Jugendzentrum

Björn Peters ist im Hintergrund für die Freizeit anderer da

Björn Peters aus Goch, Focus-Jugendzentrumsleiter in Uedem, im NRZ Portrait.

Björn Peters aus Goch, Focus-Jugendzentrumsleiter in Uedem, im NRZ Portrait.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Uedem/Goch.  Der Gocher Björn Peters ist Leiter des Uedemer Jugendzentrums Focus und hat besonders in den Sommerferien viel zu tun.

Es ist ihm eher unangenehm im Mittelpunkt zu stehen. Und sei es nur im Mittelpunkt dieser Befragung für ein NRZ-Portrait. Denn, so bestätigen es auch die Menschen um ihn herum: Björn Peters ist als Leiter des Uedemer Jugendzentrums Focus eher der Mensch, der im Hintergrund tätig ist. Der, der sich nicht in den Vordergrund stellt.

Obwohl er vom Typ her gesehen ein durchaus präsenter Mann ist. Einer, der auffällt und dem sein Gegenüber gerne zuhört. Wobei letzteres, das Zuhören, eines seiner besonderen Merkmale ist.

Björni ist ein wirklich guter Zuhörer

„Das kann er echt gut, zuhören!“, sind sich Kollegen und die vielen Kinder und Jugendlichen im Jugendzentrum Focus einig. Dort nennen ihn die meisten seiner Schützlinge übrigens „Björni“, verrät die kleine Mira.

Der 41-Jährige ist gebürtiger Gocher, dort aufgewachsen in der Familie mit einem Bruder. Mittlerweile ist Peters selbst verheiratet und seit Herbst 2018 stolzer Vater einer kleinen Tochter. Sein Beruf bringt es mit sich, dass er wenig Zeit im Sinne von Freizeit hat. „Wenn man wie ich und mein Focus-Team in diesem Bereich arbeitet, dann hat man selbst keine Freizeit, weil man eben für die Freizeit anderer zuständig ist“, erklärt er ohne Groll. Das ist eben einfach so.

Es bleibt nicht viel Spielraum für eigene Freizeit

Da bleibt nicht viel Spielraum, um sich irgendwelchen Hobbys zu widmen. Die Zeit, die neben dem Beruf als Focus-Leiter bleibt, gehört der Familie. Und wenn er sich dann doch etwas für sich gönnt, dann ist es Sport. Genauer gesagt Fußball spielen. Aber Björn Peters bereut seine Berufswahl nicht. Beschäftigung mit Kindern und Jugendlichen war immer schon „seins“. Offiziell ist er seit dem 1. November 2017 Leiter der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Uedem. In dieser Funktion eben Focus-Chef und mit seinem Kollegen Sascha Trungadi auch als „Streetworker“ und an der Freizeitstätte an der Hohen Mühle im Einsatz.

Dass er sein Berufsleben der Kinder- und Jugendarbeit widmen würde, war dem Gocher schon früh klar. 1993 betreute er eine eigene Messdienergruppe und widmete sich der kirchlichen Jugendarbeit in Goch.

Ausbildung, Arbeit und nebenher das Studium

Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger und arbeitete anschließend im HPH-Netz Niederrhein (Heilpädagogische Hilfen für Erwachsene mit geistiger Behinderung) bis 2008. „Daneben habe ich in Nimwegen bis 2007 das Studium zum Diplom Sozialpädagogen absolviert“, berichtet er. Danach folgten Jahre in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Goch, sprich im Astra.

Als in Uedem die Stelle im Focus frei wurde, da hat er nicht lange gezögert. Der Wechsel ins Schusterstädtchen fiel ihm auch nicht schwer: „In Uedem habe ich so viel Potenzial gesehen. Und die Gemeinde und die Politik haben sich gemeinsam um die heutige Örtlichkeit fürs Focus eingesetzt. Heraus gekommen ist dieses schöne Jugendzentrum an der Keppelner Straße. Es bietet uns einfach einen tollen Rahmen für unsere Arbeit“, freut er sich.

Zufriedenheit ist ein wichtiger Faktor

So war es für ihn und seinem Team beispielsweise auch nicht allzu schwer, die Besucherzahlen im Vergleich zum früheren Standort im Keller des Uedemer Bürgerhauses deutlich zu steigern. Jetzt in der Ferienspaß-Zeit sind es 77 Kinder, die täglich das Jugendzentrum Focus füllen. Ausflüge, Spiele, Wettkämpfe, Spaß und Filme stehen auf dem bunten Programm.

Außerhalb des besonderen Ferienangebots sind es aber auch regelmäßig 50 bis 60 Besucher pro Tag, die das Angebot im Focus nutzen. „Damit sind wir sehr zufrieden“, gibt Peters zu. Und Zufriedenheit ist für Peters ein wichtiger Faktor im Leben, wie er verrät.

Schlechte Laune sucht man bei ihm übrigens die meiste Zeit vergebens. Da gibt’s nicht viel, was ihm die Stimmung vermiest. Mit einer Ausnahme: „Also Ungerechtigkeiten, mit denen kann ich mich nicht wirklich anfreunden.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben