Wie im Actionfilm

Airport: Hotelier sprang aufs fahrende Auto – Fahrer gab Gas

Der Geschäftsführer des Best Deal Hotels in Weeze wurde am Montagvormittag von einem Hotelgast angefahren. 

Der Geschäftsführer des Best Deal Hotels in Weeze wurde am Montagvormittag von einem Hotelgast angefahren. 

Foto: Anke Gellert-Helpenstein / nRZ

Weeze.  Mit einem Sprung auf die Kühlerhaube konnte der Geschäftsführer eines Hotels in Weeze sein Leben retten. Zechpreller schleifte ihn dann mit.

Hendrik van Bebber hat die Szenen noch genau vor Augen. Als die englischen Hotelgäste am Montagmorgen gegen 10.30 Uhr ohne zu zahlen verschwinden wollten, sprach der Geschäftsführer des Best Deal-Hotels am Flughafen Weeze einen Kunden gezielt an: „Wie sieht es denn mit bezahlen aus?“, wollte er wissen. Der säumige Hotelgast stieg in sein Auto, van Bebber stellte sich in zwei, drei Meter Abstand davor und ging davon aus, dass der Kunde jetzt sein Portemonnaie hervorkramt. Doch weit gefehlt.

Gut 200 Meter auf der Motorhaube

Der Mann, zirka 30 bis 35 Jahre alt, drückte auf einmal das Gaspedal durch und raste auf den 31-jährigen Geschäftsführer des Hotels zu: „Ich bin reflexartig hochgesprungen und habe mich an der Motorhaube festgeklammert“, erzählt er der NRZ. Der Fahrer beschleunigte danach auf dem Flughafenring: „Er ist sicherlich auf 200 Metern gut 80, 90 Km/h gefahren“, erzählt van Bebber, der sich wie in einem Actionfilm am Auto festkrallte.

Nachdem der Fahrer an der Schranke der Haupteinfahrt wendete und erneut beschleunigte, machte er vor der Schranke einer Mitarbeiterausfahrt eine Vollbremsung. Daraufhin schleuderte der 31-Jährige von der Motorhaube und verletzte sich. Jetzt liegt er mit einem Bänderriss im Bett.

Bei den Gästen handelte es sich um sechs Erwachsene und mindestens vier Kinder, an die sich der Hotel-Geschäftsführer erinnern kann. Am Sonntagabend hatten sie über eine bekannte Buchungsseite im Internet eingecheckt. Im Best Deal-Hotel bezahlt man in der Regel vor der Übernachtung an einem Automaten. Da die Kreditkarte nicht funktionierte, einigte man sich darauf, dass man am nächsten Morgen bezahlen werde. Es ging um eine Summe von 177 Euro.

Klären die Kennzeichen den Fall auf?

Die Gruppe war mit drei Autos unterwegs, die alle ein englisches Kennzeichen besaßen. „Sie sprachen auch akzentfrei englisch“, erzählt van Bebber. Eine Videokamera hat die Autos aufgenommen, so dass möglicherweise über die Kennzeichen eine schnelle Aufklärung erfolgen kann. Ob allerdings die Personalien und Kennzeichen stimmen, wird jetzt von der Polizei ermittelt.

Van Bebber ist seit zwei Jahren Geschäftsführer des Hotels in Weeze, aber so etwas sei ihm noch nicht untergekommen. Nachdem er ihn von der Motorhaube geschleudert hatte, fuhr der Hotelgast mit Karacho durch die geschlossene Schranke und flüchtete über einen Nebenweg vom Flughafengelände. Van Bebber lag auf dem Boden, schnell bekam er Hilfe von Rettungskräften. Er wurde anschließend ins Krankenhaus gefahren.

Der flüchtige Fahrer ist mit einem silberfarbenen Auto mit englischem Kennzeichen unterwegs. Der Fahrer war etwa 1,70 Meter groß und hatte eine dicke Figur. Auf dem Beifahrersitz saß eine Frau mit braunen, schulterlangen Haaren. Beide waren 30 bis 35 Jahre alt.

Hinweise bitte an die Kripo Goch unter
02823 1080

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