Bildung

Vierzügigkeit: Die Kellener Realschule braucht mehr Platz

Die Karl Kisters Realschule soll nun doch vierzügig ausgebaut werden.

Die Karl Kisters Realschule soll nun doch vierzügig ausgebaut werden.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kleve.  Um die Vierzügigkeit und die Inklusion gewährleisten zu können, benötigt die Kellener Schule spätestens im Jahr 2023 weitere Räume.

Die Karl Kisters Realschule in Kellen wünscht sich auch für die Zukunft eine Vierzügigkeit, um den Elternwillen gewährleisten zu können. Die Schulkonferenz hat der Verwaltung einen entsprechenden Beschluss übermittelt. Bis zum 1. August 2023 müssten zusätzliche Räume errichtet werden, um das Angebot der zieldifferenten Beschulung (Inklusion) zu erfüllen.

Der stellvertretende Schulleiter Christian Best stellt sich die Herrichtung der Pausenhalle des Neubaus vor, die man mit einem relativ geringen Aufwand bauen könnte. „Wir sprechen hier nicht über einen Erweiterungsbau, sondern wir müssten die Pausenhalle zumachen und als Klassenräume herrichten. Das ist kein Riesenakt. Wir unterhalten uns hier über 180 Quadratmeter“, so Best. Dies mit den Schulbauten von Gesamtschule und KAG zu vergleichen sei für ihn lächerlich.

Neue Schulbauten sollen jetzt geprüft werden

Der Rat der Stadt Kleve hat am Mittwochabend die Verwaltung mit einem Prüfantrag ausgestattet, der unter anderem die Erweiterung der Karl Kisters Realschule beinhaltet. Allerdings soll laut Vorlage erst im Jahr 2021 mit den Planungen begonnen werden. Vorrang haben nach wie vor der Ausbau der Gesamtschule am Forstgarten, der Neubau des KAGs und der Ausbau der Joseph Beuys Gesamtschule.

Bürgermeisterin Sonja Northing wollte im Rat nicht ausschließen, dass man die Räumlichkeiten in der Realschule auch früher fertigstellen könne. Dafür müsse man allerdings erst die Fakten prüfen. Auch eine Dependance oder eine Containerlösung seien vorstellbar. „Aber lassen Sie uns bitte erst prüfen“, so Northing zu den Ratsvertretern.

Wird die Realschule überlastet?

Daniel Rütter (FDP) ärgerte sich über die Bezirksregierung, die ihr eigenes Süppchen koche. Mit der Forderung, dass an der Realschule auch das längere gemeinsame Lernen angeboten werden muss, verschärfe sie das Raumproblem in der Schule. Man solle sich bezüglich dieser Anforderung intensiv mit der Bezirksregierung ins Benehmen setzen, so Rütter.

Michael Bay (Grüne) verwies auf das Schulgesetz. Wenn eine Schule vierzügig sei, dann müsse sie auch das längere gemeinsame Lernen anbieten. Außerdem sei die Realschule in Kleve jene Schule, die auch Hauptschüler aufnehmen müsse, um eine Schullaufbahnsicherung zu garantieren.

Jörg Cosar (CDU) versteht den Beschluss der Kisters-Konferenz: Ab Juli 2023 könne man eine Vierzügigkeit nicht mehr weiterführen. Cosar wollte wissen, ob es nicht möglich sei, bis zum 31. Juli 2023 zwei Räume zur Verfügung zu stellen. Außerdem sei das Konrad-Adenauer-Gymnasium zu diesem Zeitpunkt frei. Fraktionskollege Wolfgang Gebing: „Wenn es sich bei der Realschule nur um eine kleine Maßnahme handelt, warum wurde das nicht schon längst in die Wege geleitet?“

Bürgermeisterin Sonja Northing sicherte dem Rat zu, dass die Erarbeitung des Prüfauftrages in der nächsten Schulausschusssitzung im November vorgelegt werden soll. Sie wolle jetzt erst mit der Realschule noch ein Gespräch führen.

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