Gedenken

In Kranenburg soll grenzüberschreitender Wanderweg entstehen

Die Thornsche Mühle in Leuth ist ein Startpunkt der Route.

Die Thornsche Mühle in Leuth ist ein Startpunkt der Route.

Foto: andreas gebbink / NRZ

Kranenburg.  Der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Rheinland unterstützt das grenzüberschreitende Projekt „(Er)-wanderbare Historie“.

Es gibt viele Möglichkeiten an das Grauen des Zweiten Weltkrieges zu erinnern. Auf der Tagesordnung des Kulturausschusses des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) stand am Donnerstag, 14. November, auch der von Gertrud Kersten, für die CDU Mitglied der Landschaftsversammlung, eingebrachte Antrag „(Er)-wanderbare Historie“.

Die grenzüberschreitende Erinnerung hochhalten

Die Idee: Auf einer teils barrierefreien Route von rund sechs Kilometern Länge soll mit Startpunkten am Wyler Meer, der Thornschen Mühle in Leuth und in Zyfflich-Mitte an tatsächlichen Orten der Geschehnisse etwa der Operation Market Garden vom September 1944 und des Leids der betroffenen Bevölkerung auf plastische Weise gedacht werden. „Wir erinnern uns gerade mit verschiedenen Veranstaltungen an 75 Jahre Leben in Freiheit“, sagt Kreistagsmitglied Kersten, „und wollen mit diesem Projekt die grenzüberschreitende Erinnerung auch zukünftig hochhalten.“ Der Kulturausschuss stellt dem Projekt aus der Regionalen Kulturförderung des LVR eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 24.900 Euro zur Verfügung.

Im Laufe der vergangenen beiden Jahre haben Niederländer und Deutsche gemeinsam in vielen Stunden das Konzept des Wanderweges erarbeitet. Der thematische Schwerpunkt ist das auf diversen Infotafeln gezeigte und erläuterte Leid der deutschen wie niederländischen Bevölkerung gegen Ende des Krieges und auch in der Zeit danach. „Es wird drei große Infotafeln an den Startpunkten geben, die über die historischen Ereignisse informieren“, erklärt Gertrud Kersten, die auch Vorstandsmitglied der Stiftung Thornsche Mühle ist.

Unterwegs auf der Wanderstrecke wird es kleinere Tafeln geben. Ein QR-Code fürs Handy, über den zum Beispiel auch Zeitzeugen-Interviews abgerufen werden können, werde gerade entwickelt. Alle Beteiligten seien froh darüber, dass das Zentrum für Medien und Bildung (des LVR) in Düsseldorf und das LVR-Niederrhein Museum in Wesel das Projekt begleiten werden. Der Wanderweg soll am 20. März 2020 eröffnet werden.

Drei Projekte werden gefördert

Insgesamt kann sich der Kreis Kleve auf 187.450 Euro freuen. Förderung erhalten auch der Umbau von Haus Ingenray in Geldern zur Forschungs- und Begegnungsstätte (154.550 Euro) und das Jubiläum „900 Jahre St. Quirinus Millingen“ (8000 Euro). Anne Peters, Mitglied der Grünen Fraktion in der Landschaftsversammlung: „Insgesamt wird der LVR im nächsten Jahr voraussichtlich 54 neue Projekte seiner Mitgliedskörperschaften mit 2, 4 Millionen Euro fördern.“

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