Bauen und Stadtentwicklung

Kleve: Die Stadt ist auf der Suche nach Bauland

Blick auf die Stadt: Links am Bildrand das Union-Quartier, rechts neben den Straßenbahn-Hallen wird langfristig auch Wohnbau folgen.

Blick auf die Stadt: Links am Bildrand das Union-Quartier, rechts neben den Straßenbahn-Hallen wird langfristig auch Wohnbau folgen.

Foto: Evers,

Kleve.  Noch in diesem Jahr sollen in Kleve und Rindern die Bebauungspläne für zwei Baugebiete verabschiedet werden, um den Druck auf Bauland zu mindern.

Man muss Geduld haben, wenn man ein Haus in der Stadt Kleve haben möchte. Und Geld mitbringen – sagen die Makler und Banker im Klever Land. Denn der Baugrund ist knapp. Und teuer, wenn es nicht gerade städtische Flächen sind. Doch noch in diesem Jahr sollen die Bebauungspläne für zwei Baugebiete in Kleve und in Rindern verabschiedet werden, um den Druck auf Bauland für Einfamilien- oder Doppelhäuser ein wenig zu mindern.

Der Bebauungsplan für die Fläche der einstigen Tennishalle am Bresserberg entlang der Königsallee steht ebenfalls zur Verabschiedung bereit

„Wenn die Flächen erschlossen sind, kann gebaut werden“, sagt Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer. Dann kann der Häuslebauer wählen: Möchte er etwas außerhalb investieren, wird er am Brodhof in Rindern fündig, wo nach dem neuen Bebauungsplan rund 20 Einfamilienhäuser entstehen können. Das andere Gebiet liegt zentraler: Der Bebauungsplan für die Fläche der einstigen Tennishalle am Bresserberg entlang der Königsallee steht ebenfalls zur Verabschiedung bereit, das sind noch mal rund 20 Einfamilienhäuser. Beides sind Bereiche, die städtischen Grund für junge Familien bieten. Sie sollen im Bau- und Planungsausschusses am Donnerstag, 26. November, diskutiert und im Rat vielleicht verabschiedet werden.

Im folgenden Jahr 2021 hofft Rauer, auch den lange in der Diskussion stehenden Bebauungsplan am Hellingsbüschchen zu verabschieden und die bereits vorgestellten Vorhaben an der Pannofenstraße über die Bühne zu bekommen. Entwickelt werden soll 2021 auch der Bereich zwischen Brienerstraße und Spoykanal gegenüber der Hochschule, wo ebenfalls Wohnbau umgesetzt werden könnte, erklärt Rauer. Ende des Jahres könnten dann schon die Flächen zwischen Flutstraße, Spyckstraße, Kavarinerstraße und Hafenstraße an der Reihe sein.

Das „Zwanziger-Gelände“ soll auf städtischer Seite dichter mit Geschosswohnungsbau überplant werden

Das so genannte „Zwanziger-Gelände“ soll dann auf städtischer Seite (Hafenstraße/Spyckstraße) dichter mit Geschosswohnungsbau überplant werden, zu der anderen Seite (Flutstraße/Ludwig-Jahn-Straße) könne man sich auch Reihen- oder Doppelhäuser vorstellen, erklärt Kleves Bürgermeister Wolfgang Gebing. Er hat auch die „Einfamilienhaus-Reserve Altbau“ im Blick, die im Wohnbaugutachten der Stadt aufgeführt ist. Es gebe viele Häuser beispielsweise im Bereich Materborn und Reichswalde, die nach und nach auf den Markt kommen, wenn beispielsweise ihre Besitzer eine barrierefreie Wohnung in der Innenstadt bevorzugen.

Ein neues Stadtentwicklungskonzept für Kleve ist wichtig

Wie zuvor Kämmerer Willibrord Haas drängen auch Rauer und Gebing auf die überfällige Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes. „Wir müssen überlegen, wo wir in den nächsten Jahren hin möchten“, sagt Rauer. Man müsse schon eine Richtung vorgeben, ob Kleve die Zahl von 60.000 Einwohnern anpeile oder ob man konsolidieren wolle. „Da brauchen wir einen Plan, so wie wir ihn vor 2009 diskutiert haben“, sagt der Technische Beigeordnete.

Er rechnet vor, dass durch die jetzt projektierten Neubauten in Kleve, wie unter anderen die 200 Wohneinheiten auf dem Union-Gelände und nochmal so viele rund um den Bereich Pannofen-Straße die Zahl der Einwohner bis über 55.000 steigen würde. „Das ist Wohnraum für über 1500 Menschen“, sagt er. Und die alle wohl auch Mieter oder Käufer finden würden. Vom engen Markt für junge Familien mit Einfamilienhäusern ganz abgesehen.

Langfristig genug Raum für die städtische Entwicklung

Gebing erklärt, dass man auch im Mehrfamilienhausbau die Sanierung alten Bestandes in Blick habe. Er hoffe, dass auch private Hausbesitzer oder -Gesellschaften in ihren Bestand investieren. Bürgermeister und Technischer Beigeordneter sind unterm Strich zuversichtlich, langfristig genug Raum für die städtische Entwicklung zur Verfügung zu haben. „Vor allem in der innerstädtischen Verdichtung ist noch einiges möglich, hinzu kommen größere Flächen in Richtung Köstersweg oder auf dem Merkur-Gelände“, sagt Gebing. Denkbar wäre auch, langfristig die Stadt bis an die Querallee zu bebauen. In der Oberstadt seien noch Flächen rund um das Pannier- und das ehemalige Sebus-Gymnasium in Reserve.

Gebing macht klar, dass mit der Entwicklung von Bauland auch die Infrastruktur für Fahrradfahrer überdacht werden muss. „Wir wollen versuchen, den Auto-Verkehr in der Stadt zu verringern.“

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