Umweltschutz

Kleve ergreift Maßnahmen gegen Kies- und Steingärten

Splitt und Stein-Vorgärten sind bei vielen Hausbesitzern beliebt. 

Splitt und Stein-Vorgärten sind bei vielen Hausbesitzern beliebt. 

Foto: Andreas Gebbink

Kleve.  In drei neuen Bebauungsplänen sollen erstmals Vorgaben zu Vorgärten gemacht werden. Damit sollen Splitt und Kies verschwinden.

Die Stadt Kleve möchte dem Trend zum Kies- und Steingarten entgegentreten. Baudezernent Jürgen Rauer sagte jetzt im Hauptausschuss, dass in drei Bebauungsplänen eine textliche Festsetzung aufgenommen werden soll, die eine Gestaltung des Vorgartens mit Splitt oder Kies reglementiert und begrenzt. Das betrifft die aktuellen Verfahren Tiergartenstraße, Annabergstraße-Treppkesweg-Kuhstraße sowie den Bereich Fliersol/Kattenwald. Bestehende Stein-Gärten genießen einen Bestandsschutz. Jürgen Rauer hofft darauf, dass es während des Bebauungsplanverfahrens auch eine klare Meinungsäußerung der Bevölkerung gibt: „Ich bin gespannt darauf, wie sich die Bürger dazu verhalten“, so Rauer im Gespräch mit der NRZ.

Das Kleinklima verschlechtert sich

Splittbeete sind in der Stadt immer häufiger anzutreffen. Viele Hausbesitzer wollen einen pflegeleichten Vorgarten und legen dann meist auf einer Folie eine dünne Schicht Gestein aus. Dieser Trend führt allerdings auch dazu, dass sich das Kleinklima in der Stadt verschlechtert, da Splittbeete sich schneller aufheizen und nicht zur Kühlung im Sommer beitragen. Auch Insekten haben von einem kargen Vorgarten keinen Nutzen.

Die Stadt Kleve möchte in einem ersten Schritt mehr Aufklärungsarbeit leisten. „Denn auch nicht jede Begrünung ist zugleich sinnvoll für Insekten“, sagt Rauer. Kirschlorbeer oder Thuja bieten Insekten und Vögeln kaum Lebensraum. Selbst bei Rosen oder Stauden gibt es viele Pflanzen die bei Insekten unterschiedlich beliebt sind. Ein Hausbesitzer, der seiner Umwelt etwas Gutes tun möchte, kann darauf achten.

Kommt eine Klimaschutzsatzung?

Die Stadt Kleve prüft derzeit, ob sie noch weitere Schritte unternehmen soll, um den Klima- und Insektenschutz zu forcieren. Baudezernent Jürgen Rauer denkt darüber nach, eine ganz neue Satzung ins Leben zu rufen, die das Mikroklima, den Klimaschutz und die Insekten im Blick hat. Er geht davon aus, dass man die Vorgartengestaltung mit Splitt oder Steinen nicht ganz ausschließen könne. Aber man könne darüber nachdenken, Anreize zu schaffen wenn Bürger bestehende Schotterbeete wieder grün gestalten, etwa durch Pflanzenspenden oder andere Förderungen.

Die Verwaltung prüft derzeit auch, inwieweit ein Steinvorgarten als versiegelte Fläche zu werten ist. Denn dies hätte wiederum Folgen für den Wasserabfluss bei Starkregenereignissen. Generell gibt es Vorgaben für Hausbesitzer, wie viel Fläche ihres Grundstücks sie maximal versiegeln dürfen.

In der Klever Politik wurde die Ankündigung positiv aufgenommen. Alle Fraktionen wollen mehr für den Insektenschutz in der Stadt unternehmen.

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