrage, wie sie’s mit der SPD-Politik hält. Das sei unter Tagesordnungspunkt „Wahl des Kandidaten“ vorgesehen. Doch es kam anders.

Die Kreis Klever SPD-Bundestagsabgeordnete Barbara Hendricks ließ es gar nicht erst dazu kommen, dass Northing das Wort ergriff. In dem Fall wäre sicher auch Michael Kumbrink zu Wort gekommen. Das SPD-Vorstandsmitglied hatte den Mitgliedern nämlich angekündigt, sich gegen den Vorstandsbeschluss, Northing zu unterstützen, zu stellen und stattdessen selbst als SPD-Kandidat für das Bürgermeisteramt zur Wahl anzutreten. Doch zu einer Vorstellungsrunde kam es nicht. Stattdessen forderte Hendricks die rund 60 Mitglieder auf, darüber abzustimmen, ob die SPD Northing unterstützen oder mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen gehen soll.

Daraufhin entspann sich eine drei Stunden lange, emotionale Diskussion. Am Ende war das Ergebnis der Wahl so: 36 Mitglieder (63 Prozent) stimmten für Northing, 21 (37 Prozent) für einen eigenen Kandidaten.

Northing wird unterstützt

Das waren am Tag danach die Reaktionen auf die Wahl: Barbara Hendricks sagte: „Es ging um die Frage, wie die SPD die meisten Chancen hat, einen CDU-Bürgermeister zu verhindern.“ Deswegen sei es eine „Grundsatzfrage“ gewesen, ob die Partei mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen geht oder die Amtsinhaberin unterstützt. „Dabei ging es gar nicht um die Person Michael Kumbrink“, betont Hendricks. Die Empfehlung des Vorstands, Northing zu unterstützen, der am Ende durchging, sei richtig gewesen. „Die Mehrheit war deutlich“, sagt Hendricks. Der Parteivorstand, dem 37 Prozent der anwesenden Mitglieder nicht folgten, sei in seinem Amt nicht beschädigt.

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