Schadstoffe

Gutachter sieht in Klever Grundschule keine akute Gefährdung

In der Grundschule „An den Linden“ in Kleve wird auch in dieser Osterferien-Woche weiter die Raumluft kontrolliert.

In der Grundschule „An den Linden“ in Kleve wird auch in dieser Osterferien-Woche weiter die Raumluft kontrolliert.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Raumluftmessung in Schule „An den Linden“: Belastung zwischen zwei Schwellenwerten. Parkett wurde zusätzlich versiegelt. Weitere Messung folgt.

Die ersten Ergebnisse der Raumluftmessung an der Grundschule „An den Linden“ teilt die Klever Stadtverwaltung jetzt mit. Wie berichtet, war nach der Sanierung der Schule (vormals Christus-König) Geruchsbelästigungen in einem Klassenraum aufgefallen. Die Stadt veranlasste vor einigen Wochen schon die Messungen, meldet sie.

Laut Gutachten und Einschätzung des Gesundheitsamtes des Kreises Kleve gebe es keine akute Gefährdung. Doch die Messungen ergaben eine PAK-Belastung (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) in Höhe von 18 Milligramm pro Kubikmeter (mg/m³), veröffentlichte die Stadt gestern. Dieser Wert lag unterhalb des kritischen, gesundheitsgefährdenden Schwellenwertes von 30 mg/m³ Luft, jedoch über dem unteren Schwellenwert von 10 mg/m³.

Stadt: Gesundheit hat höchste Priorität

Der von der Stadt Kleve beauftragte Gutachter empfahl Vorsorgemaßnahmen, die eine bessere Lüftung und Reinigung vorsahen. „Diese Maßnahmen wurden in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises Kleve umgesetzt. Der Vergabe- und Betriebsausschuss der Stadt Kleve wurde vom Technischen Beigeordneten Jürgen Rauer informiert“, meldet gestern Stadtsprecher Jörg Boltersdorf. „Die Stadtverwaltung, die Schulleitung sowie die Elternschaft sind sich einig, dass die Gesundheit der Kinder und der Lehrer höchste Priorität hat“, sagt er.

Die PAK-Belastung sei auf die frühere Verwendung eines teerhaltigen ausdünstenden Parkettklebers zurückzuführen. Um kurzfristig eine wesentliche Verbesserung zu erreichen, wurde bereits in den vergangenen Tagen eine zusätzliche Versiegelung auf das Parkett aufgebracht. Die Randbereiche wurden abgedichtet.

Sanierungsmöglichkeiten werden geprüft

Am Donnerstag folgen sowohl in dem bereits genannten Klassenraum als auch in weiteren Klassenräumen erneut Raumluftmessungen. „Es wird geprüft, ob die Maßnahmen ausreichen, um den unteren Grenzwert zu unterschreiten. Die Ergebnisse werden in circa zwei bis drei Wochen nach der Messung vorliegen“, so Boltersdorf weiter.

Es würden bereits verschiedene Sanierungsmöglichkeiten geprüft, die im nächsten (nicht öffentlichen) Vergabe- und Betriebsausschuss am 7. Mai vorgestellt und erörtert werden sollen.

Überrascht zeigt sich die Verwaltung über den veröffentlichten Offenen Brief der Schulpflegschaft der Grundschule „An den Linden“. Die Elternsprecher Stefanie Muschenich und Max Knippert hatten mitgeteilt, „nur eine rückstandslose Beseitigung aller betroffenen Böden“ sei aus Sicht der Eltern „akzeptabel“. Und sie hatten eine Sonder-Ratssitzung gefordert.

Sondersitzung der Schulkonferenz

Der Stadtsprecher entgegnet, der Schulleitung liege das Ergebnis des von der Stadt Kleve unmittelbar in Auftrag gegebenen Gutachtens doch vor. „Die Schulpflegschaft wurde ebenfalls von der Verwaltung unmittelbar über alle Sachstände informiert.“ Zusätzlich hätten der Technische Beigeordnete Jürgen Rauer und der Technische Leiter des Gebäudemanagements Manfred Raith in einer Sondersitzung die Mitglieder der Schulkonferenz über den aktuellen Stand sowie über die weiteren Schritte ausführlich informiert.

Die im Offenen Brief geforderten Maßnahmen seien teils bereits veranlasst und weitere Untersuchungen zugesagt. Boltersdorf: „Gleichwohl ist die Besorgnis der Eltern und Lehrer verständlich und nachvollziehbar. Die Stadt wird alle Maßnahmen ergreifen, die für das Wohl der Kinder und des Lehrpersonals notwendig sind. Ob eventuell weitere städtische Objekte betroffen sind, wird ebenfalls überprüft.“ Sobald weitere Ergebnisse vorliegen, werden diese veröffentlicht.

Das Gutachten kann beim Schulleiter oder dem Gebäudemanagement der Stadt Kleve eingesehen werden.

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